Psychische Gesundheit

Work-Wives & -Husbands: Haben Sie ein eheliches Verhältnis mit Ihren Kollegen?

Wie jetzt, eine Ehefrau oder ein Ehemann in der Arbeit? Ganz recht, der Trend der platonischen Arbeitsehe kommt aus den USA.

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Haben Sie eine Work-Wife oder einen Work-Husband?
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Wir alle haben doch diesen einen Kollegen, der uns auch am schlimmsten Arbeitstag zum Lachen bringen kann. Der Kollege, mit dem wir unser Lunch teilen, über nervige Kunden lästern oder auch mal Privates austauschen. Trifft das auf Ihren Arbeitsalltag zu? Gratulation! Dann haben Sie wohl eine Work-Wife oder einen Work-Husband!

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Platonisches Eheverhältnis

Wie jetzt, eine Ehefrau oder ein Ehemann in der Arbeit? Ganz recht, der Trend der platonischen Arbeitsehe kommt aus den USA. Dort sind Work-Wives und -Husbands (Arbeitsehefrauen und -ehemänner) etwas ganz Normales. Es ist unwesentlich, ob es sich um einen Mann und eine Frau oder ein gleichgeschlechtliches "Pärchen" handelt. Eine Work-Wife oder ein Work-Husband ist immer für einen da:

  • Mittagessen vergessen und Ihr Magen knurrt unglaublich laut im Büro? Kein Problem, Ihr Job-Ehepartner versorgt Sie mit Essen.
  • Der Chef hat schlechte Laune und alles an Ihnen ausgelassen? Ihre Work-Wife/Ihr Work-Husband versteckt sich mit Ihnen im Kopierzimmer, um richtig Dampf abzulassen.
  • Sie haben sich mit Ihrem privaten Ehepartner gestritten und kommen nun total groggy in die Arbeit? Ihr Work-Husband/Ihre Work-Wife kann Sie in der Kaffeepause bestimmt wieder aufmuntern!

Egal, um welche Lebens- oder Alltagslage es sich handelt, wir vertrauen unserem "Ehepartner" im Job vieles an und können einfach immer auf ihn zählen. Doch eine wichtige Regel gibt es bei dieser Konstellation auf jeden Fall: Es muss alles rein platonisch bleiben! Ansonsten könnte es im Arbeits- und Privatleben zu Schwierigkeiten kommen.

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Österreicher halten nichts von Arbeitsehen

Wie die Österreichische Bevölkerung zu diesem Thema steht, wollte auch das Jobportal karriere.at herausfinden. Dafür beantworteten 356 Arbeitnehmer die Frage "Vertraust du deinem Kollegen genauso wie deinem (Ehe-)Partner?".

  • 51 Prozent der Befragten setzen auf eine Freundschaft im Job, ein eheähnliches Verhältnis ist für sie jedoch tabu.
  • 34 Prozent behaupten, dass sie weder eine Work-Wife oder einen Work-Husband haben, noch mit ihren Kollegen befreundet sind.
  • 11 Prozent gaben an, einem einzigen Kollegen wie ihrem Ehepartner zu vertrauen. 4 Prozent teilten eine extrem innige Beziehung mit ihrem Kollegen und antworteten mit "Na klar – ich bin gleich mit mehreren quasi verheiratet".

"Es deutet auf Zufriedenheit im Job hin, dass bei mehr als 50 Prozent der Teilnehmer Freundschaften am Arbeitsplatz gefragt sind", erklärt Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at. Dass für die Österreicher der Begriff "Ehe" nur wenig in der Arbeit verloren hat, zeigt, dass eine gesunde Trennung zwischen Beruf- und Privatleben herrscht.

Im Job etwas Klatsch und Tratsch auszutauschen dient der Psychohygiene und kann das Selbstvertrauen stärken. Work-Wives und Husbands können also sehr wohl glücklich machen und dazu beitragen, sich auch außerhalb des Büros über die Arbeit auszutauschen. Außerdem kann dies auch für die private Partnerschaft vorteilhaft sein: So können Sie sich mit Ihrem Partner auf wesentliche, andere Dinge konzentrieren, als am Abend auf der Couch über lästige Kollegin zu schimpfen.

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  • Hub sagt:

    Ludwigsburg. Eine Arbeitsehe sei eine tiefe, platonische Freundschaft mit einem Arbeitskollegen, erklart Sabine Hommelhoff und bezieht sich dabei auf eine Studie zum Thema. Hommelhoff arbeitet am Lehrstuhl fur Psychologie im Arbeitsleben an der Universitat Erlangen-Nurnberg und forscht unter anderem zum Thema Freundschaft am Arbeitsplatz. Besonders an diesen Arbeitsehen sei, dass sie ein „romantisches Potenzial“ haben – es besteht also rein theoretisch die Moglichkeit einer romantischen Beziehung.