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Studie: Wunden heilen am Tag besser

Die innere Uhr hat auch in Sachen Wundheilung ein Wörtchen mitzureden.

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Eine Studie zeigt, dass Wunden tagsüber schneller und besser heilen.
Vonschonertagen / iStock

Einfach drüber schlafen und am nächsten Tag ist alles wieder gut? In Sachen Wundheilung trifft dies nach neuesten Forschungen nicht zu. In einer Studie heilten nämlich tagsüber zugezogene Brandwunden besser als jene, die nächtens entstanden sind. Das hat etwas mit der Funktionsweise der inneren Uhr auf Zellebene zu tun.

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Kürzere Heilungsdauer

Die Studie aus Cambridge, die im Fachjournal Science Translational Medicine veröffentlicht wurde, prüfte, wie unterschiedlich Wunden heilten, je nachdem, zu welcher Tageszeit sich die Probanden verletzt hatten. Dabei kam Folgendes heraus:

  • Nächtlich entstandene Brandwunden heilten im Durchschnitt innerhalb von 28 Tagen.
  • Tagsüber entstandene Verletzungen gingen innerhalb von 17 Tagen komplett zurück.

Die unterschiedliche Heilungsdauer ist laut den britischen Wissenschafern auf die innere Uhr zurückzuführen. Diese Vermutung überprüften sie auf dem Hautgewebe von Labormäusen. Sie entdeckten, dass die im Bindegewebe vorkommenden Zellen, die unter anderem für die Wundheilung zuständig sind, am Tag anders arbeiten als in der Nacht. Diese sogenannten Fibroblasten funktionieren nachts nur eingeschränkt, während sie am Tag voll im Einsatz sind.

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Nutzen für die Praxis

Die Studienergebnisse sind vor allem für den Zeitpunkt der Durchführung von Operationen von Interesse. Ärzte könnten sich künftig ein wenig nach dem individuellen Rhythmus des Patienten richten, um die Wundheilung zu verbessern. Bei nächtlichen OPs könnten außerdem bestimmte Medikamente zum Einsatz kommen, welche die innere Uhr quasi auf Reset stellen. Noch wurde keine der genannten Methoden getestet.

Die innere Uhr, also der 24-stündige zirkadiane Rhythmus, läuft bei jedem Menschen ein wenig anders. Die "zentrale Schaltstelle" der inneren Uhr regelt unterschiedliche Vorgänge im Körper, zum Beispiel Puls, Temperatur, Blutdruck oder Hormonausschüttung. Sie muss ständig resynchronisiert werden, heute mehr als je zuvor. Verantwortlich dafür sind zum Beispiel Jetlags durch Flüge in andere Zeitzonen oder Nachtarbeit.

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