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Frauen wählen Teilzeitarbeit, aber nicht immer freiwillig

Teilzeitarbeit kann eine sinnvolle Lösung sein, aber was passiert, wenn man keine Wahl hat und zu wenigen Stunden gezwungen wird?

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Im Auftrag der AK Niederösterreich untersuchte die L&R Sozialforschung 1.753 Frauen und Männer in Niederösterreich, die als Teilzeitbeschäftigte arbeiten. Es ergab sich, dass 75 Prozent der Frauen ihre Arbeitszeiten reduziert hatten, da diese Kinderbetreuungspflichten nachgehen mussten. Hierbei ist das Paradox, dass der Elternteil wieder ins Berufsleben steigen möchte, sich aber trotzdem noch um die Kinder kümmern muss. Wenn also keine Möglichkeit besteht wieder als Vollzeitkraft einzusteigen, muss die Alternative gewählt werden: Die Teilzeitarbeit.

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Die Qual der Wahl arbeiten zu gehen

Ein geringeres Einkommen, fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten und geringere Aufstiegschancen sind einige von vielen Nachteilen, die die Teilzeitarbeit mit sich bringt. Wie sich die schwierige Wahl ins Berufsleben zurück zusteigen besonders auf Frauen auswirkt, zeigen wir dir anhand der erheblichen Zahlen von der Studie:

Nur etwa 10 Prozent der befragten Männer gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach, während 50 Prozent der Frauen teilzeitbeschäftigt sind.

  • Der Großteil der Probanden, die Teilzeitstellen ausüben, arbeiten im Handel und im Gesundheitsbereich. Man möchte zwar mehr als 30 Stunden beschäftigt sein, doch die durchschnittliche Arbeitszeit der Frauen beträgt an die 21,7 Stunden. Es hat sich auch noch gezeigt, dass mehr Frauen als Männer länger in Teilzeit bleiben. Nur 13 Prozent der weiblichen Studienbeteiligten hatten überhaupt in Erwägung gezogen in den nächsten Jahren wieder Vollzeit zu arbeiten.

Für die Mehrheit der Frauen liegt das Problem an ihrer Betreuungssituation.

  • Es scheint keine Verbesserung in Sicht zu sein, was das Angebot für Kinderbetreuungsmöglichkeiten angeht. Wenn Gesetzgeber an besseren Voraussetzungen für die Kinderpflege arbeiten würde, wäre es einer Großzahl von Frauen auch wieder möglich mehr Arbeitsstunden aufzunehmen. Doch leider sieht es um diese Zukunft schlecht aus. Was die Teilzeit wirklich ausmacht wird hier erklärt:

 

Mehr dazu: Welches Betreuungsmodell macht den Nachwuchs am glücklichsten?

Kann die Situation verbessert werden?

Hinsichtlich dazu fehlen neben den Betreuungsmaßnahmen für Kinder auch bessere Arbeitsbedingungen für Teilzeitmitarbeiterinnen. Markus Wieser, AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender, meint, dass Teilzeitarbeit für jene eine sinnvolle Lösung ist, die sie freiwillig wählen. Er betont ebenfalls, dass Rahmenbedingungen und das Arbeitsklima verbessert gehören, daher sind auch "Unternehmen und Gesetzgeber in die Pflicht zu nehmen."

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