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Zurück zur Normalität: Bin ich nach der Isolation noch gesellschaftstauglich?

Dein soziales Umfeld wird wieder schnelllebig, aber du willst die Rückkehr zur lebhaften Gesellschaft lieber ruhig angehen? Damit bist du nicht alleine.

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Überforderung wegen Corona-Lockerungen
skynesher / iStock

Endlich wieder unter Menschen sein, sich blicken lassen in der Öffentlichkeit und mit Freunde ausgehen. War unser Leben in den vergangenen Monaten auf nur wenige Räume beschränkt, stehen uns heute beinahe alle Türen (vorausgesetzt die 3-G-Regeln werden eingehalten) offen. Und wenngleich diese Tatsache euphorisch stimmt, sind einige Menschen von dem harten Tapetenwechsel überfordert. "Zurück in die Gesellschaft" lautet das Motto, aber wie geht das überhaupt?

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Emotionale Berg- und Talfahrt in der Corona-Pandemie

Viele Ausgangsbeschränkungen und Lockdowns liegen hinter uns, während die verschiedenen Corona-Maßnahmen in der Erinnerung zu einem Einheitsbrei verschmelzen. Von plötzlichem Stillstand im März 2020 zu kurzem näher kommen im vergangenen Sommer, um schließlich wieder für fast ein halbes Jahr auf Distanz zu bleiben. Langweilig, belastend, eintönig und gleichzeitig entschleunigend: So sah das letzte Jahr für die meisten von uns aus. Nach der corona-bedingten Achterbahnfahrt der Gefühle haben wir sehnsüchtig auf das "Licht am Ende des Tunnels" gewartet. Und jetzt wo es endlich greifbar scheint, prallen die Reize wie strömender Regen auf uns ein.

Als sich unser Leben vor einem Jahr schlagartig änderte, mussten wir uns intensiv mit der völlig neuen Lebensrealität auseinandersetzen. Die Corona-Pandemie hat Menschen, Branchen und vor allem Gesundheitssysteme aus aller Welt an ihre Grenzen getrieben. Zurecht blicken wir also nach der immer größer werdenden Corona-Müdigkeit und aufgrund der voranschreitenden Impfungen mit Freude auf die Öffnungsschritte. Diese sind besonders für die stark betroffenen Branchen, unser Wohlbefinden und andere Lebensbereiche von großer Bedeutung.

  • Dennoch ist es nach so langer Zeit des Ausnahmezustand nicht für jeden ein Kinderspiel, einfach an die Zeit vor der Pandemie anzuknüpfen. Logischerweise haben wir uns gezwungenermaßen an die Ruhe und die im Übermaßen vorhandene Zeit für uns selbst gewöhnt.
  • War man früher ein extrovertierter Mensch, der im Getümmel aufblüht, kann man heute ein introvertierte Person sein, die sich in der neuen Normalität zwar dankbar, aber gleichzeitig überfordert fühlt.

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S.O.S.: Zurück zu Small Talk & Co?

Ebenso wie uns Corona zu Beginn der Pandemie vor Herausforderungen stellte, ist es auch auf der scheinbaren Zielgerade nicht unüblich, sich von der plötzlichen Reizüberflutung überrumpelt und müde zu fühlen. Du sitzt in einem Restaurant und analysierst die vielen Gesichter der Menschen? Wenn man bedenkt, dass du die letzten Monate lediglich familiäre Gesichter vor Augen hattest, ist das nicht überraschend. Auch die vielen "Kuschelversuche" von fremden Personen in der Einkaufschlange sind nicht vergleichbar mit einer gesteckt vollen Bar. Und der gute alte Small Talk mit Bekannten? Nun gut, das höfliche Pläuschchen über das Wetter war schon vor der Pandemie nicht jedermanns Stärke. Mit überraschender Erleichterung konnten viele Menschen das ewige Dilemma "Soll ich zu diesem Party gehen, obwohl ich eigentliche keine Lust habe?" temporär hinter sich lassen. Doch heute kehrt der soziale Druck, ständig mit dabei zu sein, schleichend zurück.

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Society is calling? Geh's langsam an!

Wenngleich wir also in den letzten Monaten gewissermaßen im selben Boot saßen, hat jeder von uns andere Bedürfnisse im langsam normalisierenden Alltag. Einfach weitermachen also wäre nie etwas gewesen? Für viele ein nachvollziehbarer Bewältigungsmechanismus. Solltest du jedoch zu jenen Menschen zählen, die sich trotz Freude auf das "neue normal"  zunächst an das belebte Treiben in Restaurants, Parks & Co gewöhnen müssen, ist das ebenso völlig in Ordnung. Du bestimmst das Tempo, du bestimmst was gut für dich ist.

 

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Ein Beitrag geteilt von JANAKLAR ✨♋︎ (@janaklar)

Die Influencerin Jana Klar berichtete erst kürzlich unter ihrem Instagram-Post, dass sie die neuerlichen Lockerungen mit Freude begrüßt, aber auch innere Unruhe verspürt. Ihren langsamen Alltag möchte sie auch in Zukunft beibehalten. Klarerweise wird auch die anfängliche Überforderung mit der Zeit nachlassen. Auch, wenn du momentan also das Gefühl hast, du seist nicht bereit für einen Alltag voller Small Talk, neuer Bekanntschaft und sozialen Aktivitäten – irgendwann wirst auch du wieder gesellschaftstauglich sein und das bunte Treiben vor der Haustür genießen können.

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