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Pensionssplitting gegen Altersarmut: Wenn Eltern halbe-halbe machen

Ein Elternteil kümmert sich um den Lebensunterhalt, der andere um die Erziehung: Warum es nur fair ist, die Pensionsgutschriften aufzuteilen, liest du hier.

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Pensionssplitting: Wenn Eltern aufteilen
Tom Merton / iStock

Besonders Frauen sind von Pensionsarmut betroffen. Denn auch heute sind es vermehrt Mütter, die unbezahlter Arbeit, wie Haushalt und Kindererziehung, oder einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Der "Pension-Gap" ist dabei noch größer als der "Pay-Gap". Warum also nicht halbe-halbe machen und die Pensionsgutschriften in jener Zeit fair aufteilen? "Pensionssplitting" bietet Eltern die Möglichkeit, Kinderbetreuung ebenso viel Wertschätzung zukommnen zu lassen, wie einer Erwerbstätigkeit.

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Pensionsarmut & Teilzeitfalle

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Männer knapp 42% mehr Pension erhalten als Frauen. Grund dafür sind unter anderem unbezahlte – und Teilzeitarbeit, welche auch heutzutage vorwiegend von Frauen ausgeübt wird. So ist der Vater für das Einkommen, die Mutter hingegen für die Familienarbeit zuständig. Ebenso können natürlich auch Frauen Lohnarbeit leisten, während Männer zu Hause bei den Kindern bleiben.

Unabhängig davon, wen die unbezahlte Arbeit betrifft: In der Pension steigt derjenige, der Sorgearbeit ausübt, schlechter aus, denn in der betroffenen Zeit landen keine Gutschriften am Pensionskonto.

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Pensionssplitting: Wenn Eltern fair aufteilen

Seit rund 15 Jahren gibt es in Österreich die Möglichkeit die Pensionsgutschriften aufzeiteilen. Bedeutet: Jene Person, die einem Job nachgeht, kann 50% ihrer Gutschrift auf das Pensionskonto des unbezahlt-tätigen Elternteils buchen. "Pensionssplitting ist eine Wertschätzung für Sorgearbeit, die nicht bezahlt ist. Eine Wertschätzung durch den Partner, der zeitlich weniger zur Kinderbetreuung beitragen hat.", so Ursula Janesch, Referentin im Referat Sozialrecht und -politik der Arbeiterkammer Niederösterreich gegenüber dem Standard.

Pensionssplitting kann bis zum 7. Lebensjahr des Kindes, sowie bei mehreren Kindern für insgesamt 14 Jahre beansprucht werden. Auch eine nachträgliche Buchung ist bis zum 10. Lebensjahr möglich. Dabei ist es egal, ob der Erziehende gar nicht, geringfügig oder in Teilzeit arbeitet sowie ob die Eltern verheiratet, in einem Haushalt oder getrennt leben. Freie Entscheidungsfreiheit gilt auch über den Umfang der Gutschrift, welcher jährlich abgeändert werden kann.

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Nur 1.300 Elternpaare nutzen Pensionssplitting

Wenngleich das Modell Eltern schon seit mehreren Jahren zur Verfügung steht, wissen nur wenige davon Bescheid. Bislang waren es nämlich nur knapp 1.300 Paare, wobei Pensionssplitting in fast einem Drittel zugunsten des Vaters durchgeführt wurde.

Wer sich für die faire Aufteilung der Pension interessiert, kann sich bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) informieren. Betroffene sollten sich dabei nicht als Bittsteller fühlen: Denn wenn (z.B.) Frauen ihren Männern den Rücken freihalten, damit diese ihrer Vollzeitbeschäftigung nachgehen können, gilt es die Kinderbetreuung ebenso fair und wertschätzend zu entlohnen.

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