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Studie: Verschiedene Arten von Coronaviren in Fledermäusen gefunden

Wissenschafter erforschten welche Zusammenhänge es zwischen Coronaviren und Fledermäusen gibt.

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Fledermaus Studie Coronavrus
CraigRJD / iStock

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie ist bekannt, dass Fledermäuse die Überträger von Coronaviren sein können. Ein internationales Forscherteam hat nun herausgefunden, dass Fledermäuse schon seit Millionen Jahren das Virus in sich tragen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

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Mehrere Stämme von Coronaviren entdeckt

Forscher der Field University in Chicago verglichen die verschiedenen Typen von Coronaviren bei 36 Fledermausarten aus Ostafrika. Sie fanden heraus, dass verschiedene Fledermausgattungen und -familien ihre eigenen, einzigartigen Stämme von Coronaviren in sich tragen. Die Wissenschaftler glauben, dass sich Fledermäuse und Coronaviren seit Millionen von Jahren symbiotisch entwickelt haben. Zudem kamen sie zu der Erkenntnis, dass ein bestimmter Fledermausstamm aus China an der Corona-Pandemie schuld ist.

  • Laut den Forschern gibt es Tausende Coronavirus-Typen, von denen die meisten nicht auf den Menschen übertragbar sind.
  • Die Wissenschafter untersuchten Coronaviren, die nicht an der COVID-19-Pandemie beteiligt sind, um die Beziehung zwischen Coronaviren und Fledermäusen besser zu verstehen.
  • Die Coronaviren in den Fledermäusen scheint die tierischen Wirte nicht zu schädigen, aber sie können diese Viren auf andere Tiere überspringen und sie krank machen.
  • In der Studie analysierten die Wissenschafter die genetische Beziehung zwischen Coronaviren-Stämmen und ihren Wirten. Mithilfe der Studienergebnisse wollen die Wissenschafter besser nachvollziehen, wie diese Viren vom Tier auf den Menschen übertragen wurden.

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Coronavirus-Stammbaum erstellt

Goodman und sein Team sammelten Abstrich- und Blutproben von über tausend Fledermäusen, die auf Inseln im westlichen Indischen Ozean und in den Küstengebieten Mosambiks leben.

  • 8% der Fledermäuse trugen eine Art des Coronavirus in sich.
  • Nachdem sie die Coronaviren in den Fledermäusen analysiert hatten, verglichen sie diese mit anderen Coronaviren in Säugetieren, wie Delfinen, Alpakas und Menschen.
  • Anschließend erstellten die Forscher einen Coronavirus-Stammbaum, der zeigt, wie viele verschiedene Arten von Coronaviren miteinander verwandt sind.

"Wir stellten fest, dass in den meisten Fällen jede der verschiedenen Gattungen von Fledermausfamilien ihre eigenen Coronaviren-Stämme hatten", sagte der Biologe Steven Goodman des Field Museum. "Darüber hinaus ist aufgrund der Evolutionsgeschichte der verschiedenen Fledermausgruppen klar, dass es eine tiefe Koexistenz zwischen Fledermausgattungen sowie- familien und Coronaviren gibt", sagt Goodman.

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Fledermäuse sind wichtig für die Umwelt

Fruchtfledermäuse (Fruchtvampire) der Familie der Flughunde (Pteropodidae) trugen beispielsweise andere Coronaviren in sich, als andere Gruppen von Fledermäusen, die in den gleichen geografischen Zonen lebten. In seltenen Fällen teilten Fledertiere, die in denselben Höhlen lebten, jedoch verschiedener Familien, Gattungen und Arten angehörten, denselben Stamm des Coronavirus. Dies sei laut den Wissenschaftern eher die Ausnahme, als die Regel.

Goodman appelliert, dass wir nicht Fledermäuse umbringen sollten, um eine weitere COVID-19-Pandemie in der Zukunft zu vermeiden: "Es gibt reichlich Beweise dafür, dass Fledermäuse für das Ökosystem wichtig sind, sei es für die Bestäubung von Blumen oder den Verzehr von Insekten, die für die Übertragung verschiedener Krankheiten auf den Menschen verantwortlich sind. Das Gute, das sie für uns tun, überwiegt die möglichen negativen Auswirkungen".

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