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Afrika verzeichnet zwei Millionen Corona-Infizierte

Die Corona-Infektionen steigen in Afrika immer weiter an, dennoch sind die Todeszahlen relativ niedrig. Woran könnte das liegen?

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Afrika Corona
Adeyinka Yusuf / iStock

Laut der "Afrikanischen Union (AU)" verzeichnet Afrika über zwei Millionen nachgewiesene Corona-Fälle. Insgesamt sind 2.013.388 Menschen mit dem Virus infiziert. 48.408 Menschen sind an SARS-CoV-2 verstorben.

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Vier Länder stark betroffen

Laut den Behörden sind ist vor allem in Südafrika der Großteil der Infektionen registriert worden. Weitere Schwerpunktländer sind

  • Ägypten,
  • Nigeria,
  • Algerien
  • und Marokko.

Laut Expertenberichten soll die Dunkelziffer auf dem Kontinent, auf dem 1,3 Milliarden Menschen leben, weitaus höher sein.

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Jüngere Bevölkerung & besseres Immunsystem?

Das Coronavirus hat sich relativ langsam auf dem Kontinent verbreitet, die Gesamtzahl ist weiterhin gering im Vergleich  zu anderen Regionen. Die erste Infektion trat wesentlich später als in Europa & Co auf. Dementsprechend haben auch die Regierungen schnell reagiert und strenge Maßnahmen verhängt.

Die Tatsache, dass die Bevölkerung in afrikanischen Ländern durchschnittlich viel jünger ist als in Europa und Nordamerika und jüngere Menschen auch weniger stark von dem Virus betroffen sind, könnte dazu beitragen, dass es in Afrika weniger Todesfälle gibt. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter der Europäischen Union liegt bei etwa 43 Jahren, in Afrika bei knapp 20 Jahren. Ein weiterer Grund könnte das Immunsystem sein, denn viele Menschen in Afrika leiden seit ihrer Kindheit an Wurmerkrankungen. Das dämpft die Immunreaktion, erklärt Tropenmediziner Betrand Lell von der "Medizinischen Universität Wien": "Damit kann z.B. erklären, warum in Afrika Allergien seltener sind, oder Erkrankungen wie Asthma oder Autoimmunerkrankungen." Im Kampf gegen COVID-19 könnte dies dem Körper sogar zugutekommen. Wie bei vielen Corona-Fällen beobachtet wurde, kann eine überschießende Immunreaktion zu einem schweren Krankheitsverlauf bzw. zum Tode führen. "Ob das gedämpfte Immunsystem nun auch bei COVID-19 hilft, ist aber ‚reine Spekulation‘", sagt Lell. "Es ist aber ein interessanter Erklärungsversuch", so der Experte weiter.

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Ausbreitung des Coronavirus nimmt zu

Dennoch hat die Ausbreitung des Coronavirus in Afrika an Tempo zugelegt: "Es brauchte fast sechs Monate, um die Zahl von einer Million Fällen zu erreichen, und gerade einmal etwas mehr als drei Monate um die Fallzahl von zwei Millionen zu erreichen", beobachtete die Hilfsorganisation "International Rescue Committee (IRC)". Vor allem die Bewohner in Krisenregionen seien durch die bevorstehende zweite Welle sehr gefährdet, wie das "IRC" erklärt. Die strengen Lockdown-Maßnahmen hatten schwere Auswirkungen auf die Menschen sowie die Volkswirtschaft.

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