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Ansteckungsgefahr im Zug: Wie hoch ist das Risiko Corona zu bekommen?

Coronavirus im Zug: Wo du sitzt und wie lange du reist, spielt eine große Rolle bei der Ansteckungsgefahr.

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Zug fahren Ansteckungsrisiko
Adrian Seliga / iStock

Seit der Corona-Pandemie gilt es zu anderen Personen den Sicherheitsabstand einzuhalten. Besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln erweist sich diese Maßnahme manchmal als Herausforderung. In den meisten Städten gehört das Pendeln mit dem Zug oder der U-Bahn schlicht zum Alltag dazu, wenngleich sich viele Menschen auf engsten Raum befinden. Doch wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung mit COVID-19 im Zug?

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Studie untersucht Ansteckungsrisiko im Zug

Eine Studie, die im Fachblatt Clinical Infectious Diseases erschien, befasste sich nun genauer mit jener Frage: Welche Faktoren führen während einer Zugfahrt zu einer Infektion mit dem Coronavirus?

  • Die Untersuchung erstreckte sich über einen Zeitraum vom 19. Dezember 2019 bis zum 6. März 2020 und markierte daher den Ausbruch der Pandemie.
  • Die Reisedauer betrug dabei bis zu 8 Stunden.
  • Konkret wurden für die Studie rund 75.000 Passagiere eines chinesischen Zuges analysiert.
  • Mehr als 2.300 Passagiere waren mit dem Coronavirus infiziert und kamen in engen Kontakt mit über 72.000 Fahrgästen.
  • Zeitliche und räumliche Faktoren sollten anschließend Auskunft über das Ansteckungsrisiko im Zug geben.

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Sitzplatz und Fahrzeit sind entscheidend

Welcher Sitzplatz ist am sichersten, welcher am gefährlichsten in Hinblick auf das Coronavirus? Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist, sollte es vermeiden vis-a-vis zu anderen Fahrgästen zu sitzen.

  • Laut der Studie ist das Risiko nämlich am höchsten, wenn man einem Passagier direkt gegenüber sitzt. Die Übertragungswahrscheinlichkeit beträgt in jenem Fall 3,5%, während sich der Sitzplatz neben einem COVID-19-Kranken auf nur 1,5% beläuft.
  • Mit jeder Stunde, in der sich die Passagiere mit einem Infizierten im selben Verkehrsmittel befinden, nimmt die Ansteckungsrate um 0,15% zu. Sitzt man hingegen direkt am Nachbarsitz des Erkrankten stieg die Gefahr sich zu infizieren sogar um 1,3% pro Stunde an.

Deshalb ist Social Distancing so wichtig

Abermals verdeutlicht die Studie, dass sich der Sicherheitsabstand zu anderen Personen als effektivste Schutzmaßnahme entpuppt.

  • So sind wir einem Infektionsrisiko von 10,3% ausgesetzt, wenn wir einem COVID-19-Patienten sechs bis acht Stunden gegenüber sitzen.
  • Befindet sich der Patient hingegen weit von anderen Fahrgästen entfernt, ist die Gefahr äußerst gering, nahezu bei 0%.

Zwar beträgt die durchschnittliche Übertragungsrate im Zug nur 0,32%, diese niedrigen Zahlen sind jedoch nur möglich, wenn Social Distancing und Hygienemaßnahmen weiterhin an der Tagesordnung stehen. "Unsere Studie zeigt, dass, obwohl ein erhöhtes Übertragungsrisiko in Zügen besteht, der Sitzplatz und die Reisezeit des Passagiers einen großen Unterschied hinsichtlich der Ansteckung ausmachen können. Beim Ausbruch einer Pandemie sollte demnach die Fahrgastanzahl begrenzt werden, sowie der Sicherheitsabstand erhöht werden", so die Schlussfolgerung des Autors Dr. Lai.

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