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Attitude-Behaviour-Gap: Wenn du nachhaltig leben willst, es aber nicht tust

Wenn deine Einstellung zu Umweltproblemen deinen tatsächlichen Handlungen widerspricht, hast du es mit einem Attitude-Behaviour Gap zu tun.

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Bei dem ABG, kurz für Attitude-Behaviour-Gap, handelt es sich strenggenommen um einen Widerspruch in Bezug auf deine Einstellung und deinem tatsächlichen Verhalten. Second-Hand Kleidung, Bio-Produkte, fair gehandelte Lebensmittel und stromsparende Elektrogeräte fallen in diesen Topf hinein. Ein Beispiel: Du weißt eigentlich, dass Avocados aufgrund ihrer Transportwege wahre Klimakiller sind, auf sie verzichten kannst du aber trotzdem nicht. Der Konsum von nachhaltigen Produkten ist in den letzten Jahren zu einem größeren Trend geworden, an dem sich nicht nur Generation Y beteiligt, sondern auch ältere Personen, die nach einem nachhaltigen Lifestyle streben. Aber wo lief alles schief?

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Was hat es mit dem Attitude-Behaviour-Gap auf sich?

Zunächst kannst du mal beruhigt sein, es liegt nicht an deinen Vorsätzen. Eine aktuelle Studie der Forschungsanstalt Capgemini untersuchte, wieso viele Menschen ihr nachhaltiges Vorhaben oft nicht in die Tat umsetzen können und welche Rolle Unternehmen dabei spielen.

Laut den Ergebnissen gaben 79 Prozent der Konsumenten an, nachhaltiger leben zu wollen. Dieser Wert steht aber in einem starken Kontrast zu der Überzeugung von Unternehmen. Nur 36 Prozent von ihnen glauben, dass Personen auch tatsächlich dazu bereit sind, Änderungen an ihrem Kaufveralten vorzunehmen. Im Alltag kriegst du das auch hin. Denke nur daran, wie du beim Kochen die Lebensmittelverschwendung minimierst oder beim Einkauf Produkte bevorzugst, die umweltfreundlich verpackt wurden. Überlege auch, wieso du motiviert bist dein Kaufverhalten zu ändern. Die Befragten der Studie wollen damit nicht nur ein gutes Zeichen für die Umwelt setzen, der Gebrauch von natürlichen Ressourcen löst auch positive Emotionen in innen aus.

In der Pandemie verringerte sich aber das Kundenerlebnis sowie die Zufriedenheit, die man bei Kauf erlangt, wenn umweltbewusst eingekauft wird. Es war ein klarer Rückgang zu sehen, da viele Kunden "berührungsbasierte" Praktiken vermeiden wollten. Aber das Bedürfnis weiterhin Nachhaltigkeitsarbeit zu leisten ist nicht gänzlich verschwunden:

  • 65 Prozent der Teilnehmer wollen alternative Produkte oder Verpackungen kaufen, die keine Kunststoffe enthalten.
  • 68 Prozent wollen lokale Produkte verwenden. Dies seien eine perfekte Mischung aus "sicher" und "nachhaltig".
  • Es liegt ihnen auch am Herzen, dass Unternehmen in diesen entscheidenden Zeiten weiterhin ihren Nachhaltigkeitszielen nachgehen.

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Umweltherausforderungen sind Mainstream geworden

Für Verbraucher und Unternehmen sind Nachhaltigkeitsziele zum Mainstream geworden, und das aus gutem Grund. Ansteigende Besorgnis und die Notwendigkeit der Erhaltung natürlicher Ressourcen haben Umweltherausforderungen immer mehr in den Vordergrund gerückt und zu einem Thema, das in der gesamten Gesellschaft heiß diskutiert wird, gemacht.

Das Kaufverhalten von dir und Menschen in deiner Umgebung änderte sich zwar nur langsam, dafür aber stetig. Es besteht also die Möglichkeit das vorherrschende Attitude-Behaviour-Gap zu schließen, indem Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsinitiativen und Praktiken sichtbar und greifbar machen. Nur wenn Konsumenten als aktiver Bestandteil integriert werden, kann auch die Lücke geschlossen werden.

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