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Corona-Pandemie: Immer mehr Menschen sind unterernährt

In den letzten Jahren hatten vor allem Wirtschaftskrisen, extreme Klimalagen oder Konflikte zu Unterernährung geführt. 2020 ist vor allem die Corona-Pandemie daran schuld.

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Coronavirus Unterernährung
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Wie der neue Welternährungsbericht der Vereinten Nationen (UN) zeigt, ist eine steigende Anzahl von unterernährten Menschen zu verzeichnen. Schuld daran ist vor allem die Corona-Krise.

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2019 waren 690 Millionen Menschen unterernährt

Zurzeit ist laut dem UN-Bericht jeder elfte Mensch unterernährt. Dabei sind auch Millionen Kinder betroffen, die nicht ausreichend Essen haben, um gesund aufzuwachsen. Experten schätzen, dass im Jahr 2019 rund 690 Millionen Menschen unterernährt waren, das macht knapp neun Prozent der Weltbevölkerung aus.

  • Fünf UN-Behörden (darunter auch die Welternährungsorganisation FAO) warnten davor, dass aufgrund der Corona-Krise zwischen 83 und 132 Millionen Menschen zusätzlich unter Hunger und Armut leiden. Das bedeutet ein Plus von knapp 60 Millionen Menschen, die keinen Zugang zu genügend Lebensmitteln erhalten.
  • 2017 und 2018 sollen Konflikte und extreme Klimalagen die Ernährungssicherheit negativ beeinflusst haben. Im Vorjahr ist die Zahl der unterernährten Menschen um rund zehn Millionen angestiegen – dabei seien vor allem die Wirtschaftskrisen ausschlaggebend gewesen.

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Zahl der hungernden Menschen in der Vergangenheit korrigiert

In dem neuen Report nahm die UN für die Gesamtzahl der hungernden Menschen in den letzten Jahren eine Korrektur nach unten vor. Der Grund dafür:Die Schätzwerte für 13 Länder wurden neu berechnet. Dadurch ergaben sich neue Daten über Bevölkerungszahlen und die Lebensmittelversorgung von Haushalten. Vor allem in China mussten die Zahlen besonders stark ausgebessert werden.

"Die Veränderung der Unterernährungsschätzung für China bis ins Jahr 2000 führte zu einer deutlich geringeren Zahl von unterernährten Menschen weltweit", schreiben die Experten im Bericht. Laut einer FAO-Sprecherin sei dies eine "Routine-Anpassung". Die FAO hatte bereits vor sechs Jahren von einem Lichtblick im Kampf gegen den Welthunger und den sinkenden Zahlen gesprochen. Das Ziel, den Hunger bis zum Jahr 2030 zu stoppen, liegt nun in weiter Ferne. Bestätigt sich der Trend der vergangenen Studien, dann könnte es in zehn Jahren über 840 Millionen Menschen geben, die von Unterernährung betroffen sind.

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Asien hat am meisten hungernde Menschen

In Asien gibt es mit 380 Millionen die meisten Menschen auf der Erde, die unter Hunger leiden. Allerdings wurden hier schon Fortschritte im Kampf gegen den Hunger erzielt. Aber auch in Afrika steigen die Zahlen der Unterernährten sehr schnell. Wie die Studie zeigt, soll jeder vierte Mensch (zwei Milliarden Frauen, Kinder und Männer) in seinem Leben schon gehungert haben oder nicht gewusst haben, woher das Essen für die nächsten Wochen kommen soll.

  • Besonders Kinder können davon lebenslange gesundheitliche Schäden erleiden. Circa 21% (144 Millionen) der Kinder unter fünf Jahren waren 2019 wegen der Hungersnot zu klein.
  • Sieben Prozent (47 Millionen) derselben Altersgruppe (der unter 5-Jährigen) hatten Untergewicht für ihre Größe.
  • Gleichzeitig gehen die Experten davon aus, dass sechs Prozent (38 Millionen) der Kinder unter fünf Jahren übergewichtig sind.

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