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Corona-Quarantäne: Fälle der häuslichen Gewalt in China häufen sich

In vielen Teilen Chinas nahmen die Fälle der häuslichen Gewalt und Scheidungen zu. Grund dafür ist die Quarantäne während der Corona-Krise.

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Häusliche Gewalt in Quarantäne nimmt zu
Marco_Piunti / iStock

Seit über einem Monat befindet sich die chinesische Bevölkerung in vielen Teilen des Landes in Corona-Quarantäne. Das soll vor Neuansteckungen mit dem Coronavirus schützen, doch die Quarantäne ist besonders für Opfer häuslicher Gewalt ein schreckliches Erlebnis.

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Frauenrechtsaktivistinnen schlagen Alarm

Wie die deutsche Tageszeitung (TAZ) berichtet, sind immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt in China bekannt geworden. Frauenaktivistinnen und -orgnisationen erhalten verzweifelte Telefonanrufe von Betroffenen. Guo Jing aus Wuhan setzt sich für Frauenrechte ein und erzählt gegenüber dem Nachrichtensender BBC, dass junge Chinesinnen sie um Rat bitten, was sie in der Situation tun können. So würden die Betroffenen von gewalttätigen Ehemännern und Vätern berichten, doch sie wüssten nicht, an wen sie sich wenden können. "Gefangene" Ehefrauen leiden unter der Gewalt ihrer Partner und können aufgrund der Quarantäne nicht zu ihren Verwandten und Bekannten, um Unterschlupf zu suchen.

Da viele Pärchen auf engstem Raum zusammenleben, kommen in der Quarantäne Streitigkeiten hoch, die im normalen Alltag nicht problematisch wären. Konflikte eskalieren, da sich die Bewohner nicht nur um ihre körperliche Gesundheit, sondern auch um die wirtschaftlichen Folgen und ihre Zukunft sorgen. Infolgedessen stieg auch die Scheidungsrate in China.

Auch in Österreich steigt die Sorge vor dem Anstieg häuslicher Gewalt immer mehr: "Wir rechnen auch in Österreich mit ansteigender Gewalt an Frauen und Kindern während der Coronavirus-Krise", erklärt Maria Rösslhumer, die als Geschäftsführerin des Vereins  Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) tätig ist, gegenüber wien.ORF.at.

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Auch in der Quarantäne ist Anstand wichtig

Der deutsche Paartherapeut Hergen von Huchting rät in einem Interview mit Der Tagesspiegel sich in der Quarantäne bewusst Zeit füreinander zu nehmen. Zudem sollte man in so einer ungewöhnlichen Lage sehr kritischen Themen oder Streitpunkten aus dem Weg gehen: "(…) unter Druck lohnt es sich auch auf jeden Fall, einige heikle Themen auszuklammern. Zu sagen: Wir besprechen das, wenn wir wieder Platz dafür haben."

  • Platz schaffen ist wichtig, nicht nur für die Beziehung, sondern auch für sich selbst. Gemeinsam oder alleine zu meditieren oder im Wald spazieren zu gehen (falls noch erlaubt), kann dabei behilflich sein, die Zeit in der Quarantäne erträglicher zu gestalten.
  • Doch was passiert, wenn die Emotionen übergehen und ein Streit droht vollends zu eskalieren? "Wenn es denn mal hochkocht und eskaliert, kann man sich dann einfach aus dem Weg und ins andere Zimmer gehen, zur Not sich mal in der Küche einschließen", rät Huchting.

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Hilfe bei häuslicher Gewalt & allgemeinen Fragen

Falls du oder eine Person aus deinem Umfeld Opfer häusliche Gewalt seid, dann zögere nicht für dich oder einen anderen Betroffenen Hilfe zu rufen! Wende dich dafür an eine der folgenden Nummern (alle kostenlos und anonym):

  • Frauenhelpline: 0800 222 555
  • 24h Frauennotruf der Stadt Wien: 01 71 71 9
  • Frauenhausnotruf Wien: 05 77 22

Für Fragen zum Coronavirus hat die AGES ebenfalls eine 24-Stunden-Hotline unter der Nummer 0800 555 621 eingerichtet.

  • Im Verdachtsfall sollte man nicht einfach zum Hausarzt gehen oder ins Krankenhaus fahren. Das ist besonders wichtig, damit das Virus nicht in Arztpraxen oder Krankenhäuser eingeschleppt wird. Es besteht die Möglichkeit sich telefonisch krankschreiben zu lassen.
  • Rufe deinen Hausarzt an oder wende dich an das Gesundheitstelefon 1450.

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