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Österreich: 60 Prozent der Coronavirus-Cluster stammen aus Haushalten

60% der Corona-Cluster können im Bereich der Haushalte zugeordnet werden. Besonders lokale "Influencer" könnten bei der Einhaltung von Corona-Regeln helfen.

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Corona-Cluster Haushalt Österreich
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Hygienemaßnahmen und Registrierungspflichten in der Gastronomie sollen Cluster und Ansteckungen mit dem Coronavirus verhindern. Der Clusterbericht der "Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)" zeigt vor allem eines auf: 60% der Cluster werden dem Bereich der Haushalte zugeordnet. Treten sie noch dazu in einer Region gehäuft auf, kann dies zu gravierenden Problemen führen, wie "ORF.at"  berichtet.

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Pro Haushalt sind 3 Personen infiziert

Zwischen 5. und 11. Oktober wurden insgesamt 734 Infektionscluster mit 3.099 Betroffenen in ganz Österreich identifiziert. Pro Haushalt konnte eine Infektion mit dem Coronavirus bei durchschnittlich drei Personen festgestellt werden. "Wie das Virus in die Haushalte kommt, wissen wir nicht", sagte "AGES"-Chefepidemiologin Daniela Schmid gegenüber "ORF.at". "Jeder Haushaltscluster hat einen Quellenfall, dessen Quelle wiederum ungeklärt ist."

Wenn die Haushaltscluster immer mehr auftreten, dann spricht man von einer "Community Transmission". In diesen Fall verbreitet sich das Virus in einer bestimmten Region so stark, dass man einzelne Cluster nicht mehr voneinander abgrenzen kann und die Rückverfolgung einzelner Infektionsketten nicht mehr möglich ist.

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Salzburger Gemeinde Kuchl stark betroffen

Schmid ist der Meinung, dass man Haushaltscluster unbedingt eindämmen muss, denn: "Je mehr Haushaltscluster, umso eher bleibt ein Quellenfall offen." Vor allem die Anzahl der Haushaltscluster in einer bestimmten Region ist wichtig: "Je mehr es sind und je kleiner die Bevölkerungsgröße ist, in denen sie auftreten, umso mehr geht es in Richtung Community Transmission", erklärt Schmid. "Man muss sich sehr gut und immer von Woche zu Woche anschauen, in welcher Populationsgröße die Anzahl der Haushaltscluster auftritt."

Vor allem in der Salzburger Gemeinde Kuchl kann man die "Community Transmission" beobachten. Dort gehen die Cluster "ineinander" und werden dadurch nur noch schwer voneinander abgrenzbar. Die Gemeinde steht unter Quarantäne, damit sich das Virus nicht in anderen Orten verbreitet. In Kuchl selbst kann der Erreger zwar zirkulieren, doch ab einem gewissen Zeitpunkt ist die Durchseuchung so hoch, dass sich niemand mehr infiziert. Einen ähnlichen Effekt gab es in Ischgl.

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Lokale "Influencer" als Vorbilder

Schmid weist darauf hin, dass es eine neue Art der Kommunikation benötigt, damit sich die Bevölkerung an die Maßnahmen hält. Lokale "Influencer" wie Lehrer, Pfarrer oder andere Personen, die bei den Einwohnern beliebt sind, sollen bei der Umsetzung der Maßnahmen als Vorbilder für Jung und Alt dienen. Welchen Einfluss positive Vorbilder haben können, zeigt sich am Beispiel von Impfungen: "Ein Impfgegner und die gesamte Community lässt sich nicht impfen. Wenn der ‚Influencer‘ aber ein Impfbefürworter ist, ist die gesamte Community geimpft", erklärt Schmid.

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