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Coronavirus: So schlimm ist unsere Konsumgesellschaft

Schlägereien in Supermärkten, ausverkauftes Desinfektionsmittel und Einbrüche in Krankenhäusern. Die Corona-Krise zeigt mal wieder, wie unberechenbar unsere Konsumgesellschaft ist.

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Geschäft Angst Coronavirus
kmatija / iStock

Die österreichische Bevölkerung wurde aufgefordert, aufgrund des Coronavirus nur mehr für das Nötigste das Haus zu verlassen und soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. So soll man nur mehr aus dem Haus gehen, um Lebensmittel zu kaufen, arbeiten zu gehen (falls kein Homeoffice möglich ist) und um Kranken und Alten zu helfen. Sämtliche Restaurants, Cafés und weitere Geschäfte sind geschlossen.

Trotz regelmäßigen Anmerkungen der Regierung, dass es weder in der Lebensmittelversorgung noch beim Bargeld zu Engpässen kommen wird, kauften die Menschen wie verrückt ein. Zudem wurde in den letzten Tagen zwei- bis dreimal soviel Bargeld abgehoben als bisher. Denn die Menschen haben nicht nur am Angst um ihre Gesundheit, sondern auch wirtschaftliche Bedenken.

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Hamsterkäufe & Schlägereien

Die Corona-Krise hat unser Leben verändert und nun heißt es weiterhin: Abstand halten, Händewaschen und Ruhe bewahren. Doch schon vor der Ausgangsbeschränkung verfiel die verängstigte Masse in eine Art Kaufrausch. Unzählige Packungen Toilettenpapier, Nudeln, Reis, Mehl und Lebensmittelkonserven wurden gehamstert. In Supermärkten kam es zu Schlägereien, Kunden stahlen Waren aus fremden Einkaufswagen und verursachten  lange Schlangen an den Kassen. Wer nicht rechtzeitig vor Ort war, fand leere Regale auf. Zwar wurde oft genug darauf hingewiesen, dass es in der Lebensmittelversorgung zu keinen Engpässen kommen wird, doch dies hinderte kaum jemanden daran, sich mit übermäßigen Lebensmitteln und vor allem Klopapier einzudecken.

 

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Übermäßiger Konsum schadet

"Das, was hier passiert, dieses Bild – das ist die eigentliche Krise. Wir haben keine gesundheitliche Krise, wir haben eine humanitäre Krise", schreibt die Instagramerin Tara Wittwer unter das Foto eines alten Mannes in den USA, der vor einem leeren Supermarktregal steht. "Schaut euch dieses Bild an und überdenkt nochmal, ob ihr WIRKLICH 4 PACKUNGEN NUDELN braucht anstatt vielleicht nur eine oder zwei. DENKT AN ANDERE", betont Wittwer. Wenn sich unzählige Lebensmittel in den Regalen stapeln und meist zu viel gekauft wurde, steigt auch das Risiko der Lebensmittelverschwendung. Ein vermeidbares Problem, welches durch panische Handlungen kaum vermeidbar sein wird.

 

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Desinfektionsmittel aus Krankenhäusern gestohlen

Doch neben den undenkbaren Zuständen in den Supermärkten, kam es auch bei Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken zu Engpässen. In (Online-)Shops von Drogeriemärkten und Apotheken waren Desinfektionssprays, -gele und tücher schnell ausverkauft. Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken wurden von Unternehmen oder Privathändlern zu enorm hohen Preisen auf Amazon & Co verkauft. Der Online-Shop mahnte kurz darauf die Verkäufer ab und nahm die Produkte aus dem Sortiment.

Den Höhepunkt des "Panik-Konsums" wurde erreicht, als in Deutschland und Österreich mehrere Fälle bekannt wurden, dass in Krankenhäusern oder Arztpraxen Desinfektionsmittel gestohlen wurden. Das stellte für viele Ärzte und Krankenschwestern sowie -pfleger ein großes Problem dar. Wer sich nicht richtig desinfiziert und schützt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch Patienten:

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Ruhe bewahren, zuhause bleiben

Eins ist sicher: Ihr solltet unbedingt zuhause bleiben und Ruhe bewahren! Auch wenn im Moment Online-Shopping unglaublich attraktiv klingt, stellt euch eine einfache Frage: "Brauche ich das wirklich?" Zwar sind die Supermärkte auch weiterhin geöffnet, doch vermeidet unnötige "Shopping-Trips". Denn an den Kassen und Verkaufspults stehen immer noch Menschen, die ebenfalls eine Familie haben oder sich vor einer Ansteckung fürchten.

Plant eure Einkäufe und minimiert den Kontakt mit fremden Menschen. Nur so wird es uns gelingen, die Zahl der Neuinfektionen gering zu halten und wieder in den normalen Alltag zurückzukehren.

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