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Wie uns das Coronavirus in Panik versetzt

Mehrere Verdachtsfälle und ein bestätigter Infizierter in Österreich sorgen für Aufsehen, Hamsterkäufe und Evakuierungen häufen sich – wird die Panik vor dem Coronavirus nun immer präsenter?

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So versetzt uns das Coronavirus in Panik
Михаил Руденко / iStock

Evakuierte Schulen, Hamsterkäufe, ausverkaufte Mundmasken und Massenhysterie: Das Coronavirus hält im Moment die ganze Welt in Atem. Zwei Verdachtsfälle in Österreich ließen uns das Schlimmste befürchten. Doch ist die Panik vor dem Virus berechtigt?

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Italien stark betroffen

Seit Anfang des Jahres machen Nachrichten rund um das Coronavirus die Runde. In China, wo das Virus seinen Anfang nahm, gab es 508 neue Infektionen und 71 Todesopfer. Insgesamt erkrankten 77.658 Menschen, 2.663 Patienten starben. In Korea wurden 60 Neu-Infektionen bekannt, vor allem Mitglieder einer christlichen Sekte sind betroffen. Doch auch in Europa breitet sich die Lungenkrankheit immer weiter aus:

  • In Italien, vor allem in der Lombardei, die die Hauptstadt Mailand umgibt, haben sich mehr als 200 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Insgesamt elf Todesfälle sind bis dato bekannt, elf Städte wurden in Norditalien abgeriegelt. Kirchen, (leergeräumte) Supermärkte und Schulen sind geschlossen.
  • In Teneriffa wurde ein italienisches Touristenpärchen positiv auf das Coronavirus getestet und ins Krankenhaus gebracht. Die Folge: 1.000 Urlauber sitzen in dem Hotel, in dem auch die Italiener hausten, fest. Ganze 14 Tage soll das Hotel unter Quarantäne stehen.

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Anzeichen des Coronavirus

Laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit  (AGES) äußert sich die Krankheit durch grippeähnliche Symptome, wie

  • Fieber,
  • Husten,
  • Kurzatmigkeit,
  • Atembeschwerden.
  • In schweren Fällen ist eine Lungenentzündung oder Nierenversagen möglich.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sich regelmäßig die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Menschen, die Fieber oder Husten haben, sollte man aus dem Weg gehen. Beim Husten oder Niesen unbedingt den Ellbogen oder ein Taschentuch vorhalten!

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Impfstoff im Sommer 2021?

Ein chinesisches Forscherteam veröffentlichte Anfang Januar den genetischen Code des Coronavirus, damit Wissenschafter auf der ganzen Welt an einem Impfstoff arbeiten können. Normalerweise benötigt die Herstellung eines Impfstoffs 10-15 Jahre, deshalb ist die weltweite wissenschaftliche Gemeinschaft in Bereitschaft, in dieser Notlage zu helfen. Ein wirksamer Impfstoff wird voraussichtlich erst im Sommer 2021 einsatzbereit sein.

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Auch Panik ist ansteckend!

Während Italien als der "größte Herd" des neuartigen Virus betitelt wird, wurden auch vermehrt neue Meldungen über Infizierte in Österreich bekannt. Zwei vermeintliche Coronavirus-Betroffene in Tirol, eine tote Italienerin in Kärnten und ein Verdachtsfall an einem Wiener Gymnasium sorgten bei der Bevölkerung für Panik – diesbezüglich gab es jedoch schnell Entwarnung. Die erste Infektion wurde am 27.02.20 in Wien bestätigt: Ein 72-Jähriger befindet sich seitdem auf der Isolierstation der Rudolfstiftung in Wien-Landstraße.

Die Österreicher zeigen sich besorgt und fahren in die Stadt, um Hamstereinkäufe zu tätigen und die Vorräte aufzufüllen. Auch der Salzburger Zivilschutzverband rät seine Lebensmittel- und Wasservorräte aufzustocken: "Es geht nicht darum, Panik zu verbreiten, sondern für den Fall der Fälle gewappnet zu sein", sagt Wolfgang Hart, Geschäftsführer des Zivilschutzbandes gegenüber dem Online-Portal SALZBURG24.

Der Professor Davide Galli der Università Cattolica macht darauf aufmerksam, dass jeden Winter sehr viele Menschen an der Grippewelle sterben würden und versucht die Panik um das Coronavirus einzudämmen: "Es ist nicht die Pest, der gesunde Menschenverstand wird sich durchsetzen." Konstante TV-Bilder von infizierten Menschen, abgeriegelten Städten und Gasmasken lösen in der Bevölkerung jedoch Urängste aus. Denn nicht nur das Virus ist ansteckend – auch Panik kann einige Leute in Angst und Schrecken versetzen: "Panik ist ein schlechter Ratgeber, Hygiene besser als Hysterie," erklärt Psychiater Borwin Bandelow.

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Zu wenig Daten für offizielle Risikoeinschätzung

Dem Robert Koch Institut (deutsche Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten) liegen für eine tatsächliche Risikobewertung "gegenwärtig nicht genügend Daten vor": "Auf globaler Ebene handelt es sich um eine sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation. (…) Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. (…) Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als gering bis mäßig eingeschätzt."

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Im Verdachtsfall richtig handeln

  • Für Fragen zum Coronavirus hat die AGES eine 24-Stunden Hotline unter der Nummer 0800 555 621 eingerichtet.
  • Im Verdachtsfall sollte man nicht einfach zum Hausarzt gehen oder ins Krankenhaus fahren. Das ist besonders wichtig, damit das Virus nicht in Arztpraxen oder Krankenhäuser eingeschleppt wird.
  • Rufe deinen Hausarzt an oder wende dich an das Gesundheitstelefon 1450.
  • Menschen, die aus China oder Italien zurückgekommen sind und innerhalb 14 Tage nach ihrer Rückreise Symptome wie Fieber, Husten und Atembeschwerden aufweisen, sollten sich unbedingt an die Coronavirus-Hotline oder ihren Hausarzt wenden! Zudem sollten Betroffene den Kontakt zu gesunden Menschen meiden!

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