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Twitter: David Alaba wettert gegen Impfstofftestung in Afrika

Zwei französische Forscher sprechen über eine mögliche Impfstofftestung gegen das Coronavirus in Afrika. Das gefällt Fußballspieler David Alaba ganz und gar nicht, der auf Twitter seiner Wut freien Lauf lässt.

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David Alaba Twitter Coronavirus Studie
da_27/instagram

Der österreichische Fußballer David Alaba ist richtig wütend. Grund dafür sind die Aussagen von zwei französischen Wissenschaftern, die einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus in Afrika testen möchten. Was genau dahintersteckt, erfährst du hier.

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Impfstofftestungen in Afrika?

Während einer TV-Debatte auf dem französischen Fernsehsender LCI sprach Camille Locht, Forschungsleiterin der Inserm-Gesundheitsforschungsgruppe, über eine Impfstoffstudie gegen das Coronavirus in Europa und Australien. Jean-Paul Mira, der Leiter der Intensivstation des Krankenhauses Cochin in Paris, fragte sich, ob die Studie in Europa und Australien funktionieren würde, da die meisten Beschäftigten im Gesundheitswesen dort einen Zugang zu Schutzausrüstung hätten.

"Wenn ich ein bisschen provozieren darf, sollten wir diese Studie dann nicht in Afrika durchführen, wo es keine Masken, keine Behandlungen und keine Wiederbelebung gibt?", fragte der Wissenschafter. "Ein bisschen so, wie es bei einigen Studien über AIDS auch anderswo gemacht wird. Bei Prostituierten probieren wir Dinge aus, weil wir wissen, dass sie stark exponiert sind und sich nicht schützen", erklärt Mira weiter.

"Sie haben recht", antwortete Dr. Locht. "Wir sind dabei, über eine parallele Studie in Afrika nachzudenken."

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Afrika als Versuchskaninchen

Die kontroversen Aussagen lösten einen Shitstorm in den Sozialen Netzwerken aus. Auch David Alaba, dessen Vater aus Nigeria stammt, gefielen die Aussagen ganz und gar nicht. Er machte seinem Frust auf Twitter Luft: "Sind diese Typen Ärzte oder Clowns? Diese Art von Rassismus hätte ich mir nie vorstellen können. Schändlich und inakzeptabel", schrieb der Fußballer. "Wir müssen alle zusammenhalten und Hand in Hand arbeiten, um dieses Virus zu bekämpfen", betonte Alaba.

Auf Twitter, Instagram & Co ist die Rede davon, dass man Afrika als "Versuchslabor" ausbeuten möchte und das "Virus der Weißen" sich immer weiter auf dem Kontinent ausbreitet. Lange Zeit blieb Afrika von der Coronakrise verschont, doch seit Mitte März häufen sich dort ebenfalls die Infektionsfälle. Häufig führt die Spur einer möglichen Ansteckung nach Europa.

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WHO prangert rassistische Aussage an

Laut orf.at kündigte ein Anwaltskollektiv aus Marokko eine Klage aufgrund rassistischer Beleidigung gegen Jean-Paul Mira an. Dieser entschuldigte sich später in einer Aussendung des Pariser Krankenhauses: "Ich möchte mich bei all jenen entschuldigen, die verletzt und schockiert sind und die sich von meinen ungeschickten Äußerungen auf LCI beleidigt fühlen." Laut seinem Arbeitgeber wären die Worte Miras falsch aufgenommen und interpretiert worden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich ebenfalls schockiert von Miras Äußerungen. "Afrika kann und wird nicht für Impfstofftestungen bereitstehen", betonte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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