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Erwiesen! Vitamine C und D sowie Zink helfen nicht bei COVID-19

"Nimm die Vitamine C oder auch D ein, die helfen auch gegen COVID-19", hörten schon viele von uns in Zeiten der Corona-Pandemie. Aktuelle Studien räumen mit diesem Mythos aber endgültig auf.

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SOMKHANA CHADPAKDEE / iStock

Die Suche nach Möglichkeiten, den Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion bzw. von COVID-19 medikamentös zu beeinflussen, hat verschiedenste Mittel in Diskussion gebracht. Aber jetzt ist es fix: Vitamin C und/oder Zink bzw. Vitamin D helfen nicht. Auch für Plasma von COVID-19-Genesenen sieht es schlecht aus.

Zink & Vitamin C sorgen für keinen relevanten Unterschied

In Laien-, teils aber auch in Ärztekreisen, galt die hoch dosierte Einnahme von Zink und/oder Vitamin C bei SARS-CoV-2-Infektionen bis zuletzt noch als mögliches Prophylaktikum gegen schwere Krankheitsverläufe. Bei Vitamin C war das in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bei verschiedensten Erkrankungen der Fall. Die Ascorbinsäure ist ein Antioxidans. Zink wiederum soll bestimmte Immunzellen stärken.

Dieser Idee hat eine Studie von Kliniken der Cleveland-Gruppe aus den USA jetzt aber einen Riegel vorgeschoben. Hier die "hard facts":

  • 214 SARS-CoV-2-Infizierte nahmen teil, das Durchschnittalter betrug 45 Jahre, die Ergebnisse sind im Journal der American Medical Association (JAMA) erschienen.
  • Die Studienteilnehmer erhielten in vier gleich großen Gruppen zehn Tage lang entweder täglich 50 Milligramm Zink, acht Gramm Ascorbinsäure, beides oder nur die Standardbehandlung ohne diese Mittel.

Dabei zeigte sich: Egal, was die Probanden bekamen, das Ergebnis war ähnlich. Es wurde kein statistisch relevanter Unterschied erzielt. Ohne jede Beigabe besserten sich die Covid-19-Symptome durchschnittlich binnen 6,7 Tagen um 50 Prozent. Mit Vitamin C war das nach 5,5 Tagen der Fall. Mit Zink nach 5,9 Tagen und in der Kombination der beiden Substanzen wiederum nach 5,5 Tagen.

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Keine Wirkung durch Vitamin D

Ebenfalls keine Wirkung wurde von brasilianischen Ärzten mit einer einmaligen hoch dosierten Vitamin D-Gabe bei hospitalisierten COVID-19-Patienten mit zusätzlichem Sauerstoffbedarf erzielt. Auch diese Studie erschien vor kurzem in JAMA. 240 Patienten hatten entweder einmal 200.000 Internationale Einheiten (IU) Vitamin D3 zum Schlucken bekommen oder ein Placebo. Auch hier zeigte sich: Die Vitamin-Gabe brachte weder einen kürzeren Krankenhausaufenthalt noch weniger Aufnahmen in eine Intensivstation oder eine geringere Mortalität.

"Während dieser ganzen Pandemie haben wir schon gesehen, wie biologische Plausibilität und Daten aus Beobachtungen sich oft nicht in Studien mit Placebo-Kontrolle und Zufallszuteilung der Patienten in Vergleichsgruppen in bessere Behandlungserfolge umsetzen ließen", erklärt die Medizinerin Patricia Kritek von der amerikanischen Gesellschaft der Lungenspezialisten in einem Kommentar.

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So hilft das Plasma von Genesenen

Bis zu einer Pressekonferenz brachte es im Juni 2020 auch in Österreich das sogenannte Konvaleszentenplasma: das Blutplasma von Covid-19-Genesenen. Die darin enthaltenen Antikörper gegen SARS-CoV-2 sollten Schwerkranken helfen. Einzelfälle wurden als Beispiel für den positiven Effekt bei COVID-19 präsentiert. In einer Medienkampagne wurde breit zum Plasmaspenden aufgerufen. Kein Wunder, hatte sich in der Vergangenheit die Gabe von Blutplasma noch oftmals bewährt. Das zugrundeliegende Prinzip des Konvaleszentenplasmas ist keineswegs neu und wurde in bereits bei verschiedensten Infektionskrankheiten eingesetzt.

Die Wissenschaft spricht derzeit allerdings gegen einen breit nachweisbaren Effekt von Konvaleszentenplasma. Ebenfalls in JAMA ist vor kurzem eine Meta-Analyse von vier publizierten Studien über die Wirksamkeit mit 1.060 Patienten erschienen. Hinzu kamen die Daten aus weiteren sechs noch nicht veröffentlichten wissenschaftlichen Untersuchungen mit vielen tausend Behandelten.

Das Fazit: Zwischen den Patienten, die in den ersten vier veröffentlichten wissenschaftlichen Untersuchungen mit dem Plasma behandelt wurden und jenen, die keines erhielten, gab es nur einen statistisch nicht signifikanten Unterschied in der Sterblichkeit von sieben Prozent. Bei der Auswertung der Informationen von 10.722 Patienten mit oder ohne Plasmabehandlung war der Unterschied bei zwei Prozent. Auch bei allen sonstigen Kriterien für den Verlauf von COVID-19 zeigte sich kein Effekt. (APA Science/red.)

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