News

Grüner Corona-Pass: Die Idee dahinter, die Probleme dabei

Österreichs Bundeskanzler will einen grünen Corona-Pass für Reisefreiheit auf EU-Ebene. Das spricht für diese Idee, diese Probleme gibt es dabei.

  • Drucken
Maridav / iStock

Wieder einmal ist es Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, der in Sachen Corona auf EU-Ebene einen ersten Vorstoß wagt. "Es braucht einen grünen Pass für jeden, der geimpft ist, oder gerade Corona hatte und dadurch immun ist, oder einen neuen Test gemacht", erklärte der 35-Jährige jüngst. Ein Corona-Pass also – wir zeigen dir, was es dabei zu bedenken gibt.

Mehr dazu: Neue Corona-Mutation in Kalifornien! "Der Teufel ist schon da" 

Das große Ziel dahinter: Im Sommer soll trotz der Corona-Pandemie wieder Reisefreiheit gelten. Ein EU-weit geltender Pass könnte dabei laut Kurz "eine gute Basis dafür darstellen, dass wir ordentlich durch den Sommer kommen." Diese Pass soll in digitaler Form kommen, jeder sollte sich damit selbst mit dem Handy ausweisen können. Als Vorbild dient dabei Israel, das bereits einen solchen Corona-Pass eingeführt.

Das spricht für den Corona-Pass:

Das Recht auf Reisefreiheit zählt zu unseren Grundrechten, wurde aber aufgrund der Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung von SARS-CoV-2 aufgehoben. Durch die Impfung und den damit einhergehenden Schutz für einen selbst sowie den Mitmenschen bietet sich jetzt aber die Möglichkeit, diese Einschränkung wieder aufzuheben.

Weiters sind Länder wie Österreich stark von den Einnahmen aus dem Tourismussektor abhängig. Wenn nach der Wintersaison jetzt auch der Sommer 2021 touristisch ins Wasser fällt, hätte das gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation, Stichwort Massenarbeitslosigkeit. Ein freies Reisen quer durch Europa dank eines Corona-Pass könnte dem Tourismus die dringend benötigte Perspektive verschaffen.

Und dann gibt es noch das ganz persönliche Empfinden. Je länger wir das Gefühl haben, dass wir durch die Corona-Maßnahmen quasi "eingesperrt" sind, umso stärker wächst bei vielen das Bedürfnis nach einem Tapetenwechsel in Form eines Urlaubs. Sommer, Sonne und Strand stärken nachweislich auch unsere Psyche – und etwas Balsam auf die Seele ist nach all den Belastungen der Corona-Krise sicher nicht verkehrt…

Das spricht gegen den Corona-Pass:

Die Europäische Union kann in Sachen Corona-Impfung bei weitem nicht dem "Vorbildland" Israel mithalten. Mehr als vier Millionen Israeli wurden bereits zumindest einmal geimpft, die zweite Teilimpfung haben bereits ca. drei Millionen Menschen erhalten. Zum Vergleich: In Österreich erhielten bei vergleichbaren Gesamtbevölkerungszahlen mit Stand 25. Februar 2021 nur knapp 240.000 Menschen die erste Teilimpfung. Vollständig geimpft sind gerade einmal nur knapp 212.000 Personen.

Und solange die Corona-Impfung für die überwiegende Mehrheit nur ein frommer Wunsch ist, stellt sich die Frage, ob man bereits über Vorteile, die sich Geimpften bieten sollen, sprechen sollte. Der Corona-Pass könnte zu einer Zweiklassengesellschaft führen und zum Beispiel junge, gesunde Leute, die wohl am längsten auf ihre Impfung warten müssen, benachteiligen. Was tun, wenn diese auf die Idee kommen, dass sie sich absichtlich mit Corona infizieren, um nach einer überstandenen COVID-Erkrankung immun zu sein? Dann könnten auch sie im Sommer verreisen…

Bedenken äußern auch Datenschützer: Wer garantiert die Sicherheit dieser höchst sensiblen Gesundheitsdaten?

Es zeigt sich: Es gilt noch jede Menge offene Frage beim Thema Corona-Pass zu klären…

Mehr dazu: Heuschnupfen oder Corona – so erkennst du den Unterschied

 

 

 

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.