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Alle Intensivbetten durch Corona-Patienten belegt: Was bedeutet Triage?

Immer mehr Menschen infizieren sich mit SARS-CoV-2, Experten erwarten in Österreich bald 5.800 Neuinfektionen am Tag. Das würde bedeuten, dass in Kürze alle Intensivbetten belegt sind. Wie im Frühjahr macht das Wort „Triage“ die Runde – aber was bedeutet das genau? 

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Triage Intensivbett Österreich Coronavirus
gorodenkoff / iStock

Landen immer mehr Corona-Patienten auf den Intensivstationen, könnte der "Worst Case" eintreten: Das Gesundheitssystem ist an seinen Grenzen angelangt, für Menschen mit schweren Krankheitsverläufen sind keine Intensivbetten mehr verfügbar.

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Wer entscheidet, wer leben darf?

Und genau hier kommt die Triage ins Spiel. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet "Auswahl". In der "Medizinersprache" bedeutet das:

  • Das medizinische in den Krankenhäusern muss unter enormen Druck, psychisch wie zeitlich, entscheiden, wer eine lebensrettende Behandlung auf der Intensivstation erhält und wer nicht.
  • Bereits ohne Corona waren die Intensivstationen in Österreich zu 85 Prozent ausgelastet, auf eine Pandemie wie die Jetzige war Österreichs Gesundheitssystem, das zu den besten der Welt zählt, schlicht nicht vorbereitet.

Damit Ärzte in Sachen Triage nicht völlig auf sich alleine gestellt sind, veröffentlichte die "Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin" (ÖGARI) bereits Mitte März eine "klinisch-ethische Empfehlung für Beginn, Durchführung und Beendigung von Intensivtherapie bei COVID-19-PatientInnen".

Mehr dazu: Coronavirus: Schärfere Maßnahmen in Österreich geplant

Kurzfristige Überlebenschance wichtigstes Kriterium

Inhalt: Als wichtigste Entscheidungshilfe für eine Triage wurde dabei die kurzfristige Überlebensaussicht den Patienten festgemacht.

  • Patienten mit sogenannten Komorbiditäten (diese leiden an mehreren diagnostisch unterscheidbaren Grundkrankheiten), haben eine schlechtere Chance auf eine lebensrettende Behandlung.
  • Ethische Prinzipien wie Gerechtigkeit, Nichtschaden für das Gesundheitssystem, Wohltun und Autonomie werden in der Empfehlung ebenfalls als Entscheidungshilfen angeführt.

"Wir wünschen uns, dass die folgenden Überlegungen und Empfehlungen lediglich das schlimmste vorstellbare Szenario betreffen, das sich hoffentlich durch die nun anlaufenden Maßnahmen noch abwenden lässt", hielt die ÖGARI im Frühjahr fest. Worte, die jetzt wieder aktuell sind…

Lies hier die Warnung der "ÖGARI" vom 28. Oktober, dass die intensivmedizinischen Ressourcen rasch an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen nach. Und hier findest du die Behandlungsempfehlung für Intensivtherapie von Corona-Patienten zum Nachlesen.

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