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Produktion eingeschränkt: Kondommangel wegen Corona-Krise?

Aufgrund der Corona-Krise wurden mehrere Produktionsstätten von Präservativherstellern geschlossen. Dies könnte zu einem Kondommangel führen.

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Kondommangel Coronakrise
CatLane / IStock

Sporteln, Netflix schauen, Musik hören und Sex? In der Isolation gibt es einige Dinge, die uns von der Corona-Krise ablenken können. Mit seinem Partner zu schlafen könnte eines davon sein. Dies kann jedoch zu einer anderen Krise führen, denn der weltweit führende Hersteller Karex aus Malaysia verkündet, dass es Engpässe bei der Kondomproduktion gibt.

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Kondome werden teurer

Karex hatte im Zuge der Corona-Krise seine Kondomproduktion heruntergefahren. Jetzt warnt das Unternehmen, welches jedes fünfte Kondom weltweit herstellt, vor einem Engpass! Die drei Fabriken wurden von der Regierung geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Auch in Produktionsländern wie China und Indien stehen die meisten Fabriken still. Laut der Nachrichtenagentur AFP wird das Unternehmen zwischen Mitte März und Mitte April 200 Millionen weniger Gummis herstellen. "Falls sich die Situation nicht verbessert, werden wir ohne Zweifel eine Kondom-Knappheit bekommen", sagte Karex-Geschäftsführer Goh Miah Kiat gegenüber AFP. Doch nicht nur der Engpass ist ein Problem, auch die Preise werden sich ändern: "Die Welt wird sich darauf einstellen müssen, dass Kondome etwas teurer werden", sagt Goh Miah Kiat weiter.

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Zahl ungewollter Schwangerschaften könnte steigen

Das Unternehmen stellt jährlich fünf Milliarden Präservative her und exportiert in mehr als 140 Länder. Dort werden die Kondome unter den Namen Durex oder Carex  verkauft. Die malaysische Regierung gab grünes Licht, die Fabriken wieder zu öffnen, doch nur mit der Hälfte der Belegschaft. Dies verzögert zusätzlich die Produktion. Die Vereinten Nationen (UNO) schlugen ebenfalls Alarm. Die vermehrten Grenzschließungen in der Corona-Krise beeinträchtigen die Lieferung.

Da Karex auch an die Bevölkerungsfonds der UNO liefert, die Präservative in Entwicklungsländern verteilen, stehen sie vor einem weiteren Problem: "Meine Sorge ist, dass für viele humanitäre Programme tief unten in Afrika der Mangel nicht nur zwei Wochen oder einen Monat betragen wird. Dieser Mangel kann sich über Monate hinziehen", Goh Miah Kiat gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Dies könnte zu einer Vielzahl an ungewollten Schwangerschaften führen, warnt die UNO.

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Menschen kaufen mehr Kondome

In Ländern wie Frankreich, Australien oder Deutschland kauft die Bevölkerung deutlich mehr Kondome – insofern es welche gibt. Laut der Süddeutschen Zeitung waren Gummis in einer Lidl-Filiale in Wuppertal schon vor zwei Wochen ausverkauft.

Kondomhersteller Ritex verzeichnete in den vergangenen Wochen eine "extreme Absatzsteigerung", so hätten sie im März den stärksten Umsatz in der Geschichte mit 12,7 Millionen verkauften Kondomen. Zum Vergleich: Im März 2019 wurden nur 6,7 Millionen verkauft.

Im Gegensatz zu Karex produziert Ritex in Deutschland, der Kondom-Nachschub ist hier nicht durch geschlossene Fabriken in Asien gefährdet. "Als Medizinproduktehersteller haben wir generell hohe Hygienestandards im Einsatz, sodass unsere Produktionsabläufe durch die aktuelle Situation nicht eingeschränkt werden müssen", so eine Ritex-Sprecherin. Das Unternehmen würde demnach nicht mit Engpässen rechnen.

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Regionale Verhütungsmittel kaufen

Auch in der "Iso" ist Verhütung wichtig! Damit sich beide Partner effektiv schützen können, empfehlen wir dir Produkte von regionalen Kondomherstellern zu kaufen! Achte zudem auf die Inhaltsstoffe, greife vermehrt zu Öko-Gummis und unterstütze so auch kleinere Betriebe in der Corona-Krise!

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