News

Neuer Tagesrekord in Österreich: Mehr als 4.000 Corona-Infektionen

Österreich verzeichnet mit über 4.000 Neuinfektionen höchsten Tageszuwachs seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Laut der Bundesregierung werden am 31. Oktober neue Maßnahmen verkündet.

  • Drucken
Österreich Coronavirus
Jozsef Zoltan Varga / iStock

In einer Pressekonferenz gab die österreichische Bundesregierung bekannt, dass alle Österreicher ihre sozialen Kontakte reduzieren und vor allem auf Familienzusammenkünfte zu Allerheiligen oder Halloweenpartys verzichten sollen. Weitere Corona-Maßnahmen werden jedoch erst am Samstag bekannt gegeben.

Mehr dazu: Coronavirus: Schärfere Maßnahmen in Österreich geplant

Bis Ende nächster Woche mehr als 5.800 Infektionen täglich

Mit exakt 4.453 Neuinfektionen zählt Österreich zurzeit den höchsten Tageszuwachs seit dem Ausbruch der Pandemie. "Unsere Kapazitäten sind wie in jedem Land der Welt beschränkt", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz in der heutigen Pressekonferenz. Damit deutet er vor allem auf die Intensivmedizin an, die hierzulande bei rund 6.000 Neuinfektionen als überbelastet gilt. Doch was passiert bei einer Überbelastung?

Das bedeutet nicht nur, dass Eingriffe wie z.b Operationen verschoben werden, sondern auch, dass Ärzte entscheiden müssen, wem geholfen wird und wem nicht. "Die Situation ist in ganz Europa derzeit dramatisch", erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

  • Im Moment haben wir in Österreich im Durchschnitt 2.200 Neuinfektionen pro Tag. Nach den 15- 24-Jährigen sind mittlerweile die über 85-Jährigen die zweitgrößte betroffene Gruppe.
  • Laut den Prognosen werden die Infektionen weiter steigen, so sollen 5.800 Fälle pro Tag bis Ende nächste Woche möglich sein. Setzt sich dieser Trend fort, könnte "eine Überschreitung der Kapazitätsgrenzen Mitte, Ende November eintreten." Anschober mahnt daher: "Wir haben einen akuten Handlungsbedarf, um diese Entwicklungen zu stoppen."

Mehr dazu: Slowakei will fast die gesamte Bevölkerung testen

"Wir leben in einem der besten Gesundheitssysteme weltweit"

Herwig Ostermann, Leiter von "Gesundheit Österreich" erklärte die Lage in den Intensivstationen: "Von 100 Neuerkrankten landet eine Person binnen fünf bis sieben Tagen im Krankenhaus und muss auf der Intensivstation behandelt werden." Diese Patienten bleiben im durchschnitt 12,5 Tage auf der Station, um gepflegt zu werden. Im Moment befinden sich 250 Corona-Patienten auf der Intensivstation. „Die Intensivmedizin in Österreich ist gut ausgestattet", sagte der Leiter der Intensivmedizin Klaus Markstaller. Auf eine Pandemie war dieses System jedoch nicht vorbereitet. Um eine Überbelastung zu verhindern, gäbe es nur zwei Möglichkeiten:

  • Entweder man bremst die steigenden Infektionszahlen wieder ein oder man erweitert die Intensivmedizin.
  • Eine Erweiterung ist aber nur im geringen Umfang möglich. So kurzfristig kann nicht viel getan werden, denn die Umstrukturierung dauert meist Monate bis Jahre.

"Wir leben in einem der besten Gesundheitssysteme weltweit", betonte Markstaller.

Mehr dazu: 60 Prozent der Corona-Cluster stammen aus Haushalten

Neue Maßnahmen werden Samstag verkündet

"Wir bereiten gut vor, wir führen die notwendigen Gespräche", erklärte Bundeskanzler Kurz. Laut dem Regierungschef sind wir im Moment in einer Phase, in der sich die Zahl der Infektionen in einer Woche verdoppelt, dennoch informiert das Bundesministerium die Bevölkerung erst am Samstag, dem 31. Oktober, über neue Maßnahmen. "Es ist wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und entschlossen zu handeln", appelliert der Bundeskanzler. In Bezug auf Allerheiligen mahnt auch Kurz, auf Familienzusammenkünfte und Halloweenpartys zu verzichten. 

Mehr dazu: Infektionszahlen in Israel sinken nach zweiten Lockdown

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.