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Öko-Test: Flüssiges Plastik in Sonnencremes für Baby & Kinder entdeckt

Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" untersuchte 21 Sonnencremes für Kinder und Babys. Drei Viertel der Produkte wiesen flüssiges Plastik auf!

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Sonnencreme Kinder Baby Öko-Test
MarKord / iStock

Das Verbrauchermagazin Öko-Test untersuchte Kinder-Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ und die speziell für empfindliche Haut geeignet sind. Zudem wurden die Produkte als "sensitiv" oder "parfümfrei" angepriesen. In drei Viertel der 21 getesteten Sonnencremes für Kinder und Babys fand das Verbrauchermagazin flüssiges Plastik und hormonell wirksame UV-Filter.

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Chemische UV-Filter in Sonnencremes

Nur zwei der getesteten Sonnenmilchprodukte konnten mit der Bestnote bewertet werden. Neun weitere Cremes bekamen die Beurteilung "gut". Von zwei Produkten raten die Experten ab, die restlichen Cremes sind mittelmäßig bewertet worden. Erfreulich findet Öko-Test vor allem, dass keine gesundheitsschädlichen Substanzen oder Duftstoffe in den Produkten gefunden wurden.

Das Verbrauchermagazin entdeckte jedoch, dass acht Produkte UV-Filter verwenden, die die Wirkstoffe Octocrylen und Homosalat beinhalten. Diese können, wie viele andere chemische Filter, in die Blutbahn gelangen. Experten zufolge stehen sie im Verdacht, das Hormonsystem zu stören. Öko-Test empfiehlt daher eher Sonnencremes mit mineralischem UV-Filter für Kinder und Babys.

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Flüssiges Plastik in Sonnencremes

Doch neben den chemischen UV-Filtern werden auch Kunststoffverbindungen wie Silikon oder Acrylate in den Produkten kritisiert. Knapp drei Viertel der Cremes wiesen flüssiges Plastik auf. Die Polymere gelangen beim Baden von der Kinderhaut direkt ins Meer oder in den See. Das wird weiter über das Abwasser in die Umwelt gespült, wo sie kaum wieder abgebaut werden. Ein Hersteller behauptete gegenüber Öko-Test, dass das Plastik notwendig sei, um die Creme wasserfest zu machen. Das Verbrauchermagazin weiß jedoch, dass andere Hersteller im Test auch ohne diese Inhaltsstoffe auskommen und ihre Produkte trotzdem wasserfest sind.

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Naturkosmetik überrascht im Test

Öko-Test ist von den Naturkosmetikcremes etwas enttäuscht, denn kein Produkt hat im Test mit "sehr gut" abgeschnitten. Obwohl die Cremes auf mineralische UV-Filter wie Titandioxid und Zinkoxid zurückgreifen, sammelten sie mit kritischen Inhaltsstoffen. wie Nanomaterial, Minuspunkte.

  • Unter Nanopartikeln versteht man winzig kleine Teilchen, die laut EU-Definition in der Größe zwischen 1 und 100 Nanometer liegen.
  • Titandioxid wird (laut Empfehlung der EU) in der Zutatenliste erst als Nanomaterial deklariert, wenn über die Hälfte der Partikel in diesem Größenspektrum vorliegen.
  • Die Ergebnisse aus dem Labor zeigen, dass bei allen fünf getesteten Naturkosmetikcremes sogar 80% Nanopartikel ermittelt wurden. Die Hersteller beteuern gegenüber dem Verbrauchermagazin, dass kein Nanotitandioxid eingesetzt wurde.

Der Begriff "Nano" ist bei vielen Naturkosmetikkunden verpönt. Titandioxid ist zwar auch in der Nanoform nicht schädlich, dennoch sind die Risiken durch Nanopartikel nicht vollständig geklärt. Die EU hat den Wirkstoff Titandioxid als "vermutlich krebserregend" eingestuft – aber nur, wenn es eingeatmet wird. In Sonnensprays ist deshalb Titandioxid als Nanomaterial verboten. Gebunden in Cremes besteht keine Gefahr, dass der Wirkstoff in die Haut gelangt.

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