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Corona: Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko in verschiedenen Räumen?

Dieser Frage hat sich nun ein Forschungsteam der TU Berlin gewidmet. So sind nach einer Studie Frisöre unbedenklicher als Restaurants & Co.

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Studie: Wie hoch ist das Infektionsrisiko in Innenräumen?
Prostock-Studio / iStock

In Österreich wird das soziale Leben derzeit wieder langsam nach oben gefahren, auch in Deutschland können Frisöre, Handel & Co vielleicht bald wieder schrittweise öffnen. Doch warum zuerst Frisöre & danach Fitnessstudios? Ein Forschungsteam der "TU Berlin" befasste sich nun mit dem Ansteckungsrisiko in verschiedenen Situationen bzw. Innenräumen und kam dabei zu interessanten Antworten. Hier erfährst du, wo du dich laut der Modellberechnung am ehesten mit dem Coronavirus infizierst.

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Studie: Corona-Ansteckungsgefahr ist situationsbedingt

Während in Österreich der Handel, körpernahe Dienstleistungen oder Schulen wieder schrittweise geöffnet werden, wartet man in anderen Bereichen (Fitnessstudio, Restaurants & Co) noch vergeblich auf eine Rückkehr zur Normalität. Diese Strategie macht nach einer Forschung der "TU Berlin" durchaus Sinn: So geht aus dem Preprint der Studie hervor, dass das Ansteckungsrisiko in verschiedenen Innenräumen stark variiert. Mit Hilfe eines Infektionsrisikomodells untersuchten die Forscher verschiedene Faktoren, wie z.B. die Verteilung sowie die Dosis der aus- und eingeatmeten Aerosolen (kleinste Tröpfchen). Diese Faktoren werden wiederum durch die Atemaktivität, Abstands- und Hygieneregeln, Lüftungskonzepte sowie durch die Belegung der Innenräume beeinflusst.

Anzumerken ist, dass die Ergebnisse vom "herkömmlichen" Coronavirus ausgehen. Bedeutet also, dass die Zahlen nur als Richtwerte für die Varianten von Sars-CoV-2 herangezogen werden können. Sie sind nach derzeitigem Wissenstand ansteckender und greifen demnach schneller die menschlichen Zellen an. Ebenso muss die Studie der TU Berlin noch von Experten überprüft und freigegeben werden.

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Frisör, Büro & Co: Welches Infektionsrisiko erwartet mich?

Doch nun zu den Ergebnissen der Studie: Nach den Modellberechnungen der "TU Berlin" kann sich das Infektionsgeschehen in verschiedenen Innenräumen ganz unterschiedlich ausbreiten. Zur Beurteilung der Ergebnisse wurde der "R-Wert" herangezogen. Dieser gibt an, wie viele Menschen sich mit dem Virus anstecken, wenn zum selben Zeitpunkt eine infizierte Person anwesend ist.

  • Kunstbegeisterte und Frisörbesucher können nun aufatmen: In diesen Bereichen ist der R-Wert mit 0,5 und 0,6 (maximal ansteckbaren Personen) am geringsten.
  • Auch im Supermarkt mit entsprechenden Hygienemaßnahmen beträgt der Wert 1,0 (eine infizierte Person infiziert eine weitere anwesende Person).
  • Ganz anders verhält es sich in Fitnessstudios. Hier ist z.B. die Atemaktivität deutlich höher als im Theater. Zur Erklärung: Die Atemaktivität bestimmt unter anderem die Aerosol-Dosis und -Verteilung.
  • Das führt im Umkehrschluss auch zu einer höheren Infektionsrate. So steckt eine infizierte Person im Fitnessstudio bei 50% Belegung und ohne Schutzmaske 3,4 weitere Personen an.
  • Im Restaurant beträgt der Wert bei 50% Belegung 2,3, im Großraumbüro mit 50% Belegschaft und ohne Schutzmaske sogar 8,0.
Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel Vergleichende Bewertung von Innenräumen hinsichtlich des situationsbedingten R-Wertes

Quelle: TU Berlin, Hermann Rietschel Institut

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