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Studie: Deshalb leiden viele Corona-Patienten unter Thrombose

Wissenschafter entdeckten, dass immer mehr Corona-Patienten unter Thrombose leiden. Doch was führt zu den Blutgerinnseln?

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Blutgerinnsel Coronavirus
Anut21ng / iStock

Weltweit untersuchen Mediziner das Coronavirus und versuchen ein wirksames Medikament dagegen zu entwickeln. Nun fällt den Ärzten auf, dass Corona-Patienten häufig eine gestörte Blutgerinnung aufweisen. Im schlimmsten Fall kann dies zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder sogar Amputationen führen.

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Studien zu Blutgerinnung bei Corona-Patienten

"Ich hatte 40-Jährige auf meiner Intensivstation, die Blutgerinnsel in den Fingern hatten und es sah so aus, als würden sie sie verlieren", sagte die Medizinerin Shari Brosnahan vom Universitätskrankenhaus Langone in New York gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Brosnahan spricht ein Phänomen an, welches in einer niederländischen Studie behandelt wurde. Die Studienergebnisse zeigen, dass fast jeder dritte Corona-Patient Komplikationen mit seiner Blutgerinnung hatte. Obwohl nur 184 Infizierte untersucht wurden, bezeichneten die Wissenschafter diesen Anteil als "bemerkenswert hoch".

Ein Forscherteam um den US-amerikanischen Arzt Behnood Bikdeli hat die Blutgerinnsel bei Corona-Patienten ebenfalls genauer untersucht. Die Wissenschafter sind der Meinung, dass das Risiko einer Thrombose durch das Coronavirus so hoch ist, dass Patienten "prophylaktische Blutverdünner" verabreicht werden sollten. Laut Bikdeli habe er schon Hunderte Blutgerinnsel in seiner Karriere gesehen, doch nie solch "anormale extreme Fälle".

Blutverdünner würden jedoch nicht allen Patienten helfen, wie Brosnahan gegenüber AFP klar stellt. Bei manchen Infizierten würden die Verdünner vielleicht anschlagen, bei anderen aber komplett wirkungslos sein. "Da gibt es zu viele Mikrogerinnsel und wir wissen nicht genau, wo die sitzen", sagt die Medizinerin weiter.

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Mehrere Ursachen für Thrombosen möglich

  • Warum sich Thrombosen bei COVID-19-Patienten bilden können, ist noch unklar. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass die meisten Infizierten mit diesem Symptom eine Vorerkrankung der Lunge oder des Herzens aufweisen. Dies würde das Risiko eines Blutgerinnsels erhöhen.
  • Ein weiterer Grund könnte auch das Coronavirus an sich sein. Ein Artikel im Fachmagazin The Lancet zeigt, dass die Coronaviren die innere Zellschicht der Blutgefäße und Organe angreifen und infizieren können. Das kann in Folge ebenfalls zu Thrombosen führen.
  • Auch die Tatsache, dass Corona-Patienten meist sehr lange im Krankenbett auf Intensivstationen liegen, könnte die Thrombosebildung unterstützen.

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