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Studie: Überleben Coronaviren auch in der Luft?

Eine neue Studie zeigt, dass sich das Coronavirus auch durch die Luft verbreiten könnte.

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Coronavirus Luft Studie
gemphotography / iStock

Das Coronavirus breitet sich in Europa immer weiter aus. Die Lungenkrankheit wird vor allem über Tröpfchen- und Kontaktinfektionen weitergegeben. Ein Ansteckungsrisiko über die Luft wurde bisher nicht nachgewiesen. Eine neue Studie will nun das Gegenteil beweisen.

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Ansteckung über die Luft möglich?

Anhand einer kürzlich veröffentlichten Studie im Fachmagazin New England Journal of Medicine (NEJM) wollen Wissenschafter aufzeigen, dass eine Übertragung des Virus per Aerosol (Schwebeteilchen) in der Luft möglich ist. Experten sind allerdings der Meinung, dass man diesem Ergebnis nicht so schnell vertrauen sollte. Demnach kann man durch die Studie nicht herauslesen, ob sich Menschen mit dem Virus anstecken können, wenn ein Kranker hustet, die Krankheitserreger in der Luft verbreitet und sie später mit dieser "kontaminierten Luft" in Berührung kommen.

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Experiment nicht realistisch

Fakt ist, dass das Coronavirus hauptsächlich über die Atemwege verteilt wird, also wenn jemand beim Husten Speicheltröpfchen ausstößt oder die Krankheitserreger durch Körperkontakt überträgt. Deshalb ist ein Abstand zu deinen Mitmenschen von mindestens 1,5 bis 2 Metern wichtig!

Die neue Studie will jedoch beweisen, dass das Virus bis zu drei Stunden lang als Schwebeteilchen in der Luft überleben kann. Dafür sprühten die Wissenschafter das Virus in die Luft. Sehr realitätsnah sei das Experiment aber nicht, denn wenn ein Erkrankter hustet oder niest, fallen die Tröpfchen im Vergleich zum Aerosol ziemlich schnell zu Boden, weil die Tröpfchen schwerer sind als die Schwebeteilchen aus einer Sprühflasche, wie Paul Hunter der University of Eas Anglia erklärt.

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Virus überlebt auf Oberflächen

Die Studienergebnisse zeigen, dass das Virus bis zu drei Tage lang auf Kunststoff- oder Edelstahloberfllächen nachweisbar ist, auf herkömmlicher Pappe sogar bis zu 24 Stunden. Ob man sich beim Berühren der kontaminierten Oberflächen mit dem Virus infiziert, wenn man sich anschließend ins Gesicht fasst, hängt von der Menge der Viren ab, wie der deutsche Virologe Christian Drosten der Charité in Berlin erklärt: "Wenn man sich diese Daten in diesem Papier mal anschaut, dann es ist gar nicht klar, wie viel Virus in welcher Form auf diese Testoberflächen aufgetragen wurde. Da steht einfach nur, da wurde Virus auf die Oberfläche gegeben. Aber es ist ein großer Unterschied, ob dieses Virus in einem großen oder in einem kleinen Flüssigkeitstropfen ist – oder in einem Tropfen, der fast gar kein Volumen hat", zitiert ihn die Tagesschau.

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Weitere Studien ausstehend

Dennoch ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass das Virus in der Luft überleben könnte. Sollte die Hypothese also stimmen und würden weitere Studien die Annahme bestätigen, müssten die bisherigen Schutzmaßnahmen angepasst werden. So würden Atemschutzmasken im Alltag auch für Nichtinfizierte hilfreich sein.

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