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Studie: Schützt uns Nikotin vor dem Coronavirus?

Eine neue Studie aus Frankreich zeigt, dass Nikotin möglicherweise einen Schutz gegen das Coronavirus bietet.

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Coronavirus Nikotin
Serhii Sobolevskyi / iStock

Französische Wissenschafter sind im Zuge der Erforschung des Coronavirus auf neue Erkenntnisse gestoßen. So soll Nikotin möglicherweise ein schützende Wirkung auf unseren Körper haben. Wie kann das sein? Die Forscher schlussfolgern schlicht aus der geringen Anzahl an Rauchern unter den Coronavirus-Patienten.

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Raucher seltener betroffen

In dem Pariser Krankenhaus La Pitié-Salpêtrière soll in Zukunft eine präventive und therapeutische Wirkung von Nikotinpflastern untersucht werden. Eine neue Studie aus Frankreich zeigt, dass von 500 COVID-19-Patienten (350 davon wurden im Krankenhaus behandelt und 150 hatten einen leichten Krankheitsverlauf) nur 5% Raucher waren, erklärte Sudienleiter Zahir Amoura, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Das seien 80 Prozent weniger Raucher unter den Corona-Patienten als in der allgemeinen Bevölkerung in der gleichen Alters- und Geschlechtskohorte. "Die Hypothese ist, dass Nikotin an Zellrezeptoren anhaftet, die vom Coronavirus genutzt werden und damit die Anhaftung des Virus verhindert", sagt Professor Jean-Pierre Changeux vom Institut Pasteur. Somit könne das Virus nicht in die Zellen eindringen und sich im Organismus ausbreiten.

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Nikotinpflaster als neue Behandlungsmethode?

Laut Studienleiter Amoura soll in weiteren Studien mit verschieden dosierten Nikotinpflastern erforscht werden, ob Pflegekräfte präventiv mit dem Aufkleber geschützt sind. Zudem möchte man herausfinden, ob man auch Patienten damit behandeln könnte. Damit weitere Untersuchungen durchgeführt werden, muss Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran jedoch noch zustimmen.

Dass der fragliche Zellrezeptor eine Rolle bei der Ausbreitung des Virus spielt, könnte laut den Wissenschaftern auch die Vielfalt der Symptome von COVID-19 erklären, darunter Verlust des Geruchssinns und neurologische Störungen. Dennoch sollte man jetzt natürlich nicht mit dem Rauchen beginnen, um sich zu "schützen". Die Wissenschafter sind immer noch der Meinung, dass Rauchen unserer Gesundheit schadet. 

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  • Fragezeichen sagt:

    Auch eine Studie aus USA und mehrere aus China zeigen, dass der Prozent der an Covid 19 erkrankten Raucher deutlich geringer ist als ihr prozentueller Anteil in der Gesamtbevölkerung, die Zahlen sind mehr als statistisch relevant!
    Die Frage ist nur warum, gut dass die Franzosen weiter forschen, statt dem Druck der Antitabak-Lobby nachzugeben!
    Wir haben im Moment nicht nur kein Impftoff, sonder auch keine Medikamente gegen Corona. Chroroquin ist ausgestiegen, über Remdesivir hört man auch schlechtes.
    Nikotin wäre billiger, überall vorhanden und ohne Nebenwirkungen. Aber vielleicht nicht als Pflaster, die Substanz muss ja vorwiegend im Rachenraum und in der Lunge:-)