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Studie: Jede zehnte Niederländerin oder Britin kann sich keine Tampons leisten

Die durchschnittliche Periode kostet hochgerechnet aufs Leben über 20.000 Euro und ist für zu viele ein nicht finanzierbarer Luxus.

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Tampons und Binden sind zu teuer
zoranm / iStock

Den Tampon versteckst du im Ärmel, wenn du zur Toilette gehst – offen über die Periode und ihre Begleiterscheinung sprechen? Davon sind wir leider selbst heute noch weit entfernt. Doch einmal im Monat zu bluten ist ein Luxus, den sich viele Frauen nicht leisten können: Das zeigt nun Studien aus den Niederlanden und Großbritannien.

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Kein Geld für Tampons

Frauenhygieneartikel zählen laut ihren Steuersätzen in vielen Ländern als Luxusgut – anders als Blumen oder gar Hotelübernachtungen. Während der Periode Tampons oder Binden zu benutzen, um den Alltag mit Regelschmerzen zu meistern, muss Frau sich demnach eben gönnen. Doch was, wenn Hygieneartikel nicht mehr ins Budget fallen? Zwei Studien aus Großbritanien und den Niederlanden ergaben nun, dass Tampons und Binden für (zu) viele Frauen nicht leistbar sind.

  • Jeweils 1000 Frauen wurden bei den Befragungen näher untersucht. Dabei waren die Mädchen zwischen 14 und 21 Jahren (Großbritannien) sowie zwischen 12 und 25 Jahren (Niederlande).
  • In beiden Fällen war klar: Es ist endlich an der Zeit, die Periode zu enttabuisieren und Frauen nicht für ihre Regelblutung zu bestrafen. Denn jede zehnte Frau in den angeführten Ländern kann sich keine Tampons oder Binden leisten.
  • Die Hälfte der Befragten fühle sich zudem schmutzig beim Menstruieren und schämt sich für ihre Periode.
  • Knapp ein Viertel der Niederländerinnen spricht deshalb überhaupt nicht über ihre monatliche Blutung. Doch wie auch, wenn jedes zehnte Mädchen in Großbritannien von ihren Eltern gebeten wird, das natürlichste Thema der Welt totzuschweigen?

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Zeitungen & Windeln als Alternative

Viele Mädchen (10-20%) müssen daher improvisieren: Wenn das Ausleihen von Damenbinden und Tampons der Freunde nicht zur Option steht, greifen Frauen sogar zu Zeitungen oder Windeln. Und auch, wenn die monatlichen Ausgaben für die meisten Frauen finanziell tragbar sind, summieren sie sich im Laufe der Zyklen. Eine britische Studie zeigte, dass der monatliche Blutverlust so teuer ist, wie ein Kleinwagen:

  • Insgesamt wurden 2.134 Frauen zu ihren Zyklusverhalten sowie die damit verbunden Kosten befragt. Geht man davon aus, dass Frauen ab 13 und bis 51 menstruieren, ergeben sich daraus 450 Zyklen.
  • Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben von rund 15 Euro wirken zunächst recht minimal, in Summe sind sie jedoch ein Vermögen. 20.400 Euro: Diesen Preis muss Frau für ihre monatliche Blutung hochgerechnet auf ein ganzes Leben zahlen.
  • Als ob Regelschmerzen nicht genug wären, blättert die durchschnittliche Frau demnach so viel Geld hin, wie für ein neues Auto.

Zwar gibt es heutzutage durchaus Alternativen zu den herkömmlichen Tampons und Binden, dennoch sollte es jeder Frau selbst überlassen sein, für welchen Hygieneartikel sie sich entscheidet. Bei der Wahl sollte daher nicht der Kosten-, sondern viel mehr der Wohlfühl-Faktor im Fokus stehen: Denn Frauen vollbringen ohnehin schon großartige Leistungen, obwohl sie von Unwohlsein und Periodenschmerzen geplagt sind.

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