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2,50 Euro für Schnitzel samt Beilage: Darum müssen die Rabattschlachten enden

XXXLutz möchte durch seine Rabattaktion Kunden anlocken, den Preis dafür zahlen Umwelt, Tiere & regionale Bauern.

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XXXLutz groteske Rabattaktion
RapidEye / iStock

Das Möbelhaus XXXLutz wirbt aktuell mit einer Aktion, bei der ein Schnitzel samt Beilage um 2,50 Euro angeboten wird. Das Schweinefleisch stammt angeblich zwar aus Österreich, das Putenfleisch aber wohl eher nicht. Auch die Herkunft der Eier für die Panier ist fragwürdig, denn in vielen Fällen stammen sie in der Gastronomie und in Großküchen aus bei uns bereits verbotener Käfighaltung und werden daher aus dem Ausland importiert, so der Initiator des Tierschutzvolksbegehrens gegnüber der APA.

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Umwelt, Tiere & Bauern zahlen den Preis der Rabattaktionen

Tierleid, Naturzerstörung und Bauernsterben landen mit am Teller – die aktuelle Werbeaktion von XXXLutz markiert einen neuen Tiefpunkt bei Rabattschlachten. Das Möbelhaus möchte durch seinen Verkaufsschlager Kunden anlocken, den Preis dafür zahlen jedoch Umwelt, Tiere und regionale Betriebe.

"Am Teller landen bei solchen Aktionen auch die Tierqual, der brandgerodete Regenwald und das heimische Bauernsterben. Denn solche Rabattschlachten und Extremaktionen sind nur möglich, weil die Herstellung von Fleisch spottbillig ist. Und durch seinen gestützten Verkauf kommt es zur systematischen Entwertung von Lebensmitteln, was den Druck auf eine möglichst billige Produktion weiter erhöht. Solche Fleischpreise sind nur möglich, wenn Tiere leiden, die Natur zerstört wird und kleinbäuerliche Betriebe zusperren – denn all das ist die Folge eines Systems, das auf Masse und möglichst niedrige Preise ausgerichtet ist.", sagte Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

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Tierschutzvolksbegehren fordert Taten

Initiator des Tierschutzvolksbegehrens Sebastian Bohrn Mena fordert die Politik nun zum Handeln auf, denn die Rabattschlachten haben ein drastisches Ausmaß angenommen. Der Entrüstung durch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, die solche Angebote als "moralisch verwerflich" bezeichnete, müssen daher nun endlich Taten folgen.

"Wir erneuern daher unseren Appell an die MinisterInnen Köstinger und Anschober, rasch einen Gipfel zum Ende der Rabattschlachten einzuberufen. Wir alle tragen eine Verantwortung diesen Negativkreislauf zu stoppen, besser heute als morgen. Gerade in der Krise, wo viel Steuergeld bewegt wird, wo Menschen ihr Konsumverhalten reflektieren und die Regionalität gestärkt werden sollte, besteht die Chance diesen Systemwandel einzuleiten. Nutzen wir sie!", so Sebastian Bohrn Mena zur derzeitigen Situation.

Das Tierschutzvolksbegehren fordert daher die Einberufung eines Gipfels unter Vorsitz von Landwirtschaftsministerin Köstinger und Konsumentenschutzminister Anschober, um breit und offen konkrete Ansätze zu diskutieren, wie der systematischen Entwertung von Lebensmitteln durch Industrie und Handel Einhalt geboten werden kann. Bislang wurde von der Politik darauf jedoch nicht reagiert. (APA/red)

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