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Nach Trump-Aussagen: Amerikaner gurgeln mit Bleichmittel

Nach einer Pressekonferenz des US-Präsidenten Donald Trump häufen sich im Bundesstaat Illinois die Anrufe bei der Giftnotrufzentrale. Immer mehr Menschen würden mit Bleichmittel gurgeln, um das Coronavirus abzutöten.

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Vergiftung USA
Maridav / iStock

Seit der letzten Pressekonferenz des US-Präsidenten Donald Trump häufen sich in den USA die Giftnotrufe. Der Grund dafür: Trump erwähnte in seiner Rede, dass die Einnahme oder das Spritzen von Desinfektionsmittel möglicherweise gegen das Coronavirus hilft.

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Gurgelwasser mit Bleichmittel

Die Giftzentrale im US-Staat Illinois hat nach der Pressekonferenz einen "signifikanten Anstieg" von Notrufen verzeichnet. Die Direktorin des Gesundheitsamtes Ngozi Ezike betonte, dass es sich um eine Steigerung der Anrufe in Zusammenhang mit Reinigungsmitteln handle. Demnach wurde versucht, durch eine Gurgelmischung aus Bleichmittel und Mundwasser "das Coronavirus zu töten".

Trump hätte die Ausführungen eines Regierungsexperten zum Anlass seiner Äußerungen herangezogen. William Bryan vom Heimatschutzministerium hätte erklärt, dass Bleich- und Desinfektionsmittel das Coronavirus auf trockenen metallischen Flächen wie Türklinken abtöten könnte. Darauf sagte Trump in seiner Rede: "(…) Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten – durch spritzen oder fast säubern. Es wäre interessant, das zu prüfen." Das sei natürlich den Ärzten überlassen, wie der Präsident betonte. Dennoch brachten diese Aussagen unzählige US-Bürger dazu, Bleichmittel zu gurgeln oder zu trinken.

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Trump wehrt sich gegen Shitstorm

Nach einem Shitstorm von mehreren Usern in den Sozialen Medien, ruderte Trump zurück. Er stellte klar, dass er seine Aussage "sarkastisch" meinte und keineswegs jemand dazu aufrufen wollte, Desinfektions- oder Bleichmittel zu sich zu nehmen. Auf Twitter machte er daraufhin seinen Frust über die regelmäßigen Pressekonferenzen Luft: "Was macht es für einen Sinn, Pressekonferenzen im Weißen Haus abzuhalten, wenn die Medien "nichts als feindselige Fragen stellen und sich dann weigern, die Wahrheit oder Fakten genau zu berichten." Laut Trump würden die Bürger nur "Fake News" vorgelegt bekommen. Dies sei den Aufwand nicht wert.

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"New York Times" kritisiert Trump

Die US-amerikanische Zeitung New York Times forderte in einem Kommentar, die Pressekonferenzen des Präsidenten nicht mehr live zu senden. Demnach würden die Live-Übertragungen an "journalistisches Fehlverhalten" grenzen. "Alles, was ein Präsident tut oder sagt, sollte dokumentiert werden. Aber alles ungefiltert zu senden, ist faul und unverantwortlich", heißt es im Kommentar weiter.

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