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Waldbrände in Tschernobyl: Kommt nun die Strahlung nach Österreich?

Die Waldbrände in Tschernobyl sind noch lange nicht gelöscht. Nun könnten durch die ungünstige Wetterlage radioaktive Wolken nach Österreich gelangen.

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Brände in Tschernobyl
fotokon / iStock

Seit Wochen breiten sich in Tschernobyl immer wieder Waldbrände aus. Vor knapp einer Woche behauptete die ukrainische Regierung, dass die Feuer gelöscht seien. Dies scheint nicht der Wahrheit zu entsprechen, da sich die Einsatzkräfte vor Ort nochmal verdoppelt haben. Nun werden Warnungen vor einer großflächigen Freisetzung von Radioaktivität immer lauter. Könnten die Brände auch Österreich bedrohen?

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Gefahr für Europa?

Der Brand lodert beim ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl, in dem sich 1986 eine Atomkatastrophe ereignete. Zudem wurde in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eine enorme Luftverschmutzung gemessen, die Strahlung sei aber noch in der Norm. Schon seit Anfang April kämpfen Feuerwehrleute gegen die Brände. Mehrere verlassene Dörfer brannten auch in der versuchten Sperrzone nieder. Die ukrainische Regierung geht davon aus, dass circa 12.000 Hektar Land abgebrannt sind, laut der Umweltorganisation Greenpeace, wären es sogar 48.000 Hektar.

Mediziner warnen nun, dass die Brände auch für Zentraleuropa zur Gefahr werden können: "Bei ungünstiger Wetterlage und Windrichtung könnte auch der Rest Europas von radioaktiven Wolken betroffen sein", kommentiert die Ärzteorganisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs).

Durch eine östliche Strömung könnten auch Strahlungen bis nach Österreich gelangen: "Man muss miteinbeziehen, dass es in der Luft zu Turbulenzen kommt, welche die radioaktive Strahlung stark ausdünnen", entwarnt Ubimet-Meteorologe Nikolas Zimmermann.

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Große Trockenperiode in Österreich

Zurzeit sind 1.400 Feuerwehrkräfte im Einsatz gegen die Brände. Sie konnten verhindern, dass das stark verstrahlte Kraftwerk von den Flammen erreicht wird. Verteilt sich der Brand auf verstrahlte Gebiete, steigt auch die Radioaktivität in den Rauchschwaden. Hier könnte Österreich auch ein Wetterumschwung in die Karten spielen und die Wolken von uns fernhalten, garantiert ist dies jedoch nicht.

Laut Zimmermann sei ein anderes Problem in Österreich zurzeit präsenter: "Wir müssen uns derzeit weitaus mehr Sorgen über die Trockenheit in Österreich machen. Es kommt zwar immer wieder zu Gewittern mit Niederschlägen, aber der Boden ist zu trocken, um den Regen aufzunehmen." Dies könnte vor allem die Landwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

In diesem Video seht ihr, wie sich die Brände in Tschernobyl vom 3.-14. April ausgebreitet haben:

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