Psychische Gesundheit

Brain Fog: Was tun gegen den Nebel im Gehirn?

"Nebel im Hirn" ist keine medizische Diagnose – aber eine gute Zusammenfassung für verschiedene Symptome. Was dahinter steckt.

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francescoch / iStock

Nebel im Hirn (engl. "brain fog") hat jeder ab und zu. Dazu braucht es nicht einmal unbedingt Alkohol am Vorabend oder einen Wetterumschwung. Wir alle kennen das Phänomen. Es geht vorüber und ist harmlos. Hält der Zustand länger an, bedeutet das auch nicht zwingend Grund zur Sorge. (Wieviel schlafen Sie aktuell? AHA!!) Es kann aber durchaus medizinische Ursachen haben, die einer Abklärung durch einen Arzt bedürfen. Hier ein paar Gründe, die hinter "brain fog" stecken können:

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Schwangerschaft, kein Schlaf oder doch Wechseljahre?

  • Sie sind schwanger: Viele Frauen haben während der Schwangerschaft Gedächtnisprobleme. Der Hormoncocktail, der nötig ist, um ein Baby auszutragen, vernebelt das Gehirn. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich unbedingt an Ihren Arzt.
  • Sie stillen gerade: Ja, sogar Stillen kann vielen Mütter stark zusetzen. Dieses Phänomen ist auch als Stilldemenz bekannt. Kombiniert mit Schlafdefizit ist es manchmal sehr schwer sich noch richtig zu konzentrieren. Da brauchen Sie sich nicht weiter wundern, wenn Sie aus dem Zimmer gehen und nicht mehr wissen, was Sie eigentlich wollten.
  • Sie bekommen zu wenig Schlaf: Wer nach dem Feiern kein Auge zu bekommt, muss am nächsten Tag etwas angeschlagen in die Arbeit. Wer jedoch regelmäßig durchzechte Nächte (sei es aufgrund von Partys oder Schlafstörungen) durchmacht, muss handeln. Zu wenig Schlaf macht uns reizbar und schwächt unsere Konzentration. Im Notfall sollten Sie Ihren Arzt konsultieren!
  • Wechseljahre: Etwa ein Jahr nach der letzten Regelblutung erleben viele Frauen neben Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, auch Konzentrationsschwierigkeiten. Reden Sie am besten mit Ihrem Arzt über die anhaltenden Symptome.
  • Medikamente: Nicht jeder Organismus reagiert gleich. Vielleicht vertragen Sie die verordnete Medikation oder Dosierung nicht. Oft gibt es alternative Präparate – erkundigen Sie sich!

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Verschiedene Erkrankungen als Auslöser

  • Depression: Nicht jede Depression manifestiert sich in trüben Gedanken und einem Stimmungstief. Häufig fühl es sich einfach so an als wäre der persönliche Akku leer. Man ist müde, kraftlos und das Hirn läuft (gefühlt) auf Sparflamme. Auch hier kann ein Gespräch mit dem Arzt helfen.
  • Multiple Sklerose (MS): Etwa die Hälfte aller MS-Patienten ist von Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen betroffen. Wenn eine Umstellung der Medikation nicht hilft (oder nicht möglich ist), erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt nach geeigneten Übungen zum Gedächtnistraining. Es gibt auch spezielle neurologische Apps und Programme, die das Gehirn auf Trab halten.
  • Chronisches Fatigue Syndrom: CFS ist ein Zustand, bei dem Körper und Geist lange Zeit sehr, sehr müde sind. Ein Heilmittel ist noch nicht bekannt, aber einige Medikamente erleichtern die Symptome; Sport und Gesprächstherapien können helfen.
  • Lupus: Systemischer Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Abwehrmechanismen, die eigentlich vor Infektionen und Krebs schützen sollen, gegen das gesunde Gewebe richten. Die Ursachen sind noch nicht genau bekannt.

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  • Werner Szlamar sagt:

    fühl mich seit zwei Jahren immer benebelt, nicht klar im Kopf, kann mich schlecht fokussieren, nehme auch seit dieser Zeit ( fast drei Jahre schon Schlafmittel, ohne die es nicht geht, meist 5 mg. manchmal 10. Bin ratlos.

    • Redaktion sagt:

      Lieber Herr Szlamar,

      da Ihre Symptome schon über einen längeren Zeitraum präsent sind, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren!

      Wir wünschen Ihnen alles Liebe & baldige Besserung,

      freundliche Grüße, Ihr gesundheitstrends.com-Team