Psychische Gesundheit

Warum Ihr Hirn so benebelt ist

"Nebel im Hirn" ist keine medizische Diagnose – aber eine gute Zusammenfassung für verschiedene Symptome. Was dahinter steckt.

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Frau mit einer Wolke vor dem Kopf
fcscafeine / iStock

Nebel im Hirn (engl. "brain fog") hat jeder ab und zu. Dazu braucht es nicht einmal unbedingt Alkohol am Vorabend oder einen Wetterumschwung. Wir alle kennen das Phänomen. Es geht vorüber und ist harmlos. Niemand kann ohne Unterbrechung 100% aufmerksam und konzentriert sein. Manchmal sind wir es eben nur zu 50%. Oder zu 20%. Oder… wovon war gerade die Rede?

Hält der Zustand länger an, bedeutet das auch nicht zwingend Grund zur Sorge. (Wieviel schlafen Sie aktuell? AHA!!) Es kann aber durchaus medizinische Ursachen haben, die einer Abklärung durch einen Arzt bedürfen. Hier ein paar Gründe, die hinter "brain fog" stecken können:

  • Sie sind schwanger: Viele Frauen haben während der Schwangerschaft Gedächtnisprobleme. Der Hormoncocktail, der nötig ist, um ein Baby auszutragen, vernebelt das Gehirn.
  • Sie stillen gerade: Stilldemenz. Kombiniert mit Schlafdefizit. Da brauchen Sie sich nicht weiter wundern, wenn Sie aus dem Zimmer gehen und nicht mehr wissen, was Sie eigentlich wollten.
  • Sie bekommen zu wenig Schlaf: Eine Nacht? Kein Problem. Zwei Nächte? Na gut… Länger? Handeln Sie! Ohne Schlaf geht es nun mal nicht.
  • Wechseljahre: Etwa ein Jahr nach der letzten Regelblutung erleben viele Frauen Konzentrationsschwierigkeiten. Reden Sie mit Ihrem Arzt darüber.
  • Medikamente: Nicht jeder Organismus reagiert gleich. Vielleicht vertragen Sie die verordnete Medikation oder Dosierung nicht. Oft gibt es alternative Präparate – erkundigen Sie sich!
  • Depression: Nicht jede Depression manifestiert sich in trüben Gedanken und einem Stimmungstief. Häufig fühl es sich einfach so an als wäre der persönliche Akku leer. Man ist müde, kraftlos und das Hirn läuft (gefühlt) auf Sparflamme. Auch hier kann ein Gespräch mit dem Arzt helfen.
  • Multiple Sklerose (MS): Etwa die Hälfte aller MS-Patienten ist von Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen betroffen. Wenn eine Umstellung der Medikation nicht hilft (oder nicht möglich ist), erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt nach geeigneten Übungen zum Gedächtnistraining. Es gibt auch spezielle neurologische Apps und Programme, die das Gehirn auf Trab halten.
  • Chronisches Fatigue Syndrom: CFS ist ein Zustand, bei dem Körper und Geist lange Zeit sehr, sehr müde sind. Ein Heilmittel ist noch nicht bekannt, aber einige Medikamente erleichtern die Symptome; Sport und Gesprächstherapien können helfen.
  • Lupus: Systemischer Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Abwehrmechanismen, die eigentlich vor Infektionen und Krebs schützen sollen, gegen das gesunde Gewebe richten. Die Ursachen sind noch nicht genau bekannt, die Erkrankung ist aber zum Glück selten.

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