Psychische Gesundheit

Whataboutism: So bremst die Gesprächstaktik unser positives Engagement

Und was ist mit…? "Whataboutism" misst mit zweierlei Maß und versucht gute Absichten in Böse zu verwandeln.

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Darum entmutigt uns Whataboutism
nicoletaionescu / iStock

#Whataboutism – eine Bewegung die nicht nur auf Instagram, sondern auch in anderen Bereichen weltweit die Runde macht. Sie spiegelt eine Art der Diskussion wider, in der Äpfel mit Birnen verglichen werden. Sie fahren ein Elektroauto, aber fliegen in den Urlaub? Grund genug für die Whataboutism-Gemeinde, Sie eines Besseren zu belehren. Wir zeigen Ihnen, was hinter der kritischen Gesprächstechnik steckt.

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 "Und was ist mit?"

"Whataboutism" soll im ersten Moment den Anschein machen, als ob die Diskussion mit sachlichen Gegenargumenten für sich zu gewinnen wäre. Dem ist leider bei genauerer Betrachtung nicht so: Stattdessen wird mit zweierlei Maß gemessen. Ziel ist es, aus guten Absichten die schlechten Seiten hervorzuheben. Wasser predigen, aber Wein trinken? Nicht mit der Whataboutism-Bewegung. Sie fühlt sich dazu verpflichtet, die angebliche Doppelmoral der Heuchler aufzudecken. Gerne wird dafür auch ein völlig anderer, meist auch persönlicher Aspekt zur Sprache gebracht, um vom eigentlichen Sachverhalt abzulenken. Und so wird selbst das kleinste Haar in der Suppe gefunden und an den Pranger gestellt.

Beispiel Whataboutism
Greta Thunberg, die lieber mit umweltfreundlichen Alternativen verreist, als zu fliegen. Und was ist mit den Lebensmitteln im Zug, die in Plastik verpackt sind?
Veganer, die auf tierische Produkte verzichten und sich für eine umweltfreundliche Ernährungsform entscheiden. Und was ist mit dem jährlichen Flug nach Mallorca?
Personen, die einen minimalistischen Lebensstil verfolgen und ihr Konsumverhalten beschränken wollen. Und was ist mit der Kerze, wenn sie ausgebrannt ist?

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Bestärken anstatt ausbremsen

Klar ist, dass die Gesprächstaktik darauf abzielt, mit Gegenfragen, die durchaus positiven Vorhaben in den Schatten zu stellen. Sie sollen unser Gegenüber entmachten und einen völlig irrelevanten Aspekt in den Vordergrund rücken. Meist sind die Absichten von Whataboutism auch keineswegs böswillig, sondern eher unbewusste Skepsis. Die eigene Meinung zu überdenken, erfordert schließlich Mut und einen Schritt aus der Komfortzone. Und auch, wenn Dinge zu hinterfragen per se nicht schlecht ist: Whataboutism kritisiert positives Engagement und bremst uns aus. Es bremst uns dahingehend, neue Denkanstöße anzunehmen und kritische Themen in Betracht zu ziehen.

  • Anstatt also ständig mit dem Finger auf andere zu zeigen, wäre es nicht besser, das große Ganze im Blick zu behalten? Denn ein Veganer, der in den Urlaub fliegt, hat immer noch einen wesentlich kleineren ökologischen Fußabdruck als so manch anderer.
  • Verschwenden Sie Ihre Energie nicht an negative Kritik. Investieren Sie Ihre Zeit lieber in Ihr eigenes Leben und versuchen Sie das Beste aus sich herauszuholen. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen anstatt zu entmutigen, schaffen wir weit mehr als alleine.
  • Seien Sie nicht so hart zu sich und anderen. Niemand ist perfekt und wir alle sind fähig uns weiterzuentwickeln. Sollten Sie Ihre Mitmenschen also auf etwas aufmerksam machen wollen, formulieren Sie es auf respektvolle Art und Weise.

Wie so ein positives Feedback aussehen kann, zeigt Jana Kaspar in ihrem Posting:

 

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