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Interview über Corona & Partnerschaft: "Angstlust erzeugt sexuelle Spannung"

Wiener Psychotherapeutin MMag. Katharina Henz erklärt im Interview, wie die Corona-Krise unser Liebesleben beeinflusst hat.

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gesundheitstrends.com: Und was, wenn der Mut dazu fehlt? Oder die Situation bereits zu verfahren ist?

MMag. Henz: Das ist der Punkt, sonst funktioniert es nicht. Diese Art von Angstlust und das Risiko, nicht zu wissen, wie der Partner es findet, erzeugen Be­gehren. Deshalb ist der Sex am Anfang so berauschend, weil man nie weiß, wie der andere reagieren wird. Die Risikosituation tut einer eingeschlafenen Sexualität gut.

gesundheitstrends.com: Wann lohnt es sich, die Beziehung zu retten? Und wann sollte man sich besser davon verabschieden?

MMag. Henz: Der Unterschied ist banal: Haben wir uns grundsätzlich noch gern und finden uns erotisch? Dann zahlt es sich jedenfalls aus, in die Beziehung zu investieren. Wenn man jedoch nichts mehr findet, was man am anderen liebenswert, bewundernswert oder einzigartig findet, sondern nur noch etwas auszusetzen hat – und wenn keine Liebe mehr da ist, kann auch die beste Paartherapeutin nichts mehr retten. Man kann niemandem Liebe ins Herz pflanzen, wo keine mehr ist.

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gesundheitstrends.com: Was empfehlen Sie Klienten, die bereits über eine Trennung nachdenken?

MMag. Henz: Paartherapie. Vor allem, wenn Kinder da sind, lohnt es sich, in ein paar Stunden Paartherapie zu investieren. Auch, um sich in Würde trennen zu können, ist es manchmal gut, sich Beratung zu holen.

gesundheitstrends.com: Kennen Sie das Geheimnis einer perfekten Partnerschaft?

MMag. Henz: Leider nein, schön wär‘s! Denn Partnerschaften sind nie gleich, sondern verändern sich ständig. Jedoch gibt es ein paar goldene Regeln, die einer Beziehung guttun. John Gottman (Anm.: US-amerikanischer Psychologe) sagt: Jede Lieblosigkeit sollte doppelt mit liebevollen Aktionen gut gemacht werden. Außerdem hilft es, im Streit Ich-Botschaften zu senden und im Hier und Jetzt zu argumentieren: „Ich finde das jetzt nicht gut.“ Wörter wie „nie“, „immer“, „typisch“ sind tabu.

Gemeinsame Unternehmungen sind ebenfalls wichtig, auch einmal nur ein Spaziergang. Und es lohnt sich, sich nach Lebensereignissen (Jobverlust, T­odesfall, etc.), die großen Einfluss auf die Beziehung haben, wieder neu zu ordnen und zu fragen: „Was brauchen wir? Was fehlt uns jetzt?“

Vielen Dank für das Gespräch!

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