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Studie: Corona-Pandemie führte zu intensiveren Partnerschaften

Eine neue Studie zeigt, dass Menschen während der Corona-Krise eine intensivere Beziehung zu ihren Partnern und ihrer Familie aufgebaut haben.

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Studie Quarantäne Partnerschaften
:AleksandarNakic / iStock

Ansteckungsängste und Unsicherheiten darüber, was erlaubt ist, haben laut einer Studie der Soziologin Barbara Rothmüller während der Corona-Pandemie zu einer Monogamisierung von Partnerschaften geführt. Intime Beziehungen konzentrierten sich demnach auf einzelne, zentrale Hauptbeziehungen, während sich der Kontakt zu unverbindlichen Sexpartnern und zu Personen in offenen Beziehungen reduzierte.

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Nachwehen des Lockdowns

Generell habe sich der Lockdown auf die Menschen sehr unterschiedlich ausgewirkt. "Die Pandemie war für viele Leute wirklich eine große Veränderung und man sieht zwei Richtungen", erklärte die Expertin am Fachbereich Sozialpsychologie der Sigmund Freud Universität gegenüber der APA die signifikantesten Ergebnisse der Studie. Insgesamt haben sich im Monat April rund 4.700 Personen online in Deutschland (34%) und Österreich (66%) beteiligt.

  • Einerseits gebe es Menschen, denen es in der Pandemie gut gegangen ist, für diese hätten sich Alltagsstress und Konflikte sogar reduziert.
  • "Dem gegenüber gibt es eine zweite Gruppe, wo das genaue Gegenteil der Fall ist. Die hatten sehr viel Stress, wenig Spaß, die Konflikte sind gestiegen", so Rothmüller.
  • Neun Prozent der Befragten in verbindlichen Paarbeziehungen erlebten in den zwei Wochen vor der Befragung psychische Gewalt.

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Intensivere partnerschaftliche und familiäre Kontakte

Betrachtet man alle sozialen Beziehungsformen, so haben sich vor allem partnerschaftliche und familiäre Kontakte intensiviert, während freundschaftliche und berufliche Beziehungen sehr stark heruntergefahren wurden.

  • Die große Mehrheit der Befragten (79%) hat die physische Distanzierung "stark oder teilweise verinnerlicht und habitualisiert". Diese Menschen hätten ein neues Gefühl für Distanz entwickelt, etwa beim Anblick von Personen, die nahe zusammenstehen oder sich in einem Film umarmen.
  • Seit der Pandemie beschreiben 21% der Befragten ihr soziales Unterstützungsnetzwerk als limitiert oder sehr limitiert. Das Ausmaß der gefühlten Distanzierung unterscheidet sich hierbei stark nach Beziehungsstatus.
  • Von Personen ohne romantische oder sexuelle Beziehung erlebten 24% während der Corona-Quarantäne eine starke Distanzierung ihrer intimen Beziehungen. Bei ernsthaften Partnerschaften traf dies auf sieben Prozent zu.

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Singles vermissten körperlichen Kontakt

Personen in festen Partnerschaften schienen die Einschränkungen gut überstanden zu haben. Rund drei Viertel der Befragten signalisierten eine hohe Zustimmung auf die Frage "Für eine Isolation ist mein Partner/meine Partnerin die beste Person, die ich mir vorstellen kann". Singles gaben an, den Kontakt zu anderen Menschen und vor allem auch den körperlichen Kontakt vermisst zu haben.

  • Über 90% der Singles seien mit dem Ausmaß, das sie an Nähe und Berührungen erhalten, unzufrieden.
  • Das sexuelle Begehren ist bei mehr als der Hälfte (53,4%) der Befragten gleich geblieben.
  • 22% gaben eine Steigerung der Libido an, 24,6% eine Verringerung. Dabei führte Stress bei 28% der Eltern dazu, dass sie keine Zeit für Intimität und Sexualität hatten.

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Kein sozialer Druck in der Quarantäne

Von dem Ausmaß, in dem die Pandemie auch positiv erlebt worden ist, zeigt sich Rothmüller durchaus überrascht. Neben dem erwähnten Rückgang der Konflikte gehört dazu auch ein Gefühl der Erleichterung für manche der Befragten, "dass aktuell gerade niemand von ihnen erwartet, ein aktives Sozialleben oder – auch gerade bei Singles – ein aktives Sexleben zu führen".

Die Studie wurde in Kooperation mit dem Institut für Statistik der Sigmund Freud Universität und der amerikanischen Kinsey Institute der Indiana University durchgeführt und ist nicht repräsentativ. Der Altersschnitt der Befragten betrug 35 Jahre.

  • Die Mehrheit der Teilnehmenden waren Frauen (68%),
  • hatte einen hohen Bildungsabschluss (63% Hochschule, 26% Gymnasium bzw. Höhere Schule),
  • lebte in einer verbindlichen Beziehung (58 Prozent)
  • bzw. wohnte in einem Mehrpersonenhaushalt (67 Prozent). (APA Science/Red)

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