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Verhütung mit Pille, Spirale & Co: Kann ich meinen Partner fragen, ob er sich an den Kosten beteiligt?

Verhütung inklusive der Finanzierung bleibt zumeist Frauensache. Dabei ist es völlig legitim, wenn sich beide Partner an den Kosten beteiligen.

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Verhütungsmittel: Kosten aufteilen
Adil Abdrakhmanov / iStock

Sofern man (derzeit) keinen Kinderwunsch hegt, müssen Paare oder Sexualpartner zum Verhütungsmittel greifen. Da sich die Auswahl für den Mann auf das Kondom beschränkt, bleibt diese Verantwortung jedoch meist bei der Frau hängen. Und wenngleich die Pille, die Kupferspirale oder andere Methoden bei der weiblichen Partnerin zur Anwendung kommen, so ziehen beide Parteien einen Nutzen davon, wenn beim Sex eine Schwangerschaft verhindert wird. Dennoch kommen die meisten Frauen alleine für die Kosten auf und trauen sich nicht, den Partner um finanzielle Unterstützung zu bitten.

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Verhütung: Wenn beide profitieren & sie den Preis zahlt

Verhütung ist leider immer noch Frauensache: Wenngleich einige Männer nach einer Reihe von Studien offen wären für eine Pille für den Mann, gab es dahingehend bislang noch keinen Durchbruch. Heißt also, dass Frauen sich für Pille, Spirale oder ähnliches entscheiden müssen, sofern sie nicht planen schwanger zu werden. Fakt ist jedoch, dass nicht nur die weibliche Sexualpartnerin bei der Zeugung eines Kindes beteiligt ist. Auch der männliche Partner profitiert davon, wenn die Frau Verhütungsmittel einnimmt oder sich einen Fremdkörper (!) zur Empfängnisverhütung einpflanzen lässt.

Stellt sich die Frage, warum sich nur wenige Männer an den Kosten beteiligen? Immerhin ist es ohnehin die Frau, welche mit einem schmerzhaften Eingriff konfrontiert wird, den eigenen Hormonhaushalt durcheinander bringt oder von starken Menstruationsschmerzen aufgrund der Verhütung betroffen sein kann. Es wäre also nur fair, wenn bei regelmäßigen sexuellen Kontakt oder gar in Beziehungen eine finanzielle Aufteilung als selbstverständlich angesehen wird. Dass dem selbst in einer Partnerschaft nicht so ist, zeigte eine Diskussion auf Twitter, welche durch folgenden Tweet ins Rollen gebracht wurde:

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Ein Drittel der Frauen kommt alleine für Kosten auf

Dass Verhütungsmittel abseits der Pille im Vormarsch sind, ist längst bekannt. Dies ging auch aus einer kürzlich erschienen Umfrage hervor, welche von "STYLEBOOK" durchgeführt wurde. Doch die Befragung lenkte den Blick auch auf den den finanziellen Aspekt von Verhütungsmittel. Denn Pille, Spirale & Co sind auf kurze oder lange Sicht kein Schnäppchen – so kostet eine Kupferspirale einmalig zwischen 300 und 500 Euro und die Pille bis zu 15 Euro pro Monat.

  • Im Rahmen der Umfrage stimmten 36.204 Teilnehmer ab, wobei sie neben der verwendeten Methode auch die Frage beantworten mussten, wer für diese zahlt.
  • Die Ergebnisse zeigen eine klare Tendenz auf: Ein Drittel der Frauen kommen alleine für die Kosten auf.
  • Nur 26 Prozent der Befragten gab an, dass sich beide Partner an der Finanzierung beteiligen, während bei 13 Prozent der männliche Partner für die Kosten aufkommt.

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Darum ist es nur fair halbe-halbe zu machen

Nun mögen viele argumentieren, dass die Beziehung zueinander womöglich nicht auf Dauer hält und der nächste Sexualpartner letztendlich von dem eigenen Anteil profitiert. Auf der anderen Seite gibt es zudem Partner, die vermutlich von alleine nicht auf den Gedanken kommen würden, dass eine Beteilung an der Verhütung nur fair wäre. Doch diese Argumente entlassen deinen Gegenüber nicht aus seiner Verantwortung. Sofern du also nicht für dich selbst entschieden hast, dass du alleine für die Kosten aufkommst, trau dich & spring über deinen Schatten. Wir liefern dir drei Argumente, die für eine gleichberechtigte Verhütung sprechen:

  • In Anbetracht darauf, dass der Verzicht eines Verhütungsmittels ein Kind zur Folge hätte, kommt ihr beide wesentlich günstiger davon, wenn ihr in eine sichere Verhütungsmethode investiert.
  • Du als Frau trägst einen Fremdkörper in dir oder greifst in deinen Hormonhaushalt ein. Bedeutet also, dass du ohnehin den Preis für sorgenlosen Geschlechtsverkehr zahlst.
  • Nicht alle, aber sehr viele Frauen berichten beispielsweise beim Einsetzen der Spirale von starken Schmerzen. Auch die Menstruationsbeschwerden können sich bei manchen Frauen verschlimmern.

Rede ganz offen mit deinem Gegenüber und bringe ihm deine Sicht der Dinge näher. Es ist absolut legitim, wenn du deinen Partner in die finanzielle Verantwortung miteinbinden möchtest. Egal ob halbe-halbe oder eine andere Kostenaufteilung, du kannst mit deinem Gegenüber eine individuelle Lösung für eure persönliche Situation vereinbaren.

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