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#ChallengeAccepted: Die ernste Realität hinter den Schwarz-Weiß-Selfies

Nur wenige kennen den Hintergrund der schwarz-weißen Selfie-Challenge: Die Fotos sollen auf den Femizid an türkischen Frauen aufmerksam machen.

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Femizid an türkischen Frauen
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Derzeit fluten schwarz-weiße Selfies von Frauen die Social Media-Plattform Instagram. Frauen nominieren sich dabei gegenseitig und posten den Hashtag #ChallengeAccepted oder #WomenSupportingWomen dazu. Eigentlich eine gute Suche, wie es am ersten Blick scheint. Doch hinter der "Herausforderung", die mit einem banalen Selfie angenommen wird, steckt ein weitaus ernsterer Grund: Der Femizid an türkischen Frauen. Wir klären dich auf über den Hintergrund der neuesten Empowerment-Challenge.

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Warum fluten schwarz-weiße Fotos das Netz?

Zahlreiche Stars ziehen mit, darunter Khloe Kardashian oder Jennifer Aniston. Die #ChallengeAccepted Welle beläuft sich mittlerweile auf über 6 Millionen Posts, wobei die Frauen sich gegenseitig stark machen wollen. Und ja, Women-Empowerment ist definitiv ein Aufgabe, die wir uns alle ans Herz legen sollten. Inwiefern ein perfektes Schwarz-Weiß-Selfie mit einem vagen Hashtag Frauen in einer männerdominierten Welt unterstützen soll, bleibt offen. Auch Jennifer Aniston versteht den Zweck der Challenge zunächst nicht, springt aber dennoch auf den Zug auf.

So schreibt sie folgendes unter ihrem Post: "Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich dieses #ChallengeAccepted Ding nicht … aber wer liebt es nicht, Frauen zu unterstützen!"

 

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Femizide: Hintergrund der Challenge geht verloren

Der wahre Grund für die Schwarz-Weiß-Flut auf Instagram ist weitaus ernstzunehmender als eine bloße Instagram-Challenge. Und dieser geht bei all den #WomenSupportinWomen leider unter.

Die Bewegung wollte ursprünglich auf den Femizid von türkischen Frauen aufmerksam machen. Denn dort wachen Frauen fast täglich auf, um in den Nachrichten ein weiteres Schwarz-Weiß Foto einer Ermordeten zu sehen. Die Gewalt an Frauen ist weltweit, vor allem aber in der Türkei, ein erhebliches Problem. Die Maßnahmen gegen häusliche Gewalt sollen dort sogar bald gelockert werden, wobei die Mörder in der Türkei ohnehin schon nicht angemessen bestraft werden.

  • Im Jahr 2019 waren es 430 Frauen, die ihr Leben verloren: Der gewaltsame Tod der Studentin Pinar Gültekin brachte das Fass zum Überlaufen.
  • Ende Juli wurde die junge Frau von ihrem Exfreund ermordet.
  • Frauen müssen mit der ständigen Angst leben, die Nächste zu sein, weshalb zehntausende nach Pinars Tod auf die Straße gingen und protestierten.

 

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Wenngleich es schön zu sehen ist, dass Frauen auch ohne Beweggrund gegenseitigen Zusammenhalt ausdrücken möchten, wäre es bei dieser Challenge wichtiger auf die erschütternde Realität aufmerksam zu machen. Denn erst, wenn unserer Gesellschaft aufwacht und umdenkt, kann diese Welt für alle Frauen zu einem sicheren Ort werden.

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