Trending

Fleischerei Tönnies: So schlimm sind die Arbeitsbedingungen

Über 1.500 Mitarbeiter infizierten sich in der deutschen Fleischrei Tönnies mit dem Coronavirus. Nun spricht ein Ex-Arbeiter über die katastrophalen Arbeitsbedingungen.

  • Drucken
Fleischrei Arbeitsbedingungen
sturti / iStock

Nachdem es in der deutschen Fleischerei Tönnies zu einem Corona-Ausbruch kam, wurden 1.553 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Nun sprach ein rumänischer Ex-Mitarbeiter mit dem dem deutschen Rundfunk Deutsche Welle über die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Fleischerei.

Mehr dazu: Corona-Studie: Geringere Immunabwehr nach milder Infektion?

Mitarbeiter weinten in der Nacht

Zwei Jahre war der Mann für den Betrieb tätig, in dem permanent hoher Druck herrsche. Oft mussten die Angestellten zwölf bis 13 Stunden arbeiten. "Wir haben die Überstunden aufgeschrieben. Doch auf dem Gehaltszettel war am Ende nichts davon zu sehen", erklärte der ehemalige Mitarbeiter im Interview. Die Arbeitsbedingungen seien unterirdisch gewesen, die Angestellten mussten in sehr kalten und feuchten Räumen arbeiten.

Zudem liefen die Fließbänder so schnell, dass der Mann nachts Kollegen weinen hörte, da ihre Hände stark geschwollen waren und schmerzten. Nur bei behördlichen Kontrollen wurde die Geschwindigkeit der Fließbänder reduziert. Außerdem forderte man die Angestellten auf, sich ruhig zu verhalten und nichts zu sagen: "Nach dem Motto: 'Wenn die Kontrolle kommt, sagt, dass ihr kein Deutsch sprecht.' Auch wenn einige von uns die Sprache sprechen", erklärte der Ex-Mitarbeiter.

Mehr dazu: Corona-Infektionen in China steigen wieder an

Überfüllte Wohnungen & Corona-Gefahr

Fühlte sich ein Angestellter einmal krank, wurde dieser angebrüllt, bloß nicht mit einer Krankmeldung in die Fleischerei zu kommen. Die Unterkünfte, die man den Arbeitern zur Verfügung stellte, waren stets überfüllt: "Es war immer sehr eng, manchmal waren zehn, zwölf oder zeitweise sogar 14 Leute in einer einzigen Wohnung", erzählt der Insider. Der ehemalige Mitarbeiter habe laut eigenen Aussagen noch Kontakt mit zwei Personen, die zurzeit in der Fleischerei angestellt und jetzt in Quarantäne sind. "Sie sagen, man habe ihnen genug Essen und Wasser gebracht. Aber sie sind sehr verunsichert, sie wissen nicht, wie alles weitergeht", erklärt der Ex-Arbeiter.

Mehr dazu: Corona-Studie: Infektionsgefahr durch Toilettenspülung?

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.