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Social Media: Neuer Bericht zeigt, dass Hass im Netz immer mehr zunimmt

Der neue "#GegenHassimNetz-Bericht" der Organisation "ZARA" zeigt, dass Hass im Netz immer mehr zunimmt. Die "PULS4"-Moderatorin Verena Schneider verfasste eine emotionale Rede zum Thema.

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Hass im Netz
AntonioGuillem / iStock

Die Organisation "ZARA", die sich für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit einsetzt, verzeichnet einen traurigen Anstieg von Hassbotschaften im Netz. Vor allem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist online sehr präsent. Parallel dazu sei aber auch das Problembewusstsein der User gestiegen, das zeigt der dritte "#GegenHassimNetz-Bericht" von "ZARA".

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Hasspostings auf Social Media nehmen zu

Die Organisation für Zivilcourage schreibt, dass Meldungen zu Hass im Netz jährlich immer mehr zunehmen. Im dritten Beratungsjahr von "ZARA" wurde ein Anstieg von knapp einem Drittel verzeichnet. Im September 2018 bis August 2019 waren es noch 1.874 Fälle, ein Jahr später im gleichen Zeitraum stieg der Wert auf 2.521 an. In 80,7% der Fälle war Rassismus das Hauptargument für die Hasspostings. 33% waren strafrechtlich relevant, daher begrüßt die Organisation eine Ausweitung des Verhetzungsparagrafen.

  • Nach dem Großteil von rassistisch motivierten Hassbotschaften, folgen mit 11,6% hetzerische Postings, die nicht ideologisch motiviert waren.
  • Danach folgen Aussagen mit sexistischen Inhalten (5,2%), anschließend Heteronormativismus (Anfeindungen gegen nicht heterosexuelle Menschen) mit 1,2 Prozent.
  • Auch Ageism, also Hass aufgrund des Alters oder Hass gegen Menschen mit Behinderung sind mit jeweils 0,3% vertreten.

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Problembewusstsein der User wächst

Doch die Organisation vermerkt nicht nur negative Entwicklungen, auch das öffentliche Bewusstsein über Hass im Netz rückt immer mehr in den Mittelpunkt. Dadurch stiegen auch die Meldungen zu Hasspostings, die "ZARA" empfangen hatte, an. Denn die User reagieren heutzutage kritischer auf beleidigenden Content. Besonders rund um COVID-19 oder die "#BlackLivesMatter"-Bewegung haben sich die gemeldeten Vorfälle sogar verdoppelt bis verdreifacht. Vor allem Hetze gegen Muslime, People of Color (PoC) und Flüchtlinge wurde berichtet.

35% der eingegangenen Fälle seien strafrechtlich verfolgbar. Dabei handelte es sich vor allem um Verhetzung, Beleidigung und Verstöße gegen das Verbotsgesetz. Die restlichen Meldungen konnten nicht strafrechtlich verfolgt werden.

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Neues Tool zur Bekämpfung von Hass im Netz

"ZARA" plädiert vor allem an die Social-Media-Plattformen, härter einzugreifen: "Beim Versuch gegen Hass im Netz vorzugehen, sehen wir oft, dass Plattformen ihre Community-Standards schlicht nicht einheitlich und verlässlich einhalten. Das schafft Verwirrung, Unsicherheit und Frustration bei den Betroffenen", erklärt die Geschäftsführerin Caroline Kerschbaumer. Vor Kurzem wurde das Gesetzespaket "Hass im Netz" vorgestellt.

Zudem begrüßt "ZARA"-Berater Lukas Gottschamel, dass die Forderung der Organisation nach einer Ausweitung des Verhetzungspragrafen aufgenommen wurde. Mit dem Web-Tool "schnellerkonter.at" können User nun noch schneller gegen Hass im Netz vorgehen. Darauf gibt es eine Vielzahl an Texten, Bildern und Videos, mit denen individuell Gegenrede zusammengestellt werden kann.

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Verena Schneider hält bewegende Rede

Bei den österreichischen Medientagen war Hass und Hetze ebenfalls Thema. Der "ProSiebenSat1Puls4"-Chef Markus Breitenecker überließ seine 15 Minuten Redezeit auf dem Podium vier seiner Mitarbeiter. Sie sprachen über persönliche Erfahrungen mit Gewalt, Rassismus und Hasspostings.

"Ich habe so fette Oberschenkeln, dass es kein Wunder ist, dass ich geschieden bin, weil sowas Widerliches kann einfach kein Mann ertragen", las die "PULS4"-Wettermoderatorin Verena Schneider einen Hasskommentar aus dem Netz vor. In ihrer emotionalen Rede spricht sie über ihre Essstörung, die unter anderem durch solche Kommentare im Netz verstärkt wurde.

"Wir als Medien, wir haben's in der Hand alle Menschen und ihre Facetten darzustellen und nicht nur einen Typos", erklärt die 39-Jährige. "Augen aufhalten und helfen", appelliert Schneider.

Hier siehst du die ganze Rede von Verena Schneider bei den "Österreichischen Medientagen 2020": 

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