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Immun-Booster, der vor Corona schützt? Die Wahrheit über Cistustee

Derb im Geschmack ist Cistustee mit Sicherheit. Aber fördert das Teegetränk aus den harzigen Zistrose-Blättern auch wirklich die Gesundheit?

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EmirMemedovski / iStock

Einige schwören schon lange Zeit auf ihn, andere entdecken ihn in Corona-Zeiten für sich: Den Cistustee, dem nachgesagt wird, dass er Erkältungen vorbeugen, Durchfall erfolgreich bekämpfen und Hautkrankheiten heilen kann. Und: Infektionen mit dem Coronavirus soll er auch verhindern können! Aber klingt das nicht zu gut um wahr zu sein? Wir haben für dich den Check gemacht…

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Was ist Cistustee, wie schmeckt er?

Der Cistustee wird aus den harzigen Blättern der Zistrose (Cistus incanus) zubereitet. Heimisch ist die Pflanze, die nichts mit herkömmlichen Rosen zu tun hat, im Mittelmeerraum. Und ebendort wird der herb und aromatisch schmeckende Tee bereits seit Jahrhunderten getrunken – nicht zuletzt wegen seiner vermeintlich heilenden Wirkung.

 

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Wogegen soll Cistustee helfen, welche Wirkstoffe hat er?

Cistustee hilft angeblich bei vielerlei Beschwerden. So soll er Erkältungen vorbeugen und Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder auch Entzündungen im Mundraum heilen. Doch damit nicht genug: Auch bei Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere bei Durchfallerkrankungen soll er wirksam sein. Aber es wird noch besser: Cistustee soll auch vor Virusinfektionen schützen – was in gerade Zeiten der Coronavirus-Pandemie alles andere als verkehrt wäre.

Möglich machen sollen das jede Menge verschiedene Pflanzenstoffe, die sich in der Zistrose verbergen. So weist das Harz der Pflanze zum Beispiel einen hohen Gehalt an Polyphenolen auf. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit einer hohen antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkung. Der Polypholengehalt der Zistrose soll ingesamt dreimal so groß ist wie der von Grüntee und viermal so groß wie der von Vitamin C sein.

 

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Gibt es wissenschaftliche Belege für diese Wirkung?

Nein – zumindest nicht in Studien mit Menschen. Eine virenabtötende Wirkung von Cistustee wurde bislang nur in Zell- und Tierversuchen nachgewiesen. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat zudem die Studienlage zu der einzigen bisher beantragten, gesundheitsbezogenen Angabe (antioxidative Eigenschaften) für Cistus incanus bewertet und als nicht ausreichend bewiesen eingestuft.

Die Webseite "verbraucherzentrale.de" hält zur Wirkung der Zistrose folgendes fest: "Immer wieder ist aber auch von einer "'keimtötenden Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Viren' (oft auch mit Bezug auf das neuartige Coronavirus die Rede, werden Erfolge bei Akne, Neurodermitis oder Mandelentzündung gepriesen und die Zistrose als wirkungsvolle Karies-, Parodontose- und Erkältungsprophylaxe dargestellt. Auch wenn es (teilweise) Studien dazu gibt, z.B. an Zellkulturen (in vitro) mit Blick auf Covid 19, all diese Aussagen gelten nicht für Nahrungsergänzungsmittel … Für eine antivirale Wirkungsweise des Lebensmittels / Nahrungsergänzungsmittels Zistrose gibt es keinerlei Belege."

Mehr dazu: BABA Winterspeck – grüner Tee als Abwehrwunder? 

 

 

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