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Wiener Attentat: Wie spricht man mit Kindern über Terror?

Wie erklärt man seinem Nachwuchs, was in jener Nacht beim Wiener Attentat passiert ist? Expertin Viven Klein erklärt, wie man Kinder über Terror aufklärt.

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Kinder Terror
SolStock / iStock

Das Attentat am 2. November in der Wiener Innenstadt hat viele Menschen verängstigt. Besonders Kinder und Jugendliche werden durch die Nachrichten und kursierenden Bilder oder Videos verängstigt. Expertin Vivien Kain erklärte in einem "ORF"-Interview, wie man mit seinem Nachwuchs über Attentate und Terror spricht.

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Ruhig, sachlich & informativ über das Thema aufklären

Vivien Kain ist Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, sie hat mit "ORF" darüber gesprochen, dass man das Thema Attentat und Terror gegenüber Kindern nicht verschweigen soll. "Alles, was tabuisiert wird, alles, was nicht besprochen wird, macht einfach zusätzlich Angst und verunsichert die Kinder", erklärte Kain. Laut der Expertin soll man vor allem sachlich, informativ und ruhig über das Thema aufklären. Eltern werden angehalten, dem Nachwuchs zu vermitteln, ob eine Gefahr besteht, wie man damit umgehen soll und was man gegen die Situation tun kann.

  • Bei kleineren Kindern sollten Eltern vor allem darauf achten, die Infos sachlich zu erläutern. Dabei soll man so ehrlich wie möglich sein. Dass es Verletze oder Tote gab, muss auch vor den Kleinsten nicht verschwiegen werden. Eltern haben die Aufgabe, das Attentat so kindgerecht wie möglich zu erklären.
  • Vor allem das Vertrauen in die Verteidigung ist für die Kinder wichtig, so hat Kainz ihren eigenen Kindern (vier und sechs Jahre alt) gesagt, dass Polizei, Rettung & Co. gleich vor Ort waren.
  • Es hilft auch nachzufragen, welche Ideen, die Kinder hätten, wie man der Polizei & Co noch helfen könnte. Das gibt ihnen das Gefühl, dass sie sie nicht "handlungsunfähig oder ohnmächtig" sind.
  • Jugendliche, die vor allem grausame Bilder und Videos gesehen haben, sollten mit den Eltern über das Gesehene sprechen. Teenager brauchen auch den Austausch mit Freunden und Bekannten über das Attentat. Das ist ein wichtiger Schritt für den Verarbeitungsprozess.

"Es muss Aufklärungsarbeit geleistet werden, es ist ein Schock und der ist Realität", fasst Kainz zusammen.

Mehr dazu: Terror in Wien: "Natürlich wächst damit auch die Angst"

Im Notfall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Wenn die Angst durch den Terror steigt, kann man vor allem innerhalb der Familie ein Zeichen setzen. Eltern und Kinder zünden gemeinsam Kerzen für die Verletzten und Verstorbenen an oder malen und zeichnen das Geschehene, um die Situation besser zu verarbeiten. "Gerade der kreative Prozess ist eine wunderbare Verarbeitungsmöglichkeit", erklärt die Expertin.

Wenn diese Maßnahmen nicht helfen und die Kinder sowie Jugendlichen in einem Schockzustand oder ihrer Ängstlichkeit verharren, dann sollte man "sich nicht scheuen, auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen".

Du kannst dich an folgende Beratungsstellen wenden: 

  • Psychosoziale Dienste Wien: Not- und Krisendienst täglich 24 Stunden telefonisch erreichbar; 365 Tage im Jahr, flächendeckend für ganz Wien. Telefonnummer: (01) 31330
  • Rat auf Draht: telefonische und online Beratung für Kinder und Jugendliche unter der Notrufnummer 147 (österreichweit)
  • Sigmund Freud Psychotherapeutische Universitätsambulanz für Kinder und Jugendliche: Professionelle Beratung in Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Slowenisch. Montag bis Freitag, 8:00 – 19:00 Uhr in der Faulmanngasse 4, 1040 Wien. Termin nach Vereinbarung. Telefonnummer: 01/585 55 55

Die "Stadt Wien" hat auf YouTube ein Video hochgeladen, welches Kindern erklärt, was bei dem Attentat in der Wiener Innenstadt passiert ist: 

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