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Malaysische Regierung gibt sexistische Tipps, wie sich Frauen in der Isolation verhalten sollten!

Das malaysische Frauenministerium gab über Social Media Tipps, wie sich Frauen vor häuslicher Gewalt schützen können. Dafür ernteten sie einen Shitstorm.

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Malaysische Regierung Frauen
SrdjanPav / iStock

Die Zeit in der Isolation hat für viele Familien auch positive Auswirkungen. Falls Mama und Papa im Homeoffice arbeiten können, freuen sich die Kinder, weil ihre Eltern automatisch mehr zu Hause sind. Doch die Ausgangsbeschränkungen führen nicht immer dazu, dass das Familienleben einwandfrei abläuft, durch die Corona-Pandemie nehmen die Fälle häuslicher Gewalt weltweit zu. Um dem entgegenzuwirken, hat das malaysische Frauenministerium  "hilfreiche" Tipps für ihre weiblichen Bürger auf Facebook gepostet, die mehr schlecht als recht sind.

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Unterwürfig & hübsch anzusehen

Unglaublich, aber wahr: So empfiehlt das Ministerium, dass malaysische Frauen auf ihr Aussehen achten sollen und sich "wie üblich zu pflegen" haben. Wer also im Homeoffice arbeite, solle auch weiterhin schöne Kleidung anziehen, zudem müssten die Frauen dabei immer perfekt geschminkt sein. Um das Auftreten abzurunden, solle auch an der Stimme gefeilt werden! Der Tonfall solle "Doraemon-ähnlich" sein und die Frauen sollen lieber schüchtern kichern, anstatt "nörgeln".

Doraemon ist eine Roboterkatze aus einem beliebten Anime. Wie sich diese anhört, seht ihr in dieser Originalfolge des Animes: 

Doch das ist nicht alles, denn der wichtigste Tipp sei natürlich, den Ehemann nicht zu verärgern. Falls der Göttergatte etwas falsch gemacht hat, dann empfehle es sich, ihn auf "humorvolle" Weise darauf hinweisen und den Satz mit einem Kichern zu beenden. Falls es zwischen den Eheleuten zum Streit komme, dann sollen Frauen vor jeder Antwort bis zwanzig zählen, um rational zu handeln. So hätte ihr Gehirn die Möglichkeit, sich zu beruhigen.

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Ministerium entschuldigt sich

Nachdem es auf Facebook, Twitter & Co zu einem Shitstorm kam, ruderte das Frauenministerium zurück. Die Verantwortlichen entschuldigten sich und löschten die Postings. Das Ministerium versprach, "in Zukunft vorsichtiger zu sein", zudem sollten die Vorschläge "nur" dazu beitragen, eine positive Beziehung zwischen den Familienmitgliedern in der Isolation aufrechtzuerhalten.

Laut einer malaysischen Helpline für gefährdete Menschen und Opfer häuslicher Gewalt, gab es seit der Einführung der Ausgangsbeschränkungen am 18. März, 50% mehr Anrufe.

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