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Skandal: Zahlreiche Influencer feierten Corona-Party in Wien

Ein österreichischer Influencer veranstaltete in Döbling eine riesige Corona-Geburtstagsparty. Die Kritik in den sozialen Medien ließ nicht lange auf sich warten.

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Party Influencer Villa Coronavirus
DisobeyArt / iStock

Die Clubs sind geschlossen und die Bars achten auf Abstandsregeln und ausgiebige Hygiene. Wer während der Corona-Pandemie feiern möchte, muss auf verschwitzte Dancefloors und "Trichtersaufen" verzichten. Zu groß ist die Gefahr sich mit dem Coronavirus anzustecken. Doch dieser Meinung sind nicht alle Menschen: Eine riesige Geburtstagsparty mit 800 Gästen in Wien zeigte, dass nicht jeder die Pandemie ernst nimmt.

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Influencer, Alkohol & Privat-DJ

Wie die Heute Zeitung berichtet, soll es am 1. August zu einer riesigen Party in einer 600-Quadratmeter-Villa in Döbling (19. Bezirk) gekommen sein. Dort feierten die Gäste den Geburtstag von Social-Media-Star Thomas H., unter ihnen auch einige Influencer. Die genaue Adresse der Fete mit Magier, Saxofonisten, einer Menge Alkohol und einem Privat-DJ war laut Das Biber top secret.

Das Coronavirus war für die feierwütigen Gäste nebensächlich, denn die "Rich Kids" von Instagram scheinen immun gegen die Lungenkrankheit zu sein. Obwohl am frühen Abend die Polizei aufgrund der hohen Lärmbelästigung eintraf, wurden die Feierlichkeiten nicht aufgelöst. Die Organisatoren stellten die Musik leiser, doch das feuchtfröhliche Fest dauerte laut den Instagram-Storys der Gäste bis tief in die Nacht.


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Kritik gegen Party-Veranstalter & Gäste

Auf Instagram, Twitter & Co wurde ein Shitstorm gestartet, der vor allem die Leichtsinnigkeit des Party-Volkes kritisierte. Denn während einige Menschen an COVID-19 sterben, ihre Familienmitglieder daran verlieren oder sich weiterhin an die Corona-Maßnahmen halten, tanzen und lachen andere auf engstem Raum in einer Döblinger Villa zu lauten Beats. Scheinbar ohne Konsequenzen.

Besonders der Food-Blogger und Partygast "Mac Troy" verteidigte auf Instagram die Veranstaltung. Das löste eine Welle der Empörung aus, die auch bei weiteren Social-Media-Berühmtheiten für Furore sorgte. Die Instagramerin "keepingupwithpasi" beschwerte sich in ihrer Story über die Tatsache, so eine große Party während einer Pandemie zu veranstalten. Mac konterte daraufhin mit einem Foto der Influencerin in Unterwäsche, in der er sich über ihren Körper lustig macht.

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Eine Userin schrieb unter Macs Posting: "Was für ein ekelhaftes Verhalten von dir. Du wirst zu recht kritisiert und konterst mit bodyshaming? Ganz großes Kino. Kinderkino." Der Blogger entschuldigte sich daraufhin und stellte klar, dass Pasi sich zuerst in ihrer Story über das Aussehen einer Freundin des Content Creators lustig gemacht hatte.

Obwohl der "Beef" zwischen den Instagram-Wannabes die eigentliche Problematik fast überschattet, fasst es eine Userin in einem Kommentar unter Macs Beitrag gut zusammen: "danke für die coronaparty! hauptsache ich durfte weder aufs begräbnis meines onkels noch meiner oma in bosnien fahren aber ihr lustigen könnt eine party schmeissen, einfach weil ihr kohle habt. ich kotze" (sic).

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Gastgeber achtete auf Gesundheit der Gäste

In der Blogger-Welt brodelt es und der Gastgeber, selbst ernannte "Digital Marketing Pro" und Influencer Thomas H. entschied sich daraufhin ein öffentliches Statement abzugeben. H. veranstaltete die Party mit seinem guten Freund Andreas, um seinen Geburtstag zu feiern. Der mittlerweile 28-Jährige erklärt, dass die "Top secret"-Party eskalierte, da die Gäste die Adresse an ihre Bekannten weitergegeben hatten. Statt den 100 eingeladenen Freunde standen plötzlich 800 Menschen vor der Tür des Instagramers. Zum Schutz der Gesundheit seiner Gäste hatte H. über 500 Mundschutzmasken organisiert, zudem wurde bei jedem Besucher die Temperatur gemessen, um eine Corona-Infektion auszuschließen. Laut Thomas H. war die Feier "marketingtechnisch ein Erfolg".

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Gefährlicher Cluster oder sicherer Partyspaß?

Wie viele Vorkehrungsmaßnahmen tatsächlich eingehalten wurden, ist fragwürdig. Die Party stellt jedoch ein großes Risiko für die Bevölkerung aus Österreich dar. Der Grund: Aufgrund der Feier könnte ein potenzieller Corona-Cluster entstehen, welcher die steigenden Infektionszahlen in Österreich noch mehr antreibt.

"In der aktuellen Krise gibt es Gewinner und Verlierer. Nur du selbst entscheidest auf welcher Seite du danach stehst", schreibt H. unter einem Instagram-Posting. Ob sich die Corona-Patienten auf der Intensivstation, die unzähligen Menschen, die durch die Pandemie ihren Job verloren haben oder die selbstständigen Unternehmer, die aufgrund der Krise Insolvenz anmelden mussten, dasselbe denken?

Fakt ist: Wer während einer Pandemie berauschende Feste feiert, sich auf Social Media über berechtigte Kritik aufregt und die eigentliche Bedrohung, das Coronavirus, komplett außen vor lässt, ist nicht nur unglaublich unsensibel, sondern auch ignorant.

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