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UV-Schutz mit Nanopartikel: Ist Sonnencreme umweltschädlich?

Viele Sonnencremes enthalten Nanopartikel, die sich wie ein Film auf die Haut legen, und so vor UV-Strahlung schützen. Gut für unsere Haut – schlecht für die Umwelt.

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Ist Sonnencreme umweltschädlich?
Six_Characters / iStock

Dass unsere Haut vor UV-Strahlung geschützt werden muss, ist mittlerweile so gut wie jedem bewusst. Sonnenschutzmittel, die diese Voraussetzungen erfüllen, haben jedoch auch nachteilige Eigenschaften: Sie können die Umwelt gefährden.

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Nanopartikel haben Sonnencremes revolutioniert

Sonnencremes der neuen Generation enthalten genauso wie Deodorants und Zahnpasten in der Regel Nanopartikel. Diese kleinen Teilchen sind nur 1 bis 100 Nanometer klein, das entspricht etwa einem Tausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Als Inhaltsstoff von Sonnencremes sind sie äußerst hilfreich:

  • Aufgrund ihrer "Kleinheit" bilden sie einen unsichtbaren Schutzfilm auf der menschlichen Haut, der das Sonnenlicht reflektiert und so unsere Haut vor den gefährlichen UV-Strahlen schützt.
  • Für die Haut selbst sind sie unbedenklich, da sie die Haut nicht durchdringen können.
  • Während Sonnencremes früher einen weißlichen Film auf der Haut hinterließen, fällt der unschöne Effekt wegen der winzig kleinen Bestandteile nun weg.

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Nanopartikel schaden Wasserbewohnern

Eine Studie der Universität Koblenz-Landau gab Aufschluss darüber, wie Nanopartikel die Umwelt gefährden.

  • Die Forscher entdeckten, dass Wasserflöhe, die in mit Nanopartikeln versetztem Wasser lebten, zwar selbst keine Auffälligkeiten zeigten, ihre Nachkommen jedoch mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen haben.
  • Die nachfolgende Generation der Wasserflöhe war wesentlich weniger schwimmfähig und damit wenig überlebensfähig als eine neutrale Kontrollgruppe.

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Ungünstige chemische Reaktionen

Eine andere Studie beschäftigte sich wiederum mit Nanopartikeln aus Sonnencreme, die beim Schwimmen ins Meerwasser gelangt.

  • Nanopartikel sind in der Regel mit eine Schutzschicht ummantelt. Diese verhindert eine chemische Reaktion, die immer dann entsteht, wenn die winzig kleinen Teilchen mit Sonnenlicht und Wasser zusammentreffen: die Entstehung von Wasserstoffperoxid.
  • Dabei handelt es sich um eine hochreaktive Substanz, die vor allem für Kleinstlebewesen wie Algen besonders schädlich ist.
  • Im Meerwasser löst sich diese Schutzschicht aus Silikaten aber unweigerlich auf und das entstandene Wasserstoffperoxid entfaltet seine Wirkung und zerstört wiederum die Algen.
  • Die Wasserpflanzen haben im Ökosystem Meer aber eine herausragende Rolle, denn sie dienen als Nahrungsgrundlage für eine  Vielzahl an Meeresbewohnern.

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Kennzeichnungspflicht

Seit Juli 2013 besteht für Nanopartikel in Kosmetikprodukten eine Kennzeichnungspflicht. Es muss in der Inhaltsstoffliste neben einer Substanz in Nanogröße das Wort Nano in Klammern aufgeführt. Diese Information können Verbraucher als Kaufentscheidung nutzen – der Umwelt zuliebe.

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