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Bleibende Schäden durch Piercings, Elfenohren & Co?

"BodMods", sprich: Veränderungen am Körper, galten bislang als reine Geschmackssache. Sind sie aber nicht. Ärzte warnen nun vor Gesundheitsschäden durch Piercings & Co.

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Manche Piercings können zu bleibenden Schäden führen.
Ales_Utovko / iStock

Was haben Rihanna, Kendall Jenner und Lenny Kravitz gemeinsam? Sie haben alle drei ein oder mehrere Piercings. Der Trend zum Loch im Körper ist ungebrochen und auch andere Körpermodifikationen, sogenannte "BodMods", erfreuen sich steigender Beliebtheit. Kann man mögen, muss man nicht. Doch was bislang nur eine Frage persönlicher Vorlieben war, entpuppt sich mittlerweile auch als Gesundheitsrisiko.

  • Zahnärzte warnen schon länger davor, dass die auf Instagram so gehypten "Smileypiercings" auf die Dauer die Zähne beschädigen.
  • Beim "Smiley" stechen wird das Lippenbändchen (Frenulum), welches die Oberlippe und das Zahnfleisch verbindet, durchstochen.
  • Beim Tragen scheuert das eingesetzte Metall an den Beißerchen.

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Empfindliche Knorpel

Doch damit nicht genug. Nun schlagen auch HNO-Ärzte-Alarm und das ausgerechnet bei jenen Deko-Löchern, die bislang als ungefährlich galten: Ohr- und Nasenringe.

"Der Knorpel im Ohr- und Nasenbereich ist ein sehr empfindliches Gewebe, das normalerweise durch eine Knorpelhaut geschützt und ernährt wird", erklärt Professor Dr. Andreas Naumann vom Klinikum Bremen, "wenn die Knorpelhaut beim Piercing durchtrennt wird, können Bakterien und Viren eindringen und eine Infektion auslösen. Deshalb sollten Körpermodifikationen wie Piercings nur unter strengen, aseptischen Bedingungen erfolgen. An der gepiercten Stelle könne es sonst, eventuell auch im Abheilungsprozess, zum Absterben von Knorpelgewebe kommen."

Zu den Folgen gehören Deformierungen bis zum vollständigen Verlust von Teilen der Ohrmuschel oder der Nase. "Eine Korrektur ist dann komplex und nur von spezialisierten Ärzten durchführbar“, sagt der Spezialist für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und spezielle Schmerztherapie. "Die Behandlung der Früh- sowie Spätfolgen reicht dabei von kleinen Narbenkorrekturen bis zu komplexen plastischen sowie rekonstruktiven Eingriffen."

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Tunnel ohne Rückfahrkarte

Auch das sogenannte Tunnel-Piercing bleibt häufig nicht ohne Folgen. Dabei wird ein Platzhalter im Ohrläppchen eingebracht und langsam aufgeweitet. Im Extremfall bleibt nur noch ein schmaler, umgebender Rest an Haut übrig. Probleme ergeben sich, wenn der Tunnel dem Ohrbesitzer nicht mehr gefällt und entfernt werden soll. Dann reichen die verbliebenen Hautreste oft nicht mehr aus, um das Loch wieder zu verschließen. Das Ohrläppchen muss durch eine komplexe Lappenplastik rekonstruiert werden.

  • Eine relativ neue Körpermodifikation ist das sogenannte Elfenohr. Dabei wird die Ohrmuschel typischerweise im oberen Bereich durch das Einsetzen eines Implantates spitz geformt.
  • Naumann warnt: "Das ist ein  massiver Eingriff in das natürliche Ohrgerüst und birgt eine große Gefahr für das gesamte Haut-Knorpelgerüst des Ohres."

Zu den Folgeerscheinungen gehören:

  • Rötungen
  • Schmerzen
  • Missempfindungen
  • Infektionen
  • Absterben von Knorpelgewebe

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Lieber nicht

Aus all diesen Gründen rät die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde von Körpermodifikationen im Knorpelbereich von Nase und Ohr grundsätzlich ab. Doch auch bei anderen Piercings, beispielsweise dem Zungenpiercing, sei Vorsicht geboten.

  • Hier komme es immer wieder durch die Verletzung einer Arterie im Zungenbereich zu erheblichen Einblutungen mit Schwellungen bis zur Atemnot.
  • Das Komplikationsrisiko hänge bei allen Eingriffen von der Stelle des Piercings, dem verwendeten Material, der Erfahrung des Piercers, den hygienischen Bedingungen beim Piercing sowie von der Nachsorge ab.

Wer sich dennoch nicht abhalten lassen möchte, sollte sich vor dem Piercen seriös und ausführlich beraten lassen.

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