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Wie gefährlich ist Size Zero?

"Nothing tastes as good as skinny feels", sagte das Supermodel Kate Moss und verstärkte so den Size-Zero-Trend. Doch ist dieser nach wie vor beliebt?

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Ist Size Zero tatsächlich ein erstrebenswertes Körperbild?
courtneyk / iStock

90-60-90, das sind die Traummaße für ein Laufstegmodel. Schlank, hübsch und aufregend muss es sein, doch dies ist meist nicht genug. Denn die Modemacher wollen immer dünnere Frauen und Männer, die mit ihren BMI-Werten meist die Untergewichtsmarke knacken. Die berühmte  "Skinny-Aussage" bereut das Supermodel Kate Moss mittlerweile – kein Wunder, denn der Druck perfekt und schlank um jeden Preis zu sein, hält sich bis heute.

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Simply Stunning. Kate at last night's Met Ball wearing @ysl by @anthonyvaccarello #makeamericakateagain #metball2018 #katemoss #kma

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Was ist Size Zero?

Unter Size Zero versteht man eine amerikanische Kleidergröße, die in unseren "Zahlen" einer Größe 32 entspricht. Diese gleicht dem Körperbau eines 12-jährigen Mädchens und definitiv nicht einer ausgewachsenen Frau. Dennoch finden sich in der Modebranche immer mehr Frauen (und auch Männer!), deren Körperbau mit Untergewicht, Bulimie oder Magersucht assoziiert wird. Besonders Jugendliche sind von so einem Körperbild leicht zu beeinflussen und hungern sich bis in die Bewusstlosigkeit zu ihrem "Traumgewicht", denn nur wer dünn genug ist, kann es schaffen – oder?

Obwohl Kate Moss in den 90-er Jahren die Vorreiterin für Size-Zero-Models fungierte und auch Victoria Beckham für ihre Mager-Figur bekannt war, können wir in letzter Zeit immer häufiger Models auf Laufstegen sehen, die alles andere als dürr wirken. Die Diversität in Bezug auf das Gewicht setzt sich durch.

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Gesetze und Geldstrafen

Bereits 2014 sorgte die berühmte Modelagentur IMG Models für Aufsehen, als sie Plus-Size-Models (unter anderem Ashley Graham) in ihre Kartei aufnahmen. 2015 wurde dieser Gedankengang unterstützt, indem das französische Parlament ein Verbot für abgemagerten Models verhängte.

  • So wurden Models mit Size Zero von den Pariser Laufstegen verbannt, da sie die damit verbundenen Gefahren und Auswirkungen nicht dulden wollten. Wer gegen das Gesetz verstößt muss mit Geldstrafen bis zu 75.000 Euro oder einer Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten rechnen.
  • Zusätzlich wurde im Oktober 2017 die Vorschrift verhängt, dass retuschierte Werbung in Frankreich gekennzeichnet werden muss, um die Darstellung von "echten Körpern" zu gewährleisten und die darauffolgenden Essstörungen bei Jugendlichen einzudämmen.

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Size-Zero-Verbot = Body Shaming?

Doch ist es wirklich vorteilhaft "Size-Zero-Models" zu verbieten? Nein, sagt das Model Jaime King, welches gegenüber der New York Post das Arbeitsverbot von Models mit Größe 32 mit Body Shaming verglich. Laut King sind viele Menschen von Natur aus sehr dünn und können einfach schwer zunehmen – genauso wie sie selbst.

Doch der Fall der Model-Zwillinge Masha und Dasha Ledeneva zeigt, dass die Modelbranche auch bei jungen Mädchen kein Halten kennt. Die russischen Mädchen bewarben sich an einer Modelschule mit einem Körpergewicht von 50 Kilogramm. Obwohl die 14-jährigen Mädchen aufgenommen wurden, sollten sie unbedingt Gewicht verlieren. Um ihren Traum zu verwirklichen, hungerten sich die Zwillinge auf 37 Kilogramm herunter und landeten zu Weihnachten letzten Jahres im Krankenhaus.

Der Superstar Rihanna machte seit letztem Jahr Schlagzeilen, als sie mit der Runway-Show für ihr Mode-Label "Fenty" alle begeisterte. Der Grund? Die "Diamonds"-Sängerin holte Models auf den Laufsteg, die fast jede Frau dieser Welt repräsentierte. Schlank, kurvig, weiß, farbig und wunderschön – RiRi hatte sie alle und wurde für die Diversität ihrer Models gefeiert.

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Wir sind alle schön!

Obwohl der Druck nach Perfektion in der Model- und Fitness-Welt (wie der Fall Sophia Thiel zeigt) enorm groß ist, dürfen wir nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren: uns selbst zu lieben wie wir sind – auch unseren Körper! Da Kinder und Jugendliche besonders anfällig für Körpertrends und Idole sind, sollten wir als Gesellschaft in erster Linie eines – aufklären!

Über gesunde Ernährung, Sport und Selbstachtung. Schön und selbstbewusst zu sein, ohne sich in eine bestimmte Größe zu hungern, ist der Beginn eines gesunden Körperverständnisses. Zwar ist es ein harter Weg und viele Menschen brauchen meist ein Leben lang sich selbst zu akzeptieren. Doch es ist besser spät als nie zu beginnen, oder?

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