Psychische Gesundheit

Skin Picking: Wenn man die Finger nicht von der Haut lassen kann

Starkes, unkontrolliertes Kratzen und Zupfen an der Haut stellt eine große Belastung für Betroffene dar.

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Skin Picking ist eine Zwangsstörung
simarik / iStock

Vor dem Vergrößerungsspiegel die Gesichtshaut unter die Lupe nehmen? Normal. Hin und wieder den Schorf wegkratzen? Kein Thema. Tritt das Zupfen, Knibbeln oder Kratzen an der Haut allerdings unkontrolliert und öfters als gewollt auf, ist von einer Zwangsstörung die Rede. Skin Picking kann zur enormen Belastung werden. Was dagegen helfen kann, lesen Sie hier.

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Ab wann ist Skin Picking eine Störung?

Reine Haut steht bei so ziemlich jedem auf der Wunschliste. Dazu gehört neben der täglichen Hautpflege auch hier und dort einen Pickel oder Mitesser auszudrücken.

  • Besteht allerdings der Zwang, unentwegt seine Haut "abzukrabbeln" überschreitet dies das übliche Ausmaß an Selbstpflege.
  • Zu den häufigsten betroffenen Stellen zählen Gesicht, Hals, Schultern, Brust, Hände und Arme.
  • Oft betreiben Betroffene Skin Picking aber auch an versteckten Stellen wie am Rücken oder an den Beinen.
  • Das Kratzen und Zupfen hinterlässt sichtbare Spuren in Form von Rötungen, offenen Hautstellen, Entzündungen und Narben.
  • Oft reichen die eigenen Fingernägel nicht mehr aus und es kommen auch andere Utensilien wie Messer, Schere oder Pinzette zum Einsatz.

Schmerzen, die bei dem sturen Bearbeiten von Hautarealen auftreten, nehmen die Opfer nicht (mehr) wahr.

Entwickelt sich aus der Gewohnheit ein Zwang, wird dies schnell zur Belastung. Neben den erwähnten optischen Blessuren, kann die Zwangshandlung so weit reichen, dass der Alltag nicht mehr uneingeschränkt bewältigt werden kann.

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Wie kommen Betroffene raus aus dem Teufelskreis?

Um die Zwangsstörung wieder loszuwerden, muss in erster Linie Ursachenforschung betrieben werden.

Auslöser für die Entwicklung von krankhaftem Skin Picking können sein:

  • Steigerung aus zunächst harmlosen, unregelmäßigen Gewohnheiten sowie das unbewusste Drehen der Haare oder Nägelbeißen
  • Ventil für Druck oder Stress in Job oder Alltag
  • Gefühl, keinem Schönheitsideal zu entsprechen

Was tun, um dem Teufelskreis zu entkommen?

In erster Linie ist eine Psychotherapie sinnvoll, da der Betroffene meist nur mit Begleitung aus der zwanghaften Spirale entkommen kann. Das Um und Auf ist die Aufarbeitung emotionaler Probleme.

Ergänzend sind auch Stressabbau und -bewältigung sinnvoll. Zudem kann es helfen, eine Ersatzbeschäftigung zu suchen wie etwa Stricken oder Malen. Auch eine bewusste Hautpflege und regelmäßigem Peeling sowie das Besuchen einer Selbsthilfegruppe können bei der Loslösung unterstützen.

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