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Urea: Wundermittel gegen trockene Haut?

Pflegeprodukte mit dem Inhaltsstoff Urea boomen. Sie versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und verhelfen so zu einem ebenmäßigen Hautbild.

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Ist Urea wirklich ein Wundermittel gegen trockene Haut?
bymuratdeniz / iStock

Geschmeidige, weiche und elastische Haut ist der Inbegriff für Schönheit und Jugend. Äußere Einflüsse, das Alter, aber auch ungünstige Gewohnheiten wie Rauchen lassen den Flüssigkeitsgehalt der Haut unweigerlich schwinden. Das Ergebnis ist trockene, fahle und schuppige Haut. Seit einigen Jahren erlebt Urea ein Revival in der Behandlung trockener Haut: Mittlerweile gehört er – neben Glycerin, Panthenol und Hyaluron – zu den am häufigsten eingesetzten Inhaltsstoffen von Feuchtigkeitscremes. Wir zeigen Ihnen, wie Urea Ihre Haut besänftigen kann.

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Neuentdeckung oder alter Bekannter?

Urea ist die lateinische Bezeichnung für Harnstoff. Was zu Beginn unappetitlich klingt, ist jedoch völlig harmlos. Harnstoff ist nichts anderes als ein körpereigenes Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, das mit dem Harn ausgeschieden wird, aber auch natürlicherweise in den oberen Hautschichten vorkommt. Dort erhöht Urea die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu binden und schützt sie so vor übermäßigen Flüssigkeitsverlusten. Gleichzeitig stabilisiert Urea die natürliche Schutzfunktion der Haut.

  • Urea ist bei weitem keine Neuentdeckung der Kosmetikindustrie, ihre positive Wirkung auf den Flüssigkeitshaushalt der Haut ist bereits seit Jahrhunderten bekannt. Anfangs wurde der Wirkstoff noch aus Pferdeharn gewonnen, seit dem frühen 19. Jahrhundert verzichtet man auf den tierischen Stoff und stellt diesen synthetisch her.
  • Heutzutage ist der verwendete Harnstoff also frei von Urin, weshalb die Hersteller entsprechender Pflegeprodukte dazu übergegangen sind, den Wirkstoff nur bei seinem lateinischen Namen zu nennen.

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Wirkung ist dosisabhängig

  • Produkte mit 5 Prozent Urea wirken feuchtigkeitsspendend und machen die Haut geschmeidiger.
  • Intensiver noch wirken Pflegeprodukte mit einem Harnstoff-Anteil von 10 Prozent, ihnen wird zudem eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben.
  • Präparate mit 15 Prozent Urea oder mehr erleichtern die Abschuppung der Oberhaut und reduzieren rissige Hornhautschichten.
  • Produkte mit 40 Prozent Harnstoff weichen Nagelgewebe auf und helfen so bei Pilzbefall der Finger- und Zehennägel.

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Kein Allergiepotential

Da Harnstoff zahlreichen Studien zufolge kein Allergiepotential aufweist, wird er bei Problemhaut auch erfolgreich zu medizinischen Zwecken eingesetzt: Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis können mit Urea-Produkten deutlich gelindert werden. Sie befeuchten die geschädigte Haut, reduzieren den Juckreiz und beugen Entzündungen vor.

So positiv die Wirkung von Harnstoff auf die Haut auch ist, Wundermittel ist es keines: Bei Kindern unter fünf Jahren, nierenkranken Personen oder bei stark entzündeter oder verletzter Haut, sollte von einer Behandlung mit Urea-haltigen Produkten abgesehen werden.

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