Familie

Wunde Brustwarzen beim Stillen – was tun?

Stillen ist das Beste für das Baby. Doch oft leiden Mütter unter Schmerzen und entzündeten Brustwarzen; das Stillen wird zur Qual. Mit diesen Maßnahmen werfen Sie nicht vorzeitig das Handtuch.

  • Drucken
Mutter hält ihr Baby beim Stillen und leidet unter wunden Brustwarzen
jgaunion / iStock

Muttermilch bietet dem Baby den besten Start ins Leben. So wertvoll die Stillzeit auch ist: Oft leidet die Mutter dabei unter Schmerzen, das Stillen wird zur Qual. Wunde Brustwarzen sind ein häufiger Grund für vorzeitiges Abstillen. Lesen Sie hier mehr über die Ursachen und welche Maßnahmen Sie setzen können, um das Stillen schon bald wieder genießen zu können.

Mehr dazu: Milchfluss richtig anregen

Wunde Brustwarzen verleiden das Stillen

Muttermilch ist nicht nur die beste Nahrung für das Baby, auch die Mutter-Kind-Bindung wird gestärkt. Zudem profitiert die Mutter selbst, denn das Stillen bietet eine Menge gesundheitlicher Vorteile.

Die Momente der Zweisamkeit können jedoch rasch getrübt werden, sobald beim Stillen Schmerzen entstehen. Wunde Brustwarzen können sich wie folgt bemerkbar machen:

  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • Rötungen
  • Abschürfungen
  • Blutungen
  • Bläschen
  • Brennen (kann auch ein Anzeichen für eine Soorinfektion sein)

Mehr dazu: Stillen: Nicht nur das Baby profitiert

Wunde Brustwarzen haben immer eine Ursache

Beanspruchte Brustwarzen haben jedoch eine Ursache – gehen Sie dieser auf den Grund. Häufige Gründe für Probleme beim Stillen sind unter anderem:

  • Empfindliche Brustwarzen: Die meisten Mütter haben in den ersten Tagen mit wunden Brustwarzen zu kämpfen, denn das Stillen beansprucht Haut und Gewebe intensiv. Nach der Eingewöhnung und mit ein paar Tricks steht einer genussvollen Stillzeit nichts mehr im Weg.
  • Das Baby wird falsch angelegt: Richtiges "Andocken" ist die Voraussetzung für funktionierendes Stillen. Fasst das Baby die Brustwarze und den Brustwarzenhof nicht optimal, entsteht ein Unterdruck und das Gewebe leidet.
  • Ungünstige Stillposition: Auch eine unbequeme Haltung oder ein zu großer Abstand zwischen Mutter und Kind kann die Ursache sein.
  • Infektion der Brustwarzen: Feuchte Stilleinlagen, die zu selten gewechselt oder Brustwarzen, die nicht richtig gereinigt werden, können Entzündungen die Folge sein.
  • Falsche Anwendung von Milchpumpen: Werden Milchpumpen nicht richtig benutzt, reizen sie das Gewebe. Auch Stillhütchen beanspruchen die sensible Haut.
  • Saugverwirrung: Wird das Baby mit der Flasche gefüttert, obwohl es das Stillen noch nicht verinnerlicht hat, kommt es oft zu Schwierigkeiten bei der Umgewöhnung.
  • Anatomische Ursachen: In seltenen Fällen sind die Ursachen körperlich bedingt, etwa ein zu kurzes Zungenband oder eine besondere Form des Gaumens.

Erst wenn die Ursache bekannt ist, können Sie gezielt daran arbeiten und es kann Besserung eintreten. Werfen Sie nicht gleich das Handtuch – den Grund zu erkennen und das Problem zu behandeln lohnt sich für Sie und Ihr Baby.

Mehr dazu: Erstausstattung fürs Baby: Was das Baby wirklich braucht

Wie kann ich wunden Brustwarzen vorbeugen?

Um entzündete Brustwarzen zu vermeiden, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Korrekte Haltung: Setzen Sie sich bequem hin und verwenden Sie ein Stillkissen, das Stabilität bietet und das Halten erleichtert. Das Baby liegt mit Kopf, Bauch und Hüfte zu Ihnen gewandt. Die Brustwarze sollte auf Höhe von Babys' Nase sein.
  • Stillposition wechseln: Das Wechseln der Position verhindert eine Beanspruchung an der gleichen Stelle. Probieren Sie verschiedene Positionen, um das Gewebe beim Stillen zu entlasten.
  • Seite wechseln: Lassen Sie das Baby abwechselnd an der linken und an der rechten Seite trinken. Ein Haarband am Handgelenk oder eine Haarspange am BH-Träger können als Gedächtnisstütze dienen, welche Seite als nächstes dran ist.
  • Richtig reinigen: Für die Reinigung der Brustwarzen reicht reines Wasser völlig aus. Chemische Inhaltsstoffe verschlimmern die Situation meist nur und reizen die Haut zusätzlich. Tupfen sie die Brustwarzen sanft trocken.  Vergessen Sie auch nicht, regelmäßig Ihre Hände zu waschen.
  • Nicht saugen lassen: Achten Sie darauf, ob Ihr Baby noch saugt, um satt zu werden oder ob es nur sein Saugbedürfnis stillt. Hat das Baby fertig getrunken, lösen Sie vorsichtig das Vakuum, indem Sie Ihren Finger zwischen Mundwinkel und Brustwarze schieben.
  • Stilleinlagen: Wechseln Sie die Stilleinlagen regelmäßig und achten Sie auf atmungsaktives Material.

Mehr dazu: Beikost-Start beim Baby

Was kann ich gegen wunde Brustwarzen tun?

Treten Schmerzen, Rötungen oder andere Anzeichen auf, sollte man sofort reagieren. Folgende Tipps können helfen:

  • An der Luft trocknen lassen: Wenn es die Zeit erlaubt, lassen Sie die Brustwarzen hin und wieder an der Luft trocknen.
  • Kompressen: Kompressen (in der Apotheke erhältlich) unterstützen den Heilungsprozess. Lagern Sie diese im Kühlschrank, damit sie zusätzlich angenehm kühlen.
  • Gewebe geschmeidig halten: Etwas Wollfett (Lanolin) kann helfen, spröde Haut elastisch zu machen.
  • Muttermilch ausstreichen: Sind die Brüste voll, tun sich Neugeborene oft mit dem Andocken schwer. Streichen Sie mit den Fingern etwas Muttermilch raus, um den Druck zu nehmen.
  • Gute Seite zuerst anlegen: Die meisten Mütter haben eine bessere und eine schlechtere Seite. Beginnen Sie mit der besseren Seite und wechseln Sie erst, wenn das Baby nicht mehr so hungrig ist, zur anderen Seite.

Halten die Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, suchen Sie unbedingt einen Arzt, eine Hebamme oder eine Stillberatung auf.

Mehr dazu: Tragetuch: Das Baby ist immer dabei

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.