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7 Mythen über den Eisprung

Einmal im Monat reift im Körper der Frau eine Eizelle an, die auf die Befruchtung wartet… oder nicht? Wie war das ganze nochmal genau mit dem Eisprung? Wir klären die bekanntesten Legenden rund um die Ovulation auf!

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Um den Eisprung ranken sich viele Mythen und Unwahrheiten.
Vasyl Chybor / iStock

Der Menstruationszyklus einer Frau besteht aus der Periode, den fruchtbaren und den unfruchtbaren Tagen. Etwa in der Mitte des Zyklus findet der Eisprung statt: Der fruchtbarste Tag im Monat. Oder? Wir klären die häufigsten Mythen über den Eisprung auf, die leider noch viel zu oft geglaubt werden.

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Mythos 1: Der 28-Tage-Zyklus und die Ovulation am 14. Zyklustag

Der Menstruationszyklus einer normalen und gesunden Frau dauert meist wesentlich länger als 28 Tage. Nur 30 Prozent aller Frauen haben einen so "kurzen" Zyklus, da es sich dabei vielfach um einen künstlich herbeigeführten Zyklus durch die Pille handelt. Dasselbe gilt auch für die Behauptung, dass der Eisprung etwa am 14. Zyklustag stattfindet: Rund 70 Prozent aller Frauen ovulieren nicht einmal zwischen dem dem 13. oder 15. Zyklustag, sondern wesentlich früher oder später.

Wichtig: Ein Eisprung ist auch schon vor der ersten Regelblutung möglich! Deswegen sollten besonders junge Frauen zu einem Gynäkologen, um über eine passende Verhütungsmethode zu sprechen.

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Mythos 2: Ausbleibende Regel = kein Eisprung

Frauen, die ihre Periode sehr unregelmäßig bekommen oder einen sehr langen Zyklus haben, können ebenfalls schwanger werden. Nur weil die Menstruation ausbleibt, muss es nicht immer der Fall sein, dass der Eisprung nicht einsetzt. Viele Betroffene nehmen Hormone ein, um einen künstlichen Zyklus zu erzeugen, dies verhindert laut Experten aber eher die Chance eines Eisprungs.

Das heißt, dass Frauen ohne Hormonzusatz auch am 28. oder 36. Zyklustag schwanger werden könnten. Haben Sie in letzter Zeit sehr kurze Zyklen, dann könnten Sie an einer hormonellen Störung leiden. Falls Sie einen Babywunsch haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt.

Mehr dazu: Wie lange dauert ein Menstruationszyklus?

Mythos 3: Leistungssportler und dicke Frauen haben keinen Eisprung

Der deutsche Gynäkologe Henry Alexander erklärt diesen weit verbreiteten Mythos so auf: Zwar beeinflussen starkes Übergewicht und zu viel Sport die Fertilität nicht positiv, da die Periode bei betroffenen Frauen oft ausbleiben kann. Ein Eisprung findet in diesen Fällen aber meist trotzdem statt.

Wichtig: Eine regelmäßige Menstruation ist keine Garantie für einen Eisprung! Eine fehlende Ovulation kann zwar durch unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen bedingt werden, doch eine monatliche Blutung kann auch ohne anschließenden Eisprung einsetzen.

Mehr dazu: Kann man während der Periode schwanger werden?

Mythos 4: Ein Ovulationstest zeigt an, wann der Eisprung stattfindet

Ein Ovulationstest zeigt an, wann sich die fruchtbaren Tage einer Frau anbahnen. Dazu müssen die Anwenderinnen auf den vorgesehenen "Pinkelstreifen" urinieren, danach wertet der Test die Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH), welches des Eisprung auslöst, im Harn aus.

Der Fruchtbarkeitstest eignet sich jedoch nicht dafür, einen genauen Termin für den Eisprung auszurechnen. Die Teststreifen geben demnach lediglich eine grobe Orientierung. Wissenschafter entdeckten unter anderem, dass der LH-Wert 24 Stunden nach dem Eisprung am höchsten ist! Außerdem zeigt das Vorhandensein von LH nicht an, ob die Konzentration hoch genug ist, um eine Ovulation auszulösen.

Mehr dazu: Wie funktioniert der Ovulationstest?

Mythos 5: Frauen spüren ihren Eisprung

Hatten Sie schon einmal das Gefühl, ein Ziehen im Unterleib zu spüren? Möglicherweise genau am berechneten Tag des Eisprungs? Dann gehören Sie zu einer Vielzahl von Frauen, die der Meinung sind, diesen fruchtbaren Tag wahrnehmen zu können. Die Wahrheit ist jedoch, dass die meisten mit ihrer Vermutung komplett daneben liegen. Der "echte" Mittelschmerz im Unterleib kann sich bereits Tage vor dem Eisprung bemerkbar machen, deshalb zeigt dieser auch nicht an, wann die Ovulation stattfindet oder, ob diese schon längst vorbei ist.

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Mythos 6: Sex vor oder während des Eisprungs = Schwangerschaft

Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden ist ungleich dem verbreiteten Wissen ziemlich gering. Hat eine Frau täglich Sex, dann liegt die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung bei 37 Prozent! Experten wissen, dass es meist zwölf Zyklen dauert, bis eine Frau schwanger werden kann.

Nach dem Eisprung ist die Eizelle nur noch 6 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Wer also einen ernsten Kinderwunsch hat, der sollte bis zu drei Tage vor und einen Tag nach dem Eisprung Geschlechtsverkehr haben. Da die Spermien bis zu fünf Tage im Körper überleben können, würden sie in der Eileiter auf die reife Eizelle warten.

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Mythos 7: Nach der Geburt ist kein Eisprung möglich

Auch frischgebackene Mütter können einen Eisprung haben! Die Ovulation findet durchschnittlich immer elf bis 15 Tage vor der Menstruation statt, ganz gleich, ob Sie ein Kind geboren haben, oder nicht. Ebenso können stillende Frauen eine reife Eizelle im Körper heranwachsen lassen. Zwar ist das Milchbildungshormon Prolaktin dafür zuständig, dass der Eisprung gehemmt wird und stillende Mütter eher unwahrscheinlich erneut schwanger werden, doch nichts ist unmöglich. Wer sein Kind voll stillt, kann schon sechs bis acht Wochen nach der Entbindung einen Eisprung haben.

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