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Lost-Penis-Syndrom: Wenn die Vagina zu weit ist

Beim erotischen Liebesspiel zu zweit sollten beide Partner auf ihre Kosten kommen. Wer unter dem Lost-Penis-Syndrom leidet, erfährt mehr Frust statt Lust.

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Das Lost-Penis-Syndrome sorgt bei vielen Pärchen für eine Sexflaute.
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"Bist du schon drin?", diese Frage kann so ziemlich jedes Männerego zunichte machen. Wer beim Sex nicht genug spürt, hat oft mit Unsicherheiten und Frust zu kämpfen. Während die meisten Männer, um ihre Penisgröße bangen, kann es beim Lost-Penis-Syndrom (LPS) tatsächlich der Fall sein, dass die Vagina der Frau zu weit ist.

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Was ist das Lost-Penis-Syndrom?

Beim LPS liegt die Ursache eher in der Anatomie der Frau, anstatt in der, des Mannes. Während des Geschlechtsverkehrs hat die Partnerin das Gefühl, den Penis nicht richtig in der Scheide zu spüren. Der Partner spürt den eigenen Penis nur teilweise, oder gar nicht. Das passiert, wenn das Glied keinen Kontakt mit der Scheidenwand hat. Dies ist durch eine krankhaft oder pathologisch erweiterte Scheidenwand, eine Beckenbodenstörung oder -senkung bedingt.

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Ursachen des LPS

Das LPS ist entweder angeboren, oder hat sich mit der Zeit entwickelt. Besonders nach einer Geburt ist die vaginale Muskulatur sehr strapaziert und überdehnt. Im Normalfall bildet sich die Muskulatur wieder zurück, da diese sehr flexibel ist. Bleibt die Rückbildung aus, kann es zum LPS kommen.

  • Muskel- oder Bindegewebserkrankungen können eine unzureichende Rückbildung der Muskulatur fördern. Deshalb kann das Lost-Penis-Syndrom auch unabhängig von einer Geburt auftreten.
  • Hierbei ist eine Erschlaffung des Beckenbodens verantwortlich, die durch die Menopause oder im Rahmen neurologischer Störungen auftreten kann.

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Eingeschränktes Lusterlebnis

Die LPS-Symptome der Frau äußern sich im weitesten Sinne durch eine sexuelle Dysfunktion. Sie erleben den Sex als nicht mehr lustvoll, da sie das Glied des Partners kaum oder gar nicht in der Scheide spüren. Der Orgasmus bleibt dabei aus.

  • Dies kann für beide Partner eine große psychische Belastung darstellen, da die Befriedigung ausbleibt und Selbstzweifel oder Schamgefühle einsetzen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Depressionen kommen.
  • Das Lost-Penis-Syndroms wird auch oft als erweiterte Beckenbodenmuskulatur bezeichnet. Zur Diagnose werden bei der Untersuchung auch Nervenleitungstests durchgeführt, um eine Störung des Nervensystems auszuschließen.
  • In den meisten Fällen verschwindet das Syndrom von selbst, in anderen muss mit bestimmten körperlichen Übungen nachgeholfen werden. Manchmal sind sogar psychologische Behandlungen notwendig.

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Was kann man dagegen tun?

Haben Sie oder Ihr Partner das Gefühl, dass der Sex sich verändert hat oder Sie beide nicht mehr "genug spüren", dann sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser empfiehlt meist ein Beckenbodentraining und in manchen Fällen eine medikamentöse Behandlung. Neben den üblichen Therapiemaßnahmen können auch eine chirurgische Straffung der Beckenbodenmuskulatur und der umliegenden Bänder Abhilfe schaffen.

Das können Sie tun, um Ihr Sexleben aufzupeppen: 

  • Beckenboden trainieren: Auch vor dem Besuch beim Arzt können Sie Ihr Problem mit einem regelmäßigen Training des Beckenbodens "vorbehandeln". Das hilft bei der Rückbildung der Muskulatur und macht die Scheide enger.
  • Die passende Stellung: Bei bestimmten Positionen während des Liebesspiels kann das unpassende Größenverhältnis von Vagina und Penis ausgeglichen werden. Für klein gebaute Männer eignet sich die abgewandelte Löffelchenstellung, bei der beide Partner ihre Beine anwinkeln. Dadurch bildet sich ein besserer Winkel zum Eindringen in die Vagina und die Partner genießen den großflächigen Körperkontakt.
  • Sextoys & manuelle Stimulation: Befindet sich die Partnerin noch in der Regenerationsphase mit dem Beckenbodentraining, können auch kleine Hilfsmittel die Lust im Bett zurückbringen. Das gegenseitige Stimulieren kann dabei auch mit Sex-Toys, den Händen oder den Lippen und der Zunge erfolgen. Es muss nicht immer zur Penetration kommen, um das intensive Miteinander zu genießen.

Das Wichtigste ist, dass beide Partner ehrlich zueinander sind und offen über das Problem reden. Füreinander da zu sein und zusammen zu Lust und Leidenschaft zurückzufinden, macht eine gute Beziehung aus.

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