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Sex-Positive-Party: Ist das die sexuelle Revolution?

Auf Sex-Positive-Partys steht vor allem eines im Mittelpunkt: gute Musik und das Zelebrieren der eigenen Sexualität.

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Bei der Sex-Positve-Party kann es schon mal heiß hergehen, oder auch nicht!
StockSnap / Pixabay

Feiern, tanzen, Sex haben: In knappen Outfits oder Dessous treffen sich Menschen, unabhängig ihres Geschlechts, sexuellen Orientierung oder Präferenzen, um zu lässigen Techno-Beats auf der Tanzfläche abzushaken. Genau so lassen sich sogenannte Sex-Positive-Partys in etwa beschreiben. In erster Linie werden jedoch die Sexualität und die Offenheit zur Nacktheit sowie zu sexuellen Handlungen gefeiert. In einem Club kommen die verschiedensten Leute zusammen, die sich in ihrem Körper wohlfühlen und dies auch zeigen möchten. Ganz essenziell: Das Einvernehmen aller Beteiligten ist bei diesen Partys das Allerwichtigste.

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Wie laufen Sex-Positive-Partys ab?

Wer denkt, dass man bei Sex-Positive-Partys einfach in einen Club geht, um dort Geschlechtsverkehr zu haben, liegt falsch. Die Feierlichkeiten werden vom Verein hausgemacht veranstaltet, der vor allem eines schaffen möchte – einen "sicheren" Ort, um sich sexuell auszuprobieren und gute Musik zu genießen. Doch nicht nur das, auf den Sex-Positive-Partys soll auch Body-Positivity zelebriert werden, um seinen Körper besser schätzen und lieben zu lernen. Genau deswegen gibt es einen entsprechenden Dresscode, der das persönliche Verständnis von Sexualität des jeweiligen Gastes widerspiegeln soll:

  • Jegliche Art von Kostümen, Unterwäsche, Dessous, Lack und Leder sowie Latex sind als Outfit legitim. Angezogen wird, was den Körper in Szene setzt und eine positive Einstellung zu Sex vermittelt.
  • Jeans und Shorts, Badekleidung, alte Boxershorts, herkömmliche "Fortgehkleider" sowie Anzüge sind in diesem Fall nicht erlaubt. Fotos von Outfits der letzten Party finden Sie unter anderem hier unter dem Punkt "Dresscode".
  • An der strengen Türkontrolle am Clubeingang wird das Outfit nochmal begutachtet. Damit die Gäste nicht schon in Strapse & Co auf der Straße stehen müssen, ist Überzugskleidung erlaubt, die in der Garderobe abgelegt wird.

Die strenge Kontrolle beim Eintritt in den Club bezieht sich jedoch nicht nur auf das Alter und Outfit der Gäste, sondern auch auf ihr Geschlecht. Damit es weder zu einem Frauen- noch einem Männerüberschuss kommt, wird auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis geachtet. Doch das ist nicht alles, vor dem Eintritt beantworten die Gäste noch sämtliche Fragen zu Sex-Positivity. So soll "aussortiert" werden, wer sich wirklich für die Party eignet und wer nur "eine schnelle Nummer" als Motivation hat. Die Eintrittskosten belaufen sich auf circa 15-20 Euro.

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Die wichtigsten Hardfacts zu Sex-Positive-Partys

  • Awareness-Team: Die "Aufpasser" der Party sind mit leuchtenden Lichterketten geschmückt. Sie stellen sicher, dass während der Party nichts passiert und sich die Gäste die ganze Zeit über wohlfühlen. Wer sich beim Feiern nicht an die Regeln hält und beispielsweise andere Gäste bedrängt, wird vom Awareness-Team der Feier verwiesen.
  • Darkrooms/Schmuseecken: Damit man während der Feierlichkeiten auf Tuchfühlung gehen kann, werden "Darkrooms" und "Schmuseecken" zur Verfügung gestellt. Dort kann man sich in Ruhe zurückziehen und seinen Partner "erforschen". Dabei werden vor allem Kondome, Gleitgel und Aufklärungsbroschüren bereitgestellt. Wer auf die Sex-Positive-Party mit einer Swinger-Party verwechselt, hat das Motto der Feier nicht verstanden. Bei jeglicher sexueller Handlung in diesem Rahmen ist ein Kann, aber kein Muss vorhanden. 
  • Fotos verboten: Fotos oder Videos von sich selbst oder anderen sind ausnahmslos verboten! Damit sich jeder wohl fühlt und niemand in die Versuchung kommt ein paar Bilder zu knipsen, werden die Kameras der Gäste-Smartphones beim Eingang abgeklebt. Wer trotzdem Aufnahmen macht, wird aus dem Club geschmissen.

Wichtig: Wer auf eine Sex-Positive-Party geht, hat nicht unbedingt den Wunsch dort sexuell aktiv zu sein. Viele Teilnehmer möchten schlichtweg Gleichgesinnte kennen lernen und sich zu guter Musik über Sex, Vorlieben & Co austauschen.

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Ein Insider erzählt über seine Party-Erfahrung

Ein anonymer Party-Gast schilderte gesundheitstrends.com sein Erlebnis auf einer Sex-Positive-Party: "Ich kenne viele Leute, die nicht wegen des Sex auf solchen Partys sind, wobei schon die Möglichkeit besteht mit anderen Gästen intim zu werden. Es gibt Darkrooms, in denen sehr respektvoll miteinander umgegangen wird. Außerdem wird immer darauf geachtet, dass niemand begrapscht wird oder ob sich die Partygäste unwohl fühlen."

Auf die Frage inwiefern die Party einen Beitrag zu Body-Positivity leistet, antwortete der/die InsiderIn: "Mir hat es geholfen meinen Körper besser kennen zu lernen sowie meine Grenzen zu sehen, zu kennen und auszusprechen." Laut seinen Empfindungen ist die Party eine gute Möglichkeit sich ausleben und auszuprobieren. Durch das anwesende Awareness-Team, welches die Partygäste regelmäßig nach ihrem Befinden fragt, ist die Party ein guter Ort, um in einem Safe-Space sexuell experimentierfreudiger zu sein und das absolut ohne Zwang.

Ein ungutes Gefühl oder negative Erlebnisse während der Party hatte unsere Quelle nie, dennoch stellt er/sie nochmal klar, dass bei Sex-Positive-Partys eine andere Atmosphäre herrscht: "Man sollte dem Ganzen eher offen gegenüber sein. Das heißt, es kann schon passieren, dass auf der Tanzfläche 'intensiver' getanzt und rumgemacht wird."

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Sex-Positive-Party vs. Swinger-Club

Wer auf eine Sex-Positive-Party geht, sollte keine "Orgien" erwarten. Bei dieser Art der Partys soll vor allem die Musik, die Atmosphäre und das Zusammensein genossen werden. Die Veranstalter dieser Partys wollen den Gästen helfen ein lockeres und gutes Verhältnis mit ihrem Körper und deren Sexualität aufzubauen. Dafür sind alle Geschlechter und jede sexuelle Orientierung willkommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man mit anderen Gästen oder seinem Partner Geschlechtsverkehr haben muss.

Im Gegensatz dazu geht es bei Swinger-Partys explizit darum mit anderen oder mehreren Personen gleichzeitig Sex zu haben. Anders als bei Sex-Positive-Partys werden hier keine "strengen" Kontrollen (in Form von einem Fragebogen) beim Eintritt durchgeführt, außerdem werden die jeweiligen Veranstaltungen auf hetero- und homosexuelle Partys aufgeteilt.

Was beide Veranstaltungen jedoch gemeinsam haben: Egal, um welche sexuelle Handlung es sich handelt – die Zustimmung der jeweiligen Gäste ist zu jeder Zeit wichtig! Auch in Swinger-Clubs wird auf die Einvernehmlichkeit und das Wohlergehen der Gäste geachtet.

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